
Wenn sich Rauch und Staub legen: „Herren der Asche II“Zeltlager Landenhausen wird bei Herren der Asche II zur Tabletop Welt
LANDENHAUSEN (ol). Für einen Tag verwandelte sich das Zeltlager Landenhausen in die „Stadt der Verdammten“. Zwischen verwinkelten Gassen, zerfallenen Häusern und detailreichen Miniaturlandschaften kämpften die Teilnehmer von „Herren der Asche II“ um Ruhm, Siegpunkte und das Überleben ihrer Kriegerbanden. Das Mortheim-Turnier zeigte, dass Tabletop weit mehr sein kann als Würfel und Spielfiguren: Es verbindet Strategie, Modellbau, Malerei und eine lebendige Gemeinschaft.
Rauch liegt über den Ruinen, hinter zerbrochenen Mauern lauern Krieger und irgendwo zwischen einer ausgebrannten Häuserzeile und einer zerfallenen Kathedrale fällt die nächste Entscheidung. Was wie die Kulisse eines düsteren Fantasyfilms wirkt, spielt sich tatsächlich auf wenigen Quadratmetern Tischfläche ab. Zwischen den Ruinen schien die Grenze zwischen Spieltisch und Erzählung für einen Moment zu verschwimmen. Dunkle Türme ragten über enge Gassen, während Schatten über Mauern und Dächer wanderten. In den Winkeln der Stadt lagen kleine Schätze verborgen, und hinter jeder Ecke konnte der nächste Gegner warten. Das gedämpfte Licht verlieh den Kulissen etwas Geheimnisvolles, beinahe Unwirkliches. So entstand aus bemaltem Holz, Kunststoff und Farbe eine Welt, die wie ein aufgeschlagenes Kapitel einer alten, düsteren Chronik wirkte.
Bei „Herren der Asche II“ wurde das Zeltlager Landenhausen zum Schauplatz einer Welt, die ihre Teilnehmer selbst erschaffen hatten. Auf den Spieltischen standen aufwendig gestaltete Ruinen, verwinkelte Straßenzüge, Türme und Gebäude. Dazwischen bewegten sich die nur wenige Zentimeter großen Kriegerbanden von Mortheim, berichtet PS Media in einer Pressemitteilung.
Von der Miniatur zum Charakter
Mortheim gehört zur Welt der Tabletop-Spiele. Statt großer Armeen treten überschaubare, individuell zusammengestellte Kriegerbanden gegeneinander an. Jede Figur verfügt über eigene Fähigkeiten, Ausrüstung und eine besondere Aufgabe innerhalb der Gruppe. Bevor ein solcher Kämpfer erstmals auf dem Spieltisch steht, liegen häufig viele Stunden Arbeit hinter seinem Besitzer. Die Figuren werden zusammengebaut, verändert, grundiert und Schicht für Schicht bemalt. Rüstungen erhalten Gebrauchsspuren, Waffen Rosteffekte und selbst kleinste Gesichter werden sorgfältig ausgearbeitet. Damit trägt jede Bande sichtbar die Handschrift ihres Spielers.
Vier Spiele – eine fortlaufende Kampagne
Bei „Herren der Asche II“ wurden insgesamt vier Partien nach dem Kampagnenprinzip ausgetragen. Die Ereignisse einer Partie wirkten sich dabei auf den weiteren Verlauf des Turniers aus. Zwischen den Missionen konnten die Spieler ihre Banden weiterentwickeln, Beute verwalten und die Folgen erlittener Verletzungen berücksichtigen.
Bewegungsreichweiten und Entfernungen wurden präzise mit dem Maßband bestimmt, Positionen sorgfältig gewählt und mögliche Reaktionen des Gegners vorausgedacht. Dann kam der Würfel – und mit ihm jener Moment, in dem sich selbst ein gut vorbereiteter Plan innerhalb weniger Sekunden verändern konnte.
Das sorgte für konzentrierte Blicke, taktische Diskussionen und manches ungläubige Lachen, wenn ein Würfelergebnis sämtliche Erwartungen über den Haufen warf. Gerade diese Mischung aus Planung, Zufall und fortlaufender Geschichte macht den besonderen Reiz von Mortheim aus.
Wenn Strategie und Kunst ausgezeichnet werden
Am Ende wurden die Leistungen des Turniertages ausgewertet. Den Gesamtsieg sicherte sich Matthias Burhenne. Auf dem zweiten Platz folgte Marcel Pamir, während Fabian Spielmann den dritten Rang belegte. Für die Erstplatzierten warteten eigens gestaltete Trophäen in Gold, Silber und Bronze. Doch nicht nur die Ergebnisse auf dem Spieltisch wurden gewürdigt. Die Auszeichnung „Best Painted Warband“ und damit den Sieg im Malwettbewerb erhielt Steven Hartmann. Hier stand jene Arbeit im Mittelpunkt, die lange vor dem Turnier beginnt: Bemalung, Umbauten und die Gesamtwirkung einer vollständigen Kriegerbande.
Eine Gemeinschaft über das Turnier hinaus
Mit Guido Hilgert, Inhaber der Trollbox in Marbach, war zugleich ein Ansprechpartner aus der regionalen Tabletop- und Rollenspielszene vor Ort. Das gemeinsame Abschlussbild zeigte, wie viele Menschen hinter den kleinen Kriegerbanden stehen. Was auf dem Tisch als erbitterte Schlacht beginnt, endet außerhalb der Spielfläche häufig mit einem Lachen, einem Gespräch und der nächsten gemeinsamen Idee.
Wer selbst neugierig geworden ist, kann sich bei der Trollbox über Pen-and-Paper-Rollenspiele, Fantasy- und Tabletop-Spiele sowie Spielsysteme von Games Workshop wie Warhammer 40.000 informieren. Auch der kleine Spieleclub in Marbach bietet die Möglichkeit, Ansprechpartner und Mitspieler kennenzulernen und Anschluss an eine bestehende Community zu finden – unabhängig davon, ob bereits Erfahrung vorhanden ist oder das Hobby gerade erst entdeckt wird.
Wenn sich am Ende Rauch und Staub legen, bleiben deshalb nicht nur Ergebnisse und Pokale zurück – sondern vor allem die Erinnerung an einen Tag, an dem Landenhausen für einige Stunden zur Stadt der Verdammten wurde.
Fotos: Stock/PS Media
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