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Das tapfere Schneiderlein ist das diesjährige WintermärchenMehr als nur Sieben auf einen Streich

ALSFELD (tsz). Hungrige Fliegen, wütende Riesen, ein wildes Wildschwein und ein angriffslustiges Einhorn: Das klingt nicht nur nach großem Abenteuer, sondern auch nach einem guten Stoff für ein spannendes Märchen. Nicht umsonst ist genau das der Stoff für das diesjährige Wintermärchen in Alsfeld.

Ein Märchen mit Fliegen, Riesen, Wildschweinen und einem Einhorn – und dennoch kennt den Namen der Geschichte ein jeder, der mit den Märchen der Gebrüder Grimm im Ohr groß geworden ist. Spricht man allerdings von sieben Fliegen, dann fällt es den meisten wie Schuppen von den Augen: Sieben auf einen Streich – das tapfere Schneiderlein. Moment mal, stimmt das denn? War es nicht eher mutig? Oder doch tapfer? Die Gebrüder Grimm sind sich jedenfalls nicht einig, ob sie die Geschichte denn so richtig gehört haben.

Das mögliche Missverständnis hat sich das Team des Alsfelder Wintermärchens dieses Jahr zum Anlass genommen, um das Märchen an der ein oder anderen Stelle etwas abzuändern. „Wer das Märchen kennt, der erkennt auch auf jeden Fall die Figuren und der rote Faden von dem Urmärchen zieht sich auch durch unser Stück“, erzählt die Intendantin und Autorin des Stückes Johanna Mildner. Zusammen mit Jenny Wagner hat sie der Geschichte der Märchenbrüder für die Bühne neues Leben eingehaucht – und ihm dabei so einige Eigenheiten mitgegeben. Schon beim Lutherspektakel vor zwei Jahren und ihrem Stück „Hallo ich bin’s“ haben die beiden ihre Ideen und Vorstellungen auf die Bühne bringen können, jetzt haben sie das diesjährige Wintermärchen zusammen geschrieben.

Was Pippi Langstrumpf und das Schneiderlein gemeinsam haben

„Dann haben wir uns zusammengesetzt und saßen und haben geschrieben, haben gelacht und ich glaube wir hatten gute Ideen“, beschreibt Johanna den Weg zum fertigen Skript. Für eine ihrer Lieblingszeilen haben die beiden kreativen Köpfe Pippi Langstrumpf zu Rate gezogen: „Ich habe es noch nie gemacht, aber ich bin mir sicher, ich bin gut darin“, zitiert Jenny Wagner die letzte Zeile ihres eigenen Bühnenskriptes.

Ein Blick auf die Kostüme.

Und diese letzte Zeile ziehe sich auch durch das ganze Stück, kommt doch das Schneiderlein in der Grimm’schen Originalfassung immer wieder in genau solche Situationen. Egal ob hungrige Fliegen, wütende Riesen, ein wildes Wildschwein oder ein angriffslustiges Einhorn: Das Schneiderlein versucht immer das beste aus einer Situation zu machen, die er oder sie nicht kennt. „Mit einer positiven Einstellung dem Leben gegenüber“, fasst Wagner den Charakter der Hauptfigur zusammen.

Wer das Schneiderlein in diesem Jahr spielen wird, das wurde noch nicht verraten. Aber im Ensemble stehen viele zur Auswahl: Ganze elf Personen, Wagner eingeschlossen, sind derzeit schauspielerisch mit dem Wintermärchen beschäftigt. „Einige davon sind sogar doppelt besetzt“, erzählt Mildner. Das bedeutet: Viele Darsteller spielen verschiedene Charaktere. Etwa zwanzig Rollen sollen im Dezember auf der Bühne der Stadthalle dann Leben eingehaucht werden.

Kleider machen Charaktere

Und die müssen auch wieder alle eingekleidet werden. Dafür steht auch in diesem Jahr Ruth Henkel mit Nadel und Faden tatkräftig zur Seite. „Die Figuren sollen aus der Zeit gesprungen aussehen, aber es muss schließlich doch funktional sein“, erzählt Henkel während sie Skizzen der Kostüme für die Gebrüder Grimm präsentiert. Ein Frack aus Wolle, eine kleine Schleife am Kragen, maßgeschneiderte Hosen, der Look der beiden aus Hanau stammenden Brüder. Über 50 Stunden Arbeit verstecken sich dabei hinter jedem Kostüm. „Ich hab das wirklich vor Augen, wie das aussieht und kann dann das so hinzeichnen. Das verändert sich dann mit der Zeit schon ein bisschen, aber im Großen und Ganzen habe ich das schon so vor Augen“, erklärt Henkel ihre Inspiration.

Aber nicht nur Klamotten sich wichtig, um die Illusion der märchenhaften Welt für die Zuschauer aufrecht zu erhalten. Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein mit Liebe zum Detail gestaltetes Bühnenbild. Was genau geplant ist, dass verrät uns Inge Zuschlag noch nicht. Aber ein paar kleine Dinge gibt uns die Verantwortliche für das Bühnenbild dennoch mit: „Es gibt zum Beispiel einen Wald mit echten Bäumen. Das andere wird noch nicht verraten, es soll ja noch spannend bleiben“.

Ein Wald mit echten Bäumen wird es auf der Bühne geben.

Von der Bühne zum Gebäude, in dem die Bühne steht, freut sich auch Jasmine Führ, vertretend für die Stadthalle Alsfeld, denn diese wird in diesem Jahr wieder als Veranstaltungsort für das Wintermärchen zur Verfügung stehen.

„Die Leute fragen dann: ‚Macht ihr dieses Jahr wieder ein Weihnachtsmärchen?‘ Und das nicht im Herbst, sondern schon im Sommer“, erzählt Mildner voller Enthusiasmus. Laut Bürgermeister Paule und dem Organisator Michael Seum sind auch schon die ersten beiden Schulvorstellungen komplett ausverkauft, die darauffolgenden beiden sind es fast. „Jetzt hoffen wir auf eine ähnlich gute Nachfrage für die öffentlichen Veranstaltungen am 21., 22. und 27. Oktober jeweils um 15 Uhr“, ergänzt Johanna Mildner. „Die Tickets sind ab sofort erhältlich“. Das spricht für den Erfolg des nunmehr zum achten Mal stattfindenden winterlichen Schauspieles. „Wir haben es nicht nur lieb gewonnen, sondern es ist auch zur Tradition geworden“, unterstreicht Paule die Bedeutung der Aufführungen für Alsfeld.

 

Vorstellungen und Tickets

Samstag, 21.12. um 15:00 Uhr – zum OL-Ticketshop

Sonntag, 22.12. um 15:00 Uhr – zum OL-Ticketshop

Freitag, 27.12. um 15:00 Uhr – zum OL-Ticketshop

Tickets gibt es außerdem im OberhessenLive-Ticketshop im Ludwig im Alten Postamt, in der Buchhandlung Leseswert, im Tourist Center Alsfeld sowie bei der VR Bank Hessenland.

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