
Krug besucht Haus der KircheCaritas Vogelsberg erhält Anerkennung für soziale Arbeit in der Region
ALSFELD/VOGELSBERGKREIS (ol). Der Erste Kreisbeigeordnete Patrick Krug hat das Haus der Kirche in Alsfeld besucht und sich über die Arbeit der Caritas informiert. Im Mittelpunkt standen Beratungsangebote, Integrationsarbeit und die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. Krug würdigte das Engagement der Caritas für Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Hier wird Nächstenliebe gelebt – genauso wie es der Name „Caritas“ verspricht. Der kommt aus dem Lateinischen und bedeutet eben so viel wie Nächstenliebe oder Wertschätzung. Dass hinter der wohlklingenden Bezeichnung des weltweit größten Hilfswerks der katholischen Kirche ganz viel praktische Arbeit und Hilfestellung für Menschen in Not stecken, davon kann sich der Erste Kreisbeigeordneter Patrick Krug bei seinem Besuch im Alsfelder „Haus der Kirche“ überzeugen, wie es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung heißt. Die Caritas, das wird in dem ausführlichen Gespräch deutlich, packt genau dort an, wo Hilfe gebraucht wird, der freie Wohlfahrtsverband steht dabei auch in einer engen Kooperation mit verschiedenen Bereichen der Kreisverwaltung.
„Die allgemeine Lebensberatung ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit“, schildert Bereichsleiterin Renate Loth. Im gesamten Vogelsbergkreis ist der hoch qualifizierte Fachdienst tätig. Etwa 700 bis 800 Kontakte sind das allein in diesem Bereich pro Jahr. Und hinter jedem dieser Gespräche steht ein anderes menschliches Schicksal, das oft auch ganz praktische Hilfe benötigt. Zum Beispiel beim Ausfüllen von Anträgen. „Wir haben die Papierhelden ins Leben gerufen“, sagt Marion Dallmann. „Die helfen ehrenamtlich bei Anträgen auf Wohngeld, auf Kindergeld oder Kinderzuschlag.“ Mit K.U.L.T. (steht für Kontakt, Unterstützung, Leben und Treffpunkt) unterhält auch der Vogelsbergkreis eine solch kostenfreie und niederschwellige Beratungsstelle, „auch da sehen wir einen hohen Beratungsbedarf“, betont Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug, der die gute Zusammenarbeit mit dem freien Wohlfahrtsverband Caritas herausstellt.
Ein großes Thema in den Caritas-Beratungsgesprächen: die hohen Lebenshaltungskosten. Marion Dallmann ist schon ein wenig Angst, wenn die Nebenkostenabrechnungen kommen. „Es gibt viele Menschen, die das nicht mehr bezahlen können. Es gibt im Moment da keine Auswege – man merkt direkt die Schieflage“, so die Erfahrung der Caritas-Mitarbeiterin. Die Folge: Einige Menschen, die zu ihr kommen, fühlen sich überfordert mit all den Belastungen, befinden sich in einer psychosozialen Krise. „Es gibt einige Familien, die eine sehr intensive Beratung benötigen“, schildert Dallmann, die auch Hausbesuche macht oder ihre Klienten zu wichtigen Terminen begleitet.
Von einer „sehr, sehr intensiven Beratung“, spricht Renate Loth auch im Bereich der Migrationsberatung für Erwachsene. „Wir kümmern uns um alle Fragen der Integration“, fasst Kristina Zuev-Schwarz ihre Arbeit in einem Satz zusammen, hinter dem aber ganz viele Aspekte stehen. Was wird benötigt? Ein Sprachkurs? Ein Kita-Platz? Was hat der Klient in der Heimat gemacht? Wird sein Berufsabschluss hier anerkannt? Was braucht er, um hier arbeiten zu können? Wird der akademische Abschluss anerkannt? Fragen über Fragen, auf die Zuev-Schwarz Antworten gibt. Zuständig ist die Caritas auch für den Familiennachzug. „Das ist eine hochemotionale Sache und man benötigt ein enormes Fachwissen“, sagt Kristina Zuev-Schwarz und gesteht: „Manchmal ist es auch schwer auszuhalten, wie es den Menschen in diesen Situationen geht.“
„Es sind Menschenschicksale, die hinter unseren Fällen stehen“, betont auch Andrea Hornisch, die schon sehr lange im Jugendmigrationsdienst tätig ist. Dabei kann sie Projekte machen und Gruppenarbeit,sie kann jemanden bei Bedarf sehr intensiv betreuen und sie kann auch Beratung anbieten. In diesem Zusammenhang lobt sie die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. „Es ist ein ganz, ganz tolles Miteinander, da gehen Dinge, die bei anderen Monate dauern, in wenigen Tagen.“ Die Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde, mit dem Jobcenter und der Wohngeldstelle „klappt echt gut, wir wertschätzen das sehr“.
Es gibt viel zu erzählen an diesem Vormittag vom interkulturellen Männertreff, vom Sprachkreis, von der Fahrradwerkstatt, dem Schwimmkurs für afghanische Frauen, dem Garten der Begegnung oder derSchwangerenberatung. Positiv bewertet wird in diesem Zusammenhang der Bau eines Frauenhauses im Vogelsbergkreis. „Ja, ich bin sehr froh, dass das geklappt hat“, betont Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Krug. „Wir waren über Jahre der einzige Kreis, der kein Frauenhaus hatte und haben von der Solidarität der anderen Kreise gelebt.“
Insgesamt, so lobt er die Arbeit der Caritas, „machen Sie viel für die Region und die Menschen, die nicht jeden Tag auf der Sonnenseite stehen. Der Kreis könnte das nicht alleine leisten.“ Deshalb werden auch in Zukunft Gespräche und ein Austausch stattfinden. „Ich finde es wichtig, dass es solche Anlaufstellen gibt, die die Angebote in die Fläche bringen“, sagt Patrick Krug und sichert zu: „An den Stellen, an denen wir dazu beitragen können, Strukturen zu erhalten, machen wir das gerne.“
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