
Kunststoffbahn, Wasserrutsche und MinigolfSo sollen Erlenbad und Erlenstadion aufgemöbelt werden
ALSFELD (ls). Eine Minigolfanlage, ein neue Rutsche, der Umbau der Sauna, neue Umkleiden, eine neue Zaunanlage und eine neue Kunststoffbahn: Mit dem Erlenbad und dem Erlenstadion möchte sich die Stadt Alsfeld bei einem Bundesprogramm bewerben, um Förderungen für verschiedene Projekte zu bekommen. Ideen im Wert von 10,61 Millionen Euro könnten dabei realisiert werden.
Ein Förderprogramm, zwei städtische Einrichtungen und viele Projekte waren der Gegenstand zweier Magistrats-Anträge an die Stadtverordneten in deren Sitzung am Donnerstag. Mit zahlreichen Vorgaben im Erlenbad und im Erlenstadion möchte sich die Stadt am Bundesprogramm zur Sanierung von kommunalen Einrichtungen in den Bereichen Sport, Soziales und Kultur bewerben.
Dabei sollen vor allem Projekte mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung und mit einer „sehr hohen Qualität im Hinblick auf ihre Wirkung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Integration in der Kommune“ gefördert werden. Gleichzeitig sollen sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und ein hohes Innovationspotenzial haben. Der Schwerpunkt soll auf der Förderung von Sportstätten liegen. Die Projekte sollen zu „deutlichen stadtentwicklungspolitischen Impulsen“ beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration fördern.
Durch die Förderung sollen vor allem Projekte gefördert werden, durch die „Probleme von erheblicher finanzieller Dimension“ gelöst werden. Mit den Einzelprojekten Im Erlenbad und im Erlenstadion beläuft sich die Gesamtsumme der Stadt auf 10,61 Millionen Euro – etwas über 8,8 Millionen Euro für das Erlenbad und fast 1,8 Millionen Euro für das Erlenstadion.
13 Einzelmaßnahmen für das Erlenbad, drei für das Erlenstadion
„Ich habe die Verwaltung beauftragt, erst einmal alles aufzulisten, was an Arbeiten notwendig ist und auch das, was schön wäre, wenn es gemacht werden würde“, erklärte Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule vor dem Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend. Dabei sei natürlich noch nicht klar, welche Maßnahmen gefördert würden, denn durchaus würden hier auch Dinge auf der Liste stehen, die schön, allerdings nicht zwingend notwendig seien und die dann gegebenenfalls auch nicht gefördert würden.
Dennoch sei es die richtige Entscheidung gewesen, alles aufzuschreiben, da all das Dinge seien, die irgendwann gemacht werden müssten. „Aus diesem Grund ist die Sanierung im Bestand das Mittel der Wahl, auf das wir seit Langem setzen“, erklärte Paule und deutete an, dass es nichts bringe im Bestand auf Verschleiß zu fahren, da ein möglicher Ersatzbau in der Zukunft deutlich mehr kosten würde.
Insgesamt zwölf Einzelmaßnahmen für das Erlenbad sollen auf einer Art „Wunschliste“ eingereicht werden. Von einer Erneuerung der Hallenbadrutsche, über die Sanierung der Außenanlage inklusive einer Minigolf-Anlage, einer Sanierung der Umkleiden im Freibad und neuen Heizkesseln im Hallenbad, stehen ebenfalls solche Projekte wie ein neues Kassen- und Zutrittssystem oder aber die Sanierung des Freibades in der Aufzählung. Der Komplettum- und ausbau der Sauna, der Umbau der Gebäudetechnik und die Sanierung des Freibades würden am meisten kosten.
An Eigenmittel müssten dabei letztendlich noch über 4,8 Millionen Euro aufgebracht werden. Zusätzlich zu diesem Programm wird das Erlenbad ebenfalls am Bundesprogramm „Swim“ beworben. Sollte man von beiden Programmen eine Zusage bekommen, werde die mit der höheren Förderquote genommen.
Für das Erlenstadion sind es drei Projekte, mit denen sich beworben wurde – und dabei kommt man, inklusive der Planungskosten, auf fast 1,8 Millionen Euro. Der größte Posten beläuft sich hier auf eine neue Kunststoffbahn einschließlich einer Beregnungsanlage für fast 1,5 Millionen Euro. Weiter soll der Hang saniert und die Zaunanlage erneuert werden. 979.000 Euro müsste die Stadt Alsfeld an eigenen Mitteln aufbringen, die noch einmal zu 50 Prozent mit dem Vogelsbergkreis geteilt werden würden.
Gesprächsbedarf im Ausschuss
Welche Einzelmaßnahmen dann aber tatsächlich verwirklicht werden, hängt von der Förderung ab. Gefördert werden 45 Prozent der Investitionssummen, der Rest müsste dann von der Stadt als Eigenmittel aufgebracht werden – und genau diese Eigenmittel sorgten bereits im Ausschuss für Gesprächsbedarf.
Dabei befürchtete der SPD-Stadtverordnete Frank Schmidt eine potentielle finanzielle Schieflage. „Am Ende steht immer die Frage: Sind Investitionen erforderlich oder nicht?“, erklärte Paule. Die sehe die Verwaltung, um dem Verschließ entgegenzuwirken. Irgendwann würde man die Investition so oder so machen müssen. Dem stimmte auch CDU-Fraktionschef Alexander Heinz zu, der das Bad mit den Investitionen attraktiv für die Region halten will, wie er sagt. Er hob die Bedeutung des Erlenbades für die umliegenden Kommunen nochmals hervor, die demnach das Erlenbad alle zum Schwimmunterricht der Schulen nutzen.
Stadtparlament stimmt beiden Anträgen zu
Am Ende wurden die beiden Anträge vom Ausschuss zur Annahme an die Stadtverordneten empfohlen. Im Stadtparlament wurden sie schließlich einstimmig angenommen. Großen Diskussionen blieben aus. „Das ist eine große Chance und wir hoffen, dass sie in einem großen Umfang genehmigt werden“, beschrieb Paule die Förderung nochmals.
Besonders mit Blick auf das Erlenbad und den hohen Eigenanteil der Stadt betonte Paule, dass derzeit noch andere Förderanträge laufen würden – sollte es hier zu Bewilligungen kommen, dann würden die Maßnahmen aus der „Wunschliste“ rausfallen. Dennoch sei es wichtig, diese Maßnahmen anzugehen und das Bad nicht seinem Verschleiß zu überlassen. Dennoch sei es wichtig, dass man nun diese Weiche stelle. „Wenn wir die Förderung bekommen, dann machen wir aus einem Euro zwei“, sagte der Rathauschef.
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