
Aufführungen von Tabaluga bis Schindlers Liste – Was läuft wann in Alsfeld?Wieder „Theater erleben“ für Kinder und Erwachsene – Das Programm
ALSFELD (aep). Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr kann man sich jetzt in Alsfeld auf eine Neuauflage der Reihe „Theater erleben“ freuen. Das Programm lädt wieder zu Theateraufführungen für Erwachsene, Familien und Kinder – im Programm gibt es natürlich auch ein neues Wintermärchen. Man darf sich auf hochkarätige Stücke freuen, und gleich das erste ist ein Highlight: „Schindlers Liste“.
Das liegt nicht nur am berühmten Stoff, der in Alsfeld auf die Bühne kommt, sondern auch am Ambiente der Aufführung: am 5. und 6. September im Rahmen der „3. Alsfelder Kellerwunder“ in der Alten Brauerei. Die Geschichte: Das Ehepaar Staehr macht auf dem Dachboden einen unglaublichen Fund: Einen Koffer voller Dokumente des Unternehmers Oskar Schindler. Gemeinsam lesen die beiden in den Briefen und tauchen ein in die unfassbaren Geschehnisse rund um Schindlers Firma im von den Nazis besetzten Krakau.

Eingeschneit. ©Christian Reiter
Eingeschneit: ein Stück zu Seelewärmen
Ein Stück zum Seelenwärmen folgt am 16. Oktober um 20 Uhr in der Alsfelder Stadthalle: „Eingeschneit“. Ein Blick in die Geschichte: Extreme Situationen erfordern extreme Maßnahmen – nach diesem Motto handelt die quirlige Seniorin Judith, als sie sich bei tosendem Schneesturm auf den weiten Weg zum nächsten Nachbarn macht, um das Unwetter nicht allein durchleben zu müssen. Patrick, der äußerst zurückgezogen lebt und jede Gesellschaft meidet, ist mit Judiths Einbruch in seine kleine geordnete Welt völlig überfordert. Schachspielen ist leichter!
Zwei Pole, die sich nicht mehr abstoßen können, treffen aufeinander. Zwei Lebenswege, die sich nie gekreuzt hätten, finden – vorsichtig und urkomisch – eine gemeinsame Sprache. Mit: Mona Seefried, 13 Jahre lang die Hauptrolle in „Sturm der Liebe“, bekannt aus Serien (Kino-)Filmen wie „Schule der magischen Tiere“. Peter Quilter hat mit „Eingeschneit“ ein Plädoyer für die Menschlichkeit geschaffen, rührend und zum Schreien komisch.
Tiefgründige Komödie: Miss Daisy und ihr Chauffeur“
Mit „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ folgt am 2. November ab 20 Uhr in der Stadthalle eine tiefgründige Komödie. Mit Doris Kunstmann, bekannt aus über 150 Filmen, Ron Williams und Hans Machowiak.
Aus der Geschichte: Atlanta, Georgia, 1948. Miss Daisy ist eine 72-jährige pensionierte Schullehrerin. Nachdem sie eines Tages mit ihrem Auto einen Unfall verursacht hat, kauft Sohn Boolie ihr einen neuen Wagen und engagiert vorsichtshalber den Schwarzen Hoke Coleburn als Chauffeur. Hoke, mit seinen 60 Jahren selbst nicht mehr der Jüngste, ist ein ruhiger, lebenskluger Mann und somit der ideale Gegenpart zur egozentrischen Miss Daisy, die sich hartnäckig weigert, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Mit Ausdauer und unbeeindruckt von mancher unfreundlichen Bemerkung der alten Dame schafft es Hoke schließlich, dass Miss Daisy in den Wagen einsteigt, und allmählich entsteht während der gemeinsamen Ausfahrten zwischen dem ungleichen Paar eine respektvolle Sympathie.
Das Stück war ein Sensationserfolg: Schon 1988, im Jahr der Uraufführung in Philadelphia, gab es den begehrten Pulitzerpreis. Die Hollywood-Adaption mit Jessica Tandy und Morgan Freeman von 1989 lockte nicht nur weltweit Millionen in die Kinos, sondern erhielt vier (!) Oscars, darunter einen für das Beste Drehbuch. Neben der Story ist es auch die Musik, die für Atmosphäre sorgt. Sie lässt uns eintauchen in die Welt des legendären Deep South der USA. Wie durch ein Brennglas betrachtet geben Miss Daisy und Hoke Coleburn den Blick frei auf eine schwierige Epoche, jedoch geschieht dies auf eine menschlich warme, bewegende und sehr unterhaltsame Weise.
Das Wintermärchen „Das kleine Meermädchen“
Rund um die Weihnachtszeit folgt das Alsfelder Wintermärchen mit dem Stück „Das kleine Meermädchen“ In diesem von der Regisseurin Johanna Mildner eingestudierten Märchen geht es um Lori. Sie will mehr als nur Meer. Wie es sich wohl anfühlt, auf zwei Beinen laufen zu können? Sonne, Mond und den Himmel auf Erden zu spüren und die Menschen kennenzulernen? Sie schließt einen Pakt mit der Meerhexe und bekommt Beine zum Laufen. Muss dafür aber ihre Stimme hergeben! Und so beginnt ihr Abenteuer über Wasser. Die Aufführungen finden statt am 3., 20., 27. und 28. Dezember in der Stadthalle.

1:22. ©Dietrich Dettmann
Schwarzhumorig im Februar: „1: 22 und vor dem Ende“
Mit einer schwarzen Komödie geht es im neuen Jahr weiter: „1: 22 und vor dem Ende“ heißt das Stück von Matthieu Delaporte, das am 15. Februar ab 20 Uhr in der Stadthalle aufgeführt wird. Heiko Ruprecht (Der Bergdoktor), Jan Messutat und Sophie Göbel führen den humorigen Stoff auf. Der Inhalt: Es ist der letzte Tag seines Lebens. Bernhard hat sich entschieden: Strom und Hausratsversicherung sind bereits abgemeldet. Doch gerade als er den finalen Schritt vom Fensterbrett machen will, klopft es an der Tür. Ein Fremder tritt ein: Der Tod. Der „Todesengel“ erklärt Bernhard, er hätte genau noch 1 Stunde und 22 Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich ein urkomischer Dialog.
Der Tod ist nur ein Angestellter und neu in seinem Beruf. Sein Vorgesetzter weist ihn darauf hin, dass er im falschen Stockwerk ist. Eigentlich sollte er eine Etage höher bei Clemence klopfen, Bernhards heimlicher Liebe. Das weckt neues Leben in Bernhard und plötzlich hat er es mit dem Sterben nicht mehr so eilig. Dem Franzosen Matthieu Delaporte ist eine absurde, höchst originelle und philosophische Spekulation über die unmittelbare Zeit vor dem Ende gelungen.
Der Kulturkampf am Grill: „Extrawurst“
Mit einer „Dramödie“ wartet der April auf: „Extrawurst“ heißt das Stück am 22. April von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, produziert von Euro-Studio Landgraf. In der aktuell auch verfilmten Geschichte geht um einen Kulturkampf am Grill: Eigentlich ist es nur eine Formsache. Die Mitgliederversammlung des Tennisclubs einer deutschen Kleinstadt soll über die Anschaffung eines neuen Grills für die Vereinsfeiern abstimmen. Kein Problem, gäbe es da nicht den Vorschlag, auch einen eigenen Grill für das einzige türkische Mitglied des Clubs zu kaufen.
Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen. Eine gut gemeinte Idee, die aber immense Diskussionen auslöst und den eigentlich friedlichen Verein vor eine Zerreißprobe stellt. Wie viele Rechte muss man einer Minderheit einräumen? Muss man alle Religionen tolerieren? Gibt es am Grill eine deutsche Leitkultur? Und was ist mit Vegetarier oder gar Veganern? Immer tiefer schraubt sich die Diskussion um den Grill in den Vereinsalltag.
„Tabaluga“ für die ganze Familie
An die ganze Familie wendet sich „Tabaluga“ am 11. April um 15 Uhr in der Stadthalle. Die berühmte, vom Starmusikker Peter Maffay erdachte Reise des Kleinen Drachen geht weiter. Das Familien-Musical bietet mitreißende Lieder, emotionale Szenen und kraftvolle Choreografien auf fünf verschiedenen Bühnen. Sie lassen die Geschichte von Tabaluga und Lilli lebendig werden. Das Ensemble aus Tänzern, Sängern und Schauspielern begeistert und berührt alle, die das träumen nicht verlernt haben – denn die Themen von Mut, Hoffnung, innerer Wärme und Liebe sind zeitlos.
Pumuckl verzaubert in der Stadthalle
Nicht weniger populär ist das Stück, mit dem das neue Programm von Theater erleben im kommenden Jahr endet: Pumuckl verzaubert am 16. Oktober Kinder und Familien in der Stadthalle. Mit seinem roten Wuschelkopf und seinem quirligen Wesen ist der Pumuckl bekanntlich ein liebenswerter Kobold, der die Herzen von Kindern und Erwachsenen
seit Jahrzehnten gleichermaßen erobert.
Mittlerweile lebt der Pumuckl bei Meister Eders Neffen, dem jungen Schreiner Florian Eder, der die Werkstatt seines Onkels nach über 30 Jahren Stillstand wieder aufleben lässt. Gleich an seinem ersten Tag wiederholt sich die Geschichte: Pumuckl bleibt am Leim kleben und wird sichtbar. Die beiden erleben neue Geschichten in einem Umfeld, das sich, ganz im Gegensatz zum Charakter des kleinen Kobolds, in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert hat. Eine spritzige COCOMICO-Komödie für Jung und Alt.
Der Vorverkauf hat bereits begonnen, mehr Informationen gibt es auf der Website der Stadt Alsfeld.
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