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Neue Wohnformen für FeldatalBürgerliste Feldatal legt Wohn und Siedlungsstrategie bis 2035 vor

FELDATAL (ol). Die Gemeindevertretung Feldatal berät am 10. September über die Wohn- und Siedlungsstrategie „Feldatal 2035“. Sie soll einen Rahmen für die langfristige Entwicklung der Gemeinde als Wohnstandort schaffen und dabei Innenentwicklung und neue Wohnformen verbinden. Als mögliches Pilotprojekt soll eine kleinere modulare Wohnsiedlung geprüft werden. Hintergrund sind der Bevölkerungsrückgang und veränderte Anforderungen an Wohnraum.

Feldatal steht bei der zukünftigen Entwicklung des Wohnstandortes vor einer besonderen Aufgabe. In den vergangenen drei Jahrzehnten ist die Einwohnerzahl der Gemeinde deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an das Wohnen: Junge Familien suchen bezahlbaren Wohnraum, ältere Menschen benötigen zunehmend kleinere und möglichst barrierearme Wohnungen, und auch für Pendler kann das Leben im ländlichen Raum wieder attraktiver werden, heißt es in der Pressemitteilung der Bürgerliste Feldatal.

Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine neu erarbeitete Wohn- und Siedlungsstrategie „Feldatal 2035“, die in der kommenden Sitzung der Gemeindevertretung am 10. September beraten werden soll.

Die Zahlen zeigen zunächst eine klare Entwicklung: 1996 lebten noch 3.124 Menschen in Feldatal, Ende 2025 waren es 2.369. Das entspricht einem Rückgang von 755 Einwohnern beziehungsweise 24,2 Prozent. Die Entwicklung verlief dabei in den einzelnen Ortsteilen unterschiedlich.

Gleichzeitig gibt es Anzeichen dafür, dass die Frage nach neuem Wohnraum nicht einfach mit dem Bevölkerungsrückgang erledigt ist. Auf dem Immobilienmarkt im Vogelsberg hat sich die Nachfrage zuletzt wieder belebt. Feldatal liegt zudem nur rund 15 Kilometer vom Wirtschaftsstandort Alsfeld entfernt. Nach Angaben der Strategie stehen derzeit lediglich drei gemeindliche Baugrundstücke zur Verfügung.

Die vorgelegte Strategie versteht sich deshalb nicht als Forderung nach möglichst vielen neuen Baugebieten. Vielmehr soll sie einen Rahmen dafür schaffen, wie sich Feldatal langfristig als Wohnstandort entwickeln kann.

Ein Schwerpunkt bleibt dabei die Innenentwicklung: Leerstände sollen aktiviert, Baulücken genutzt und bestehende Ortskerne gestärkt werden. Gleichzeitig soll aber auch frühzeitig geprüft werden, welche Flächen langfristig für eine maßvolle Wohnentwicklung geeignet sein könnten.

Interessant ist insbesondere der Blick auf neue Wohnformen. Neben klassischen Einfamilienhäusern nennt die Strategie unter anderem kleinere Grundstücke, barrierefreie Bungalows, Mehrgenerationenwohnen, Tiny Houses und Modulhäuser.

Gerade daraus könnte ein erster konkreter Schritt entstehen: Angedacht ist, die Entwicklung einer kleineren modularen Wohnsiedlung als Pilotprojekt zu prüfen. Dabei soll zunächst untersucht werden, ob und wo ein solches Projekt in Feldatal sinnvoll umgesetzt werden könnte. Fragen nach einem geeigneten Standort, den planungsrechtlichen Voraussetzungen, möglichen Zielgruppen sowie Kosten und Finanzierung sollen dabei zunächst geklärt werden.

„Wir wollen heute nicht das nächste große Baugebiet beschließen. Wir wollen uns vielmehr die Frage stellen, ob Feldatal bereit ist, wenn Menschen sich bewusst für unsere Gemeinde als Wohnort entscheiden“, erklärt Timo Wagner, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste Feldatal.

Die Strategie verweist dabei auch auf Beispiele anderer ländlicher Kommunen. Dort wurden unter anderem Tiny-House-Quartiere, kleinere Wohnformen oder Wohnbauprojekte gemeinsam mit privaten Entwicklungspartnern umgesetzt. Die Beispiele sollen ausdrücklich nicht eins zu eins auf Feldatal übertragen werden, sondern zeigen, welche Möglichkeiten grundsätzlich bestehen.

Letztlich geht es damit um eine Frage, die weit über die Ausweisung einzelner Bauplätze hinausgeht: Welche Wohnangebote braucht Feldatal in zehn Jahren – und wie kann die Gemeinde heute die Voraussetzungen dafür schaffen?

Die Wohn- und Siedlungsstrategie „Feldatal 2035“ soll hierzu einen Orientierungsrahmen geben. Ziel ist es, Innenentwicklung, neue Wohnformen und eine vorausschauende Entwicklung miteinander zu verbinden und dabei die unterschiedlichen Potenziale aller sieben Ortsteile zu berücksichtigen.

Die Beratung in der Gemeindevertretung findet am 10. September im Dorfgemeinschaftshaus Köddingen statt.

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