
Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt zu zwei VorträgenÜber Kapitalismus und Antifeminismus
VOGELSBERG (ol). Zu zwei Online-Veranstaltungen über aktuelle Themen lädt die Rosa-Luxemburg-Stiftung im Juli ein. Dabei geht es um Kapitalismus, Märkte und Antifeminismus.
Am Sonntag, 4. Juli ab 11 Uhr, informiert Timo Daum, Autor zum Thema digitale Ökonomie, im Sonntagsmatinee,online über „Die unsichtbare Hand des Plans
Über Kapitalismus, Markt und Planung“.
In dem von Sabine Nuss und Timo Daum gerade herausgegebenen Buch „Die unsichtbare Hand des Plans“ wird vor dem Hintergrund von Big Data und Künstlicher Intelligenz erörtert, inwieweit die Kontroverse Markt oder Plan erneut auf die Tagesordnung kommt, erklärt die Rosa-Luxemburg-Stiftung dazu.
„Freie Marktwirtschaft rein ideologisch„
Angeblich komme der Kapitalismus ohne Planung aus, weil die „unsichtbare Hand“ des Markts zwischen Eigeninteressen, Angebot und Nachfrage vermittelt, ohne dass dies vorab geplant werden müsste. Das Argument der freien Marktwirtschaft sei rein ideologisch. So seien die großen IT-Plattformen alles andere als freie Märkte. Sie stellten gewaltige Planwirtschaften dar, meinen die Autoren.
Aber Planwirtschaften und staatlich gelenkte Ökonomien hätten aus der Vergangenheit einen ganz schlechten Ruf. Damit würden gemeinhin Freiheitsbeschränkung, Mangelwirtschaft und lange Schlangen vor den Geschäften assoziiert.
Planwirtschaft alleine sei kein Merkmal einer fortschrittlichen Gesellschaftsordnung wie veränderte Eigentumsverhältnisse nicht garantieren, dass kein Arbeitszwang herrscht und kein Raubbau an der Natur betrieben wird. Eine wesentliche Frage wäre demnach nicht mehr, ob es mehr Plan beim Wirtschaften braucht, sondern zu welchem Zweck geplant wird und wie man plant. Über die Sachverhalte und die Perspektiven wird Timo Daum sprechen.
„Feminismus und Gender“
Am Montag, 12. Juli, ab 19.30 Uhr spricht Dr. Anette Henninger, Uni Marburg, über
Antifeminismus. Hintergrund sei, dass in die gesellschaftliche Debatte um das Thema „Feminismus und Gender“ von Rechten und religiösen Fundamentalisten immer öfter aggressiv eingegriffen werde. Deren Ablehnung richte sich gegen Gleichstellung ebenso wie gegen geschlechtliche und sexuelle Vielfalt.
In der Diskussion um die Ehe für alle, sexualisierte Gewalt oder den Einbezug vielfältiger geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen in schulische Lehrpläne zeigten sich antifeministische Argumentationsmuster, die auch anschlussfähig an Debatten aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft sind, lautet dabei eine These.
Antifeminismus als Menschenfeindlichkeit
Die Leipziger Autoritarismus-Studie zeige, dass „jeder vierte Mann und jede zehnte Frau in Deutschland ein geschlossen antifeministisches Weltbild“ besitze. Antifeministische Ansichten korrelierten dabei oft mit anderen Einstellungen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit wie Rassismus oder Antisemitismus. Auch Rechtsterroristen wie die Attentäter von Halle und Hanau beriefen sich auf antifeministische Ideologien und begründeten und rechtfertigten ihre Taten mit einem imaginierten übermächtigen Feminismus.
Antifeminusmus wie Rechtsextremismus bekämpfen
Die Amadeu-Antonio-Stiftung stelle daher „zu Recht fest, dass Antifeminismus als zentraler Angriffspunkt aus dem extrem-rechten Spektrum auf demokratische und pluralistische Gesellschaftsvorstellungen in der Rechtsextremismusprävention sehr viel stärker berücksichtigt werden muss.“
Die Veranstaltungen finden als Videovortrag über die Plattform Zoom-Meeting statt. Die App kann für verschiedene Betriebssysteme und Endgeräte kostenlos übers Internet bezogen werden. Interessenten melden sich per E-Mail unter info@rlc-vogelsberg.de. Sie bekommen dann einen Link, den sie für die Teilnahme an der Veranstaltung benötigen. Nach dem Vortrag können sie vom Moderator das Wort erhalten und sich so an der Diskussion beteiligen.
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