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Bericht aus der Arbeit des Magistrats: Sachstand Ukraine-Flüchtlinge, Mobilfunk, Zeller Straße und vieles mehrInteressent für das Landhotel in Romrod

ROMROD (akr). Es gibt einen Interessenten für das Landhotel in Romrod, das teilte Bürgermeister Hauke Schmehl am Dienstagabend in der Sitzung der Romröder Stadtverordnetenversammlung mit. Doch das war nicht das einzige, dass der Rathauschef aus seinem Bericht aus der Arbeit des Magistrats zu erzählen hatte.

Auch am Dienstagabend hatte Bürgermeister Hauke Schmehl wieder viel zu berichten. Unter anderem gibt es nämlich schon wieder Neuigkeiten in Sachen Landhotel. Erst in der vergangenen Sitzung der Parlamentarier vor rund einem Monat berichtete Schmehl, dass der Eigentümer des Landhotels ihm „per Handschlag“ zugestimmt habe, den Gastank zu entfernen, nachdem es schon öfter wegen eines Gaslecks zum Feuerwehreinsatz kam.

Neuigkeiten zum Landhotel in Romrod

Der Rathauschef konnte nun verkünden, dass er eine Auftragsbestätigung bekommen habe, dass sich eine Firma um den Gastank kümmern würde. Ob der Gastank entfernt oder „professionell abgedichtet“ werde, das könne er nicht sagen. Darüber hinaus habe sich auch ein erster Interessent für das Landhotel gemeldet. Es habe ein Gespräch und einen Vor-Ort-Termin gegeben, weiteres sei noch nicht dabei rausgekommen. Es seien auch noch keine „konkreten Planungsabsichten“ eingegangen. Das Stadtoberhaupt werde jedenfalls nachberichten, falls es eine neue Entwicklung geben sollte.

Bezüglich des Landhotels merkte Horst Blaschko von der SPD an, dass das Landhotel nicht nur aus dem Gebäude, sondern auch aus einer großen Freifläche bestehe, die ein landwirtschaftlicher Betrieb derzeit gepachtet habe. Das solle der Magistrat im Blick haben, wenn er Investoren unterstütze. Würde der Landwirt diese verlieren, könne das schon existenzielle Folgen haben.

Schmehl entgegnete, dass er nicht wisse, an wen die Fläche verpachtet sei und dass man gucken müsse, was man will: Den Schandfleck weg haben oder behalten und dafür eine schöne Wiese haben. Daraufhin meldete sich auch Stadtverordnetenvorsteherin Christiane Schlitt zu Wort, die für ihren Redebeitrag kurzeitig die Sitzungsleitung an ihre Stellvertreterin Sigrid Nebel von der SPD übergab.

Schlitt erklärte, dass es wohl keinen richtigen Pachtvertrag mit dem Landwirt gebe und in den letzten Jahren auch keine Pacht gezahlt worden sei. Das seien aber private Informationen, inwieweit das stimmt, wisse sie nicht. „Wir unterstützen unsere Landwirte, aber es ist nicht so einfach mit den Pachtverträgen. Sich hier jetzt auf eine Seite zu stellen, halte ich für gefährlich“, betonte Schlitt. „Ich schlage mich nicht auf irgendeine Seite“, betonte Blaschko. Er habe lediglich gesagt, dass der Magistrat das im Blick behalten möge, wenn es um Investoren gehe – „nicht mehr und nicht weniger“.

Sachstand Ukraine-Flüchtlinge

In seinem Bericht aus der Arbeit des Magistrats gab Schmehl auch einen Sachstand bezüglich der Ukraine-Flüchtlinge in Romrod. Derzeit befinden sich 34 Geflüchtete in Romrod. Das sei, so Schmehl, eine ordentliche Zahl, die Herausforderungen mit sich bringe. Er sei froh, dass man in der Vergangenheit eine vernünftige Politik gemacht habe und dank seiner Vorgängerin Birgit Richtberg das Mehrgenerationenhaus ins Leben gerufen wurde. Das sei, gemeinsam mit vielen ehrenamtlichen Helfern, eine tragende Säule in der Betreuung.

In der Notunterkunft in Zell seien derzeit fünf Flüchtlinge untergebracht. Eine Person davon sei „stark pflegebedürftig“ und benötige eigentlich eine gesundheitliche Betreuung. Derzeit befinde sich die Stadt im Austausch mit dem Vogelsbergkreis, dass man eine Wohnung mit integrierter Pflege finde. „Das sprengt das Maß. Wir können nicht jemanden rund um die Uhr pflegen, der so schwer krank ist“, betonte er.

Stadt plant Gehwege zu erneuern

Auch über die Bauvorhaben in Romrod hatte der Rathauschef einiges zu berichten. So ist seit Freitag der erste Bauabschnitt der Zeller Straße abgeschlossen und am Montag dann in den zweiten gewechselt. Die Arbeiten konzentrieren sich jetzt auf den Bereich von der Einmündung B49/Zeller Straße bis einschließlich Jägerstraße. Schmehl erklärte, dass die Stadt sich derzeit Angebote einhole, um die Gehwege ebenfalls zu erneuern.

Die Erneuerung der Zeller Straße beginnt

Wenn schon die Straße neu gemacht werde, sollten auch die Bürgersteige „gescheit aussehen“, das sei derzeit nämlich nicht der Fall, nur im Bereich des Haus Schlossblick, da sie dort erst neu gemacht wurden. Da es in Romrod auch keine Straßenbeiträge mehr gibt, würden auch die Anwohner finanziell nicht belastet werden.

Im Rahmen der Bauarbeiten habe an auch festgestellt, dass der Fahrradweg nach Zell zur falschen Seite entwässert. „Er entwässert zur Straße hin“, erklärte er. Der Grünstreifen habe keine Entwässerungsunktion. Es bestehe also die Gefahr, dass das Wasser nicht abläuft. „Es wäre sinnvoll, den in eine andere Richtung zu kippen“, erklärte der Bürgermeister. So könnte beispielsweise eine Teermaschine über den Weg fahren und eine kleine Schicht aufbringen, dass der Weg zum Sportplatz hin abgekippt wird und das Wasser zu den Bäumen fließen könne.

„Für den Kindergarten ist ein Brandschutzkonzept erstellt worden“, ging Schmehl zugleich zum nächsten Punkt über. Das sei nun zur Prüfung an das Amt für Gefahrenabwehr beim Kreis übergeben worden. Jetzt heiße es warten, was für Aufträge erfolgen, welche Maßnahmen zu erledigen sind, damit der Kindergarten „brandschutztechnisch einwandfrei ist“, erklärte er.

Ovag kündigt Stromtarif für Tiefbrunnen in Strebendorf

Für den Tiefbrunnen in Strebendorf habe die Ovag der Stadt den Stromtarif zum 31. Dezember 2022 gekündigt und einen neuen Vertrag vorgelegt. „Interessant sind die Zusammensetzungen der neuen Preise. Da kommt einiges auf uns zu“, betonte Schmehl, der von jährlichen Mehrkosten in Höhe von rund 13.000 Euro sprach – und zwar nur für den Tiefbrunnen in Strebendorf. „Das ist eine Hausnummer“.

Noch habe man den neuen Vertrag aber nicht unterschrieben, da man sich noch Vergleichsangebote einhole, die aber aufgrund der allgemeinen Preissteigerung im Energiesektor alle in einem ähnlichen Preisbereich liegen würden. „Wir haben ja noch weitere Stromverträge, da wird in der Zukunft noch einiges auf uns zukomen“, prognostizierte er.

Für den Mobilfunkmast in Ober-Breidenbach hatte der Rathauschef noch keine Neuigkeiten im Gepäck. Die Planungen würden daraufhinaus laufen, dass der Funkmast auf dem Dorfgemeinschaftshaus platziert werde. Der Mast am Ortseingang von Romrod, der schon seit geraumer Zeit dort steht, sei noch immer nicht in Betrieb. Hintergrund sei ein Netzfehler, der noch nicht behoben wurde, wie der Bürgermeister berichtete. Wenn dieser behoben sei, könne der Funkmast auch in Betrieb gehen. Eine sogenannte Netzintegration würde alle sechs bis acht Wochen stattfinden.

3 Gedanken zu “Interessent für das Landhotel in Romrod

  1. Solange das Landhotel mit mehreren Millionen als Sicherheit hinterlegt ist wird sich da nix tun…. es sei denn jemand zahlt diese Millionen….

  2. Es ist schon toll wie sehr sich die gewählten Vertreter um ihr Romrod kümmern… da laufen zu jeder Tageszeit dubiose Gestalten am hervorragend abgesicherten Landhotel rum und jeder kann sich mittlerweile bei YouTube ansehen wie es innen aussieht. Stadträte geben in der DorfApp Hinweise wie man durch Wohngebiete am besten die Baustelle umfährt und die Baustelle der Zeller Straße gibt Fußgängern keine Möglichkeit mehr die Bundesstraße ohne Gefahr zu überqueren…
    Ich frage mich da oft einfach nur ob die gewählten tatsächlich noch durch ihre Gemeinde gehen oder ob sie einfach drüber schweben…

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  3. Sieh mal einer an. In Romrod pulst das Leben. Da reicht der Vorrat an guten Nachrichten glatt über den Anfang der Woche. Und seit Schmehlhauke (alias Schmalhans) wohlgelaunt den Küchenmeister gibt, herrscht sogar am Dienstagabend noch eine alles andere als schmehl-lippige Nachrichtenlage. Da spreche noch einer von ländlicher Kleinstadt und Provinzialität. Merke: Sogar in Romrod steppt der Bär / Fast so als ob es Frankfurt wär!
    Nun ja, könnte man beim ersten Lesen des Artikels denken. Doch beim zweiten Lesen bewahrheitet sich eher der Spruch, dass Provinz eben Provinz bleibe. Neues Landhotel die Ichweißnichtwievielte: Ein „erster“ neuer Interessent (Halleluja!). „Es habe ein Gespräch und einen Vor-Ort-Termin gegeben, weiteres sei noch nicht dabei rausgekommen. Es seien auch noch keine ‚konkreten Planungsabsichten‘ eingegangen.“ Das ist allerdings so gut wie nichts. Liebes Stadtoberhaupt, bitte „jedenfalls [erst] nachberichten, falls es [ t-a-t-s-ä-c-h-l-i-c-h !!!] eine neue Entwicklung geben sollte.“
    Und nun vom Tagesordnungspunkt „Noch nix dabei heraus gekommen“ zum TOP „Nix-Genaues weiß man nicht“: Ja, der Pächter (Landwirt), der das Grundstück des Neuen Landhotels mäht… Der Rathauschef kennt den Landwirt nicht / Der Pachtvertrag, von dem man spricht / Ist ein Vertrag so richtig nicht / Die Pachteinnahmen mehr als schlicht… / Drum lasset uns die Hände falten / Die Landwirtschaft wird hoch gehalten / Alsdann behalten wir im Blick / Dass uns nicht treffe die Kritik… Rubbeldikatz!
    Nun zum TOP „Widersprüchliches und Vermischtes“: Ja, 34 „herausfordernde“ Ukraine-Flüchtlinge, aber dank des Baus eines Mehrgenerationenhauses sei man gut aufgestellt. Wohnen da Flüchtlinge? Erkennbar nicht. Und was ist mit dieser einzelnen pflegebedürftigen Person? Pflege zu teuer. Was jetzt? Wo gibt es eine „Babyklappe“ für unversorgte Pflege-bedürftige? Vielleicht im Mehrgenerationenhaus. Wieso kümmert sich eigentlich keiner um eine humanitäre Lösung, statt über die Kosten zu klagen?
    Ein Fahrradweg entwässert zur Straße hin / Auch das macht natürlich keinen Sinn / Das Brandschutz-Konzept liegt zur Prüfung beim Amt / Da bleibt die Kita zum Warten verdammt /
    Der Tiefbrunnen Strebendorf kommt ziemlich teuer / Mal schau’n, ob den Stromvertrag man nicht erneuer / Und den Vogel am Ende tut abschießen fast / Der eine oder andere Mobilfunkmast / Dem einen noch immer der Anschluss fehlt / Beim andern überlegt man, wo man ihn hinstellt. Gute Nacht, Hauke! Gute Nacht Horst! Gute Nacht Christiane! Gute Nacht, Romrod!

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