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Impfmarathon im Drive-in-StilFenster runter, Ärmel hoch im Gründchen

GREBENAU (jal). Warum kompliziert, wenn’s doch auch einfach geht? In Grebenau gab es an diesem Sonntag ein Corona-Impfevent im Drive-in-Stil. Im Auto sitzend wurden mindestens 350 Menschen gegen das Virus geimpft. Bürgermeister Lars Wicke packte selbst mit an.

Um 13 Uhr sollte es offiziell losgehen, doch schon um 12 hatten sich die ersten Autofahrer auf dem Festplatz vor der Grebenauer Johanniterhalle eingefunden. Zwischen Vogelsberger Kennzeichen waren auch einige Nummernschilder aus anderen Kreisen zu sehen. Aus Hersfeld-Rotenburg genauso wie aus dem Schwalm-Eder-Kreis, aus Fulda und sogar aus Bochum. Wobei es sich bei solchen Autos freilich um Firmenwagen oder dergleichen handeln kann, die schlichtweg woanders angemeldet sind, aber vor Ort genutzt werden.

Bürgermeister Wicke klapperte die Fahrzeuge ab und fragte, wer sich noch nicht die nötigen Unterlagen im Internet besorgt hatte, ein Mitglied der Jugendfeuerwehr half noch fix beim Aufstellen von Verkehrshütchen, um den Fluss der Impfwilligen etwas besser zu koordinieren. Auch Mitarbeiter der Stadt packten mit an.

Anschließend setzte sich die Kolonne vom Festplatz in Bewegung und folgte dem gut ausgeschilderten Weg, an dem Mitarbeiter des Bauhofs und Mitglieder der Feuerwehr Posten bezogen hatten, bis sie zum Firmengelände des WC-Miet-Service Erhard Weiß gelang. Dort angekommen fuhren die Autos eingewiesen von Weiß’ Personal portionsweise in eine Halle, in welcher das Impfteam rund um den Niederaulaer Arzt Andreas Kosemund wartete.

Sichern und weisen den Weg: Mitglieder der Feuerwehr. Foto: jal

Wenn mit der Aktion auch nur ein Menschenleben gerettet würde, sagte Weiß sinngemäß, dann habe sich das Ganze doch schon gelohnt. Er habe der Praxis Kosemund angeboten, bei seiner Firma ein Impfevent abzuhalten. Zunächst habe man an 50 Impfungen gedacht. „Aber ich sagte von mir aus geht noch mehr, da hieß es dann, 500 Impfungen seien möglich“, erzählt Weiß – und erwähnt nebenbei, dass er durch die Aktion keinen finanziellen Vorteil habe. Zur selben Zeit, als er mit der Praxis im Gespräch gewesen sei, habe die Stadt angefangen, nach einer Konferenz mit dem Kreis ein Impfevent auf die Beine stellen zu wollen. So sei man schließlich zusammengekommen.

Zunächst angekündigt war, dass 500 Dosen des Impfstoffs von Moderna im Gründchen verimpft werden sollten. Doch wie die Wirren der Impfstoff-Vergabe so spielen, hatte das Team am Ende ausschließlich Biontech im Angebot. Und da gegen 15.15 Uhr angeblich noch gut 300 Dosen übrig waren, um 16 Uhr aber Schluss sein sollte, wurde die Aktion, auf die OL zwischenzeitlich extra nochmal aufmerksam machte, um eine Stunde verlängert. Der Aufruf auch in anderen Medien zeigte Wirkung: Es wurde nochmal richtig voll.

„Da dies die erste durch die Stadt und die Firma Weiß organisierte Impfaktion war, kann ich nur sagen ich bin sehr erfreut über den Ablauf. Unkompliziert, reibungslos und mit vertretbaren Wartezeiten. Es kamen auch noch viele wirklich kurz Entschlossene“, sagte Bürgermeister Wicke zu OL, und zitierte positives Feedback, welches ihn über Whatsapp errichte. „Hiermit möchte ich für die gestrige Impfaktion ein großes Lob aussprechen. Eine tolle Sache, super nettes Personal, alles verlief zügig.“ Warum hatten sich die Grebenauer eigentlich für ein Drive-in-Konzept entschieden? „Um möglichst viele Impfungen zu platzieren. Damit konnte auch der Kontakt zwischen den Impflingen deutlich reduziert werden“, so der Bürgermeister.

Zur Frage, wie viele Impfdosen tatsächlich verimpft wurden und wie viele genau zur Verfügung standen, gibt es unterschiedliche Angaben. „Laut meinen Informationen wurden 350 Dosen verimpft. Davon circa zehn Prozent Erstimpfungen“, sagte Wicke.

2 Gedanken zu “Fenster runter, Ärmel hoch im Gründchen

  1. Um 15.20 Uhr kam die erste Nachricht auf dem Handy von Oberhessen-Live das man sich dort impfen lassen kann. Leider bis 1600 Uhr. Eine Minute später verlängert auf 1700 Uhr. Um 1530 Uhr ins Auto und um 1620 Uhr geboostert. Tolle Aktion. Ganz unbürokratisch, super organisiert. So geht das. Vielen vielen Dank an alle die geholfen haben. 😃

  2. War eine super Aktion. Absolut gut geplant und durchgeführt. Von der 1. Station am Festplatz bis zum Impfen waren es keine 30min.

    Ein großes Lob an alle Helfer.

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