
Volktrauertag: Gedenkfeier am Ehrenmal auf dem Alsfelder FriedhofGedenken auch in Zeiten der Pandemie
ALSFELD (akr). Anlässlich des Volkstrauertages ist an diesem Sonntag in ganz Deutschland an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert worden – auch in Alsfeld fand eine kleine, Corona-konforme Gedenkfeier statt.
Jedes Jahr im November, zwei Sonntage vor dem ersten Advent, wird in Deutschland aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Am Volkstrauertag an diesem Sonntag versammelten sich trotz Corona-Pandemie einige Alsfelder zur Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Alsfelder Friedhof.
Nasskalt und grau war das Wetter, im Vergleich zum vergangenen Jahr, an diesem Novembertag nicht – im Gegenteil. Die Sonne strahlte vom Himmel und ließ das Herbstlaub in den unterschiedlichsten Farben leuchten. Doch aufgrund der Corona-Pandemie waren es nur wenige Alsfelder, die an diesem Sonntag ihren Weg zum Ehrenmal auf dem Alsfelder Friedhof fanden.

Mit Abstand und Maske stellten Mitglieder der Reservistenkameradschaft eine Ehrenwache.
Mit Maske, Abstand und in kleinem Kreis, gedachten sie an diesem stillen Gedenktag den Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft. Mitglieder der Reservistenkameradschaft stellten dabei eine Ehrenwache, Kränze wurden niedergelegt und die Gedenkfeier vom evangelischen Posaunenchor musikalisch begleitet.
„Es ist wichtig, dass wir diesen Tag als Gedächtnis an all die Opfer von Krieg, Verfolgung, Verletzung, Vertreibung und Unrecht gedenken“, eröffnete Bürgermeister Stephan Paule seine Ansprache an diesem stillen Feiertag und gab einen kleinen Einblick in die Geschichte des Volkstrauertages. Wurde früher an die getöteten deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs erinnert, wird heute an alle Toten von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht und die Wichtigkeit des Friedens betont. „Der Friede ist eine der Grundkonstanten unseres Heimatlandes“, so der Rathauschef.
Dieser Gedenktag, so sehr die Ereignisse der Weltkriege doch im dunkel der Geschichte zu verblassen drohen, rufe uns immer wieder ins Gedächtnis, wie wichtig das Gedenken nicht nur an die Toten der Weltkriege, sondern auch an die Opfer von politischer Gewalt und Verfolgung sei.
Anschließend übernahm Arthur Schnitzer vom VdK Alsfeld das Wort: „Der Volkstrauertag hat im VdK eine lange, sehr geachtete Tradition. Deshalb haben wir uns entschlossen, ihn auch in diesem Jahr zu begehen, trotz Corona, aber unter besonderen Bedingungen und Sicherheitsvorkehrungen“. Ein Dreiviertel Jahrhundert sei es nun her, dass der schlimmste Krieg der Menschheitsgeschichte mit, so Schnitzer, schätzungsweise 60 Millionen Toten beendet wurde. „Seit 75 Jahren leben wir, Gott sei Dank, in Frieden“, betonte er.

Der Evangelische Posaunenchor spielte auf Abstand.
An diesem Tag erinnere man sich mit großen Respekt an die vielen Frauen und Männer, die sich nach 1954 dem Frieden und nicht dem Krieg oder der Rache verschrieben haben. „Viele unserer Gründerväter – und mütter haben sich in dieser Situation zusammengeschlossen, um anderen zu helfen. Sie haben sich um die Opfer, die Versehrten und Hinterbliebenen gekümmert. Die Geschichte unseres Sozialverbandes ist auch eine Erfolgsgeschichte der Menschlichkeit“, so Schnitzer und überließ Pfarrer Theo Günther das Rednerpult.
„Herr, segne uns und behüte uns und all die leiden und leiden mussten – unter Gewalt, Terror und Krieg, unter Unrecht und Verfolgung unter Hass und Menschenverachtung und Machtmissbrauch“, sprach Günther zum Abschluss der Gedenkfeier zu Gott. Er bat ihn, den Menschen gegenüber gnädig sein, auch denen gegenüber, die Schuld auf sich geladen haben, wissentlich oder unwissentlich, die Gewalt ausgeübt haben und die, die es noch tun – sei es aus Pflichtgefühl, aus Verblendung und Wahn, aus Dummheit oder Ausweglosigkeit.
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Wir Leben doch nicht im Frieden, belügt euch nicht sebst.Es ist gleich ob 60 Millionen oder 60 Frauen und Kinder umgebracht werden .Und nicht vergessen das wir es waren die das Angerichtet haben, und nicht die anderen.Wer mit Panzer und Gewehren durch die Welt geht hat nichts gelehrt.