
Erinnerungskultur im Vogelsberg im FokusJunge Union Vogelsberg besucht ehemalige Muna Hartmannshain
BERMUTSHAIN/VOGELSBERGKREIS (ol). Mitglieder der Jungen Union Vogelsberg haben die ehemalige Luftmunitionsanstalt Hartmannshain und das Muna-Museum in Bermuthshain besucht. Unter Führung des Historikers Carsten Eigner informierten sie sich über die Geschichte des Areals während des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges. Die Junge Union betont die Bedeutung der ehemaligen Muna als Ort der regionalen Erinnerungskultur.
Sie gehört zu den bedeutenden Relikten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges aber auch des Kaltes Krieges im Vogelsbergkreis: Die ehemalige Luftmunitionsanstalt Hartmannshain, kurz „Muna“, im Oberwald in Grebenhain, die jetzt Mitglieder der Jungen Union Vogelsberg besuchten. Im Mittelpunkt standen dabei die Geschichte des weitläufigen Areals und die Bedeutung der Anlage für die regionale Erinnerungskultur, die im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer Bahnanbindung über die ehemalige Oberwaldbahn und dem Knotenpunkt Hartmannshain zur Strecke nach Birstein zum Munitionstransport genutzt wurde, so heißt es in der Pressemitteilung der Jungen Union.
Unter fachkundiger Führung von Carsten Eigner vom Förderverein Muna-Museum Grebenhain, der sich mit der Geschichte der Muna wissenschaftlich beschäftigt, erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen umfassenden Einblick in die historische Entwicklung des Geländes. Der studierte Historiker Eigner erläuterte dabei die Entstehung und Nutzung der Luftmunitionsanstalt von 1936 bis 1945, sowie die Spuren, die bis heute auf dem Gelände erhalten geblieben sind. Während dieser Zeit wurden zunehmend Zwangsarbeiter etwa aus der damals von der Wehrmacht besetzten Ukraine eingesetzt.
„Gerade an einem historischen Ort wie der Muna wird deutlich, wie wichtig es ist, Geschichte vor Ort erlebbar zu machen und sich mit ihr auseinanderzusetzen“, erklärte JU-Kreisvorsitzender Joshua Östreich. Der Besuch habe eindrucksvoll gezeigt, welchen Wert die Aufarbeitung regionaler Geschichte für die heutige Generation habe. Das rund 176 Hektar große Muna-Areal wurde 1945 durch alliierte Luftangriffe und Selbstsprengung weitgehend zerstört: Nach dem Krieg wurde in einem Teilbereich Industrie und eine mittlerweile aufgelassene Fachklinik angesiedelt. Ab Ende der 1970er Jahre wurde ein NATO-Lager für Munition bis Anfang der 1990er Jahre im Zuge einer Abschreckungsstrategie des westlichen Verteidigungsbündnisses errichtet und betrieben. Heutzutage sind die die fast fünfzig Jahre alten Bunker aus dieser Zeit in dem eingezäunten Gelände an Privatpersonen, Firmen und Institutionen durch die Gemeinde Grebenhain vermietet.
An dem Rundgang nahmen neben JU-Mitgliedern auch die Landtagsabgeordnete Jennifer Gießler, der osthessische JU-Bezirksvorsitzende Philipp Mettler sowie der CDU-Kreisvorsitzende, Bürgermeister Hauke Schmehl aus Romrod, teil.
Bereits zuvor hatte eine Führung mit Carsten Eigner durch das Muna-Museum in der Alten Schule in Bermuthshain stattgefunden, bei dem den Mitgliedern der CDU-Nachwuchsorganisation die Geschichte der Muna durch ein jüngst angefertigtes Modell des Geländes, Videospots mit Zeitzeugenberichten und der Bombardierung sowie entschärfte Munition gezeigt werden
Die Junge Union Vogelsberg wolle mit mit dem Besuch ihr Interesse an der regionalen Geschichte und an einer lebendigen Erinnerungskultur unterstreichen, hob JU-Kreisvorsitzender Joshua Östreich hervor. Historische Orte wie die ehemalige Muna Hartmannshain seien wichtige Bestandteile der Geschichte der gesamten Region und sollten auch für kommende Generationen zugänglich und verständlich bleiben. Informationen über die Muna, Führungen dort und den Förderverein des Museums gibt es sowohl bei Wikipedia als auch unter www.muna-grebenhain.de.
Fotos: Apel
Auch interessant:










Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren