
Historische Bilder regen im Haus Stephanus Gespräche über Kindheit und Freizeit anVon Sylt, Wannsee und Sommertagen
ALSFELD (ol). Mehr als 20 Bewohner des Hauses Stephanus in Alsfeld haben bei einem offenen Stammtisch Erinnerungen an Kindheit, Urlaub und frühere Freizeitgewohnheiten ausgetauscht. Historische Fotografien aus den 1950er- bis 1970er-Jahren dienten dabei als Gesprächsimpulse. Der Nachmittag knüpfte an das biografische Projekt „Zeitreise durchs Leben“ an, bei dem Lebensgeschichten, persönliche Werte und Erfahrungen im Mittelpunkt stehen.
Wie lernte man früher schwimmen? Welche Spiele gehörten zur Kindheit? Und wo verbrachte man heiße Sommertage? Solche Fragen standen diesmal am Anfang des offenen Stammtischs im Haus Stephanus, heißt es in der Pressemitteilung der Alsfelder Einrichtung.
Historische Fotografien aus den 1950er- bis 1970er-Jahren dienten als Gesprächsimpulse. Sie zeigten unter anderem Kinder beim Stelzenlaufen, bei Bewegungsspielen und sommerlichen Freizeitaktivitäten. Die Bilder gaben keine feste Gesprächsrichtung vor. Die Bewohnerinnen und Bewohner entschieden selbst, welche Erinnerungen sie aufgreifen und miteinander teilen wollten.
Besonders die Frage nach dem Schwimmen entwickelte eine eigene Dynamik. Die Erinnerungen führten an unterschiedliche Orte: nach Sylt, an den Berliner Wannsee und an die Schwalm. Aus einzelnen Erzählungen entstanden weitere Fragen, Vergleiche und humorvolle Anekdoten. Dabei ging es um Kindheit und Urlaub, Schule und frühere Freizeitgewohnheiten.
Mehr als 20 Bewohnerinnen und Bewohner waren der Einladung gefolgt. Zum Stammtisch gab es selbst gebackene Quark-Sahne-Schnitten, Kaffee, Bier und alkoholfreie Getränke. Auf Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner ergänzte das Betreuungsteam das Angebot um sommerliche Mixgetränke. Kreationen mit Namen wie „Rote Liebe“ und „Heiterer Sonnenschein“ sorgten für zusätzlichen Gesprächsstoff.
Für Projektkoordinatorin Minh Luis gehört es zu einer personenzentrierten Alltagsgestaltung, solche spontanen Wünsche aufzugreifen. Freizeitangebote sollen deshalb nicht ausschließlich einem festgelegten Wochenplan folgen. Auch Interessen, biografische Erfahrungen und die jeweilige Situation der Bewohnerinnen und Bewohner fließen in die Gestaltung ein.

Foto: MinhLuis/GFDE/Haus Stephanus
Luis entwickelt und koordiniert die projektbezogenen Freizeitaktivitäten gemeinsam mit dem Betreuungsdienstteam des Hauses Stephanus. Den Stammtisch bereiteten die Betreuungskräfte Diana Rabe und Inge Haber vor und begleiteten ihn. Dazu gehörten die Bewirtung, die Gesprächsimpulse und die Unterstützung der Bewohnerinnen und Bewohner während des Nachmittags.
Anknüpfung an „Zeitreise durchs Leben“
Inhaltlich knüpfte der Stammtisch an das biografische Projekt „Zeitreise durchs Leben“ an. Es ist eine Initiative innerhalb des Projektverbunds „Wertvolle Wege: Denkanstöße mit Herz und Verstand“. Im Mittelpunkt stehen Lebensgeschichten, persönliche Werte, Erfahrungen und Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner.
Nach dem Konzept des Projekts geht es dabei nicht allein um biografische Daten. Von Interesse ist auch, welche Bedeutung frühere Erfahrungen für einen Menschen heute besitzen. Ein Foto, ein vertrauter Ort oder eine Frage nach dem Schwimmen können dafür Gesprächsanlässe schaffen.
Der Stammtisch bietet einen alltagsnahen Rahmen dafür. Erinnerungen werden nicht nach einem festen Fragenkatalog abgearbeitet. Sie entwickeln sich aus dem Gespräch. Die Bewohnerinnen und Bewohner bestimmen dabei selbst, was sie erzählen und wie weit sie ein Thema vertiefen möchten.
Der offene Stammtisch richtet sich bewusst an Frauen und Männer. Unterschiedliche Lebenswege treffen damit an einem Tisch zusammen. Für neu eingezogene Bewohnerinnen und Bewohner bietet die Runde zugleich eine Möglichkeit, andere Menschen im Haus kennenzulernen. Gespräche entstehen ohne formelle Vorstellungsrunde.

Foto: MinhLuis/GFDE/Haus Stephanus
Auch für das Betreuungsteam ergeben sich daraus Anknüpfungspunkte für weitere Angebote. Interessen, Erfahrungen und persönliche Vorlieben werden im Gespräch sichtbar. Nicht jedes Angebot erreicht schließlich jeden Menschen in gleicher Weise.
Humor gehörte an diesem Nachmittag ebenfalls dazu. Zum Abschluss sorgte eine Geschichte rund um ein Grillfest für viel Gelächter.
So endete ein Stammtisch, der mit Kuchen, historischen Fotos und einfachen Fragen begonnen hatte. Daraus entstanden Gespräche über Orte, Menschen und Erlebnisse, die zum Leben der Bewohnerinnen und Bewohner gehören.
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