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Zum 1. Mai hat Menetatis die ehemaligen Cura Sana Einrichtungen in Grebenau und Freiensteinau übernommen„Jetzt wird nicht mehr zurückgeschaut, wir gehen gemeinsam neue Wege“

GREBENAU (akr). Seit dem 1. Mai haben die insolventen Pflegeheime der Cura Sana Gruppe in Grebenau und Freiensteinau einen neuen Betreiber – und zwar die Menetatis GmbH mit Sitz in Bedburg. „Jetzt wird nicht mehr zurückgeschaut, wir gehen gemeinsam neue Wege“, betont Menetatis-Geschäftsführerin Sandra Leps, als sie am Mittwoch zu einem Pressetermin einlud und unter anderem ein paar Neuerungen vorstellte.

„Endlich hat die Hängepartie ein Ende“, freut sich Sandra Leps, Geschäftsführerin der Menetatis Gruppe, als sie am Mittwoch in der Einrichtung in Grebenau der Presse von der Übernahme der insolventen Pflegeheime berichtet. Die Unternehmensgruppe, die seit 2016 besteht und ihren Sitz in Bedburg bei Köln hat, betreibt unter anderem Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Calden, Dassel, Marienhafe, Lich, Reichelsheim und Villingen-Schwenningen und seit dem 1. Mai auch in Grebenau, Freiensteinau und Ranstadt in der Wetterau.

Gerade die Übernahme von insolventen Einrichtungen sei eine große Herausforderung, doch der Übergang am vergangenen Wochenende habe super funktioniert und auch die Umstellung auf das neue Pflegedokumentations – oder Dienstleistungsprogramm sei bereits erfolgt. „Wir sind schon sehr weit fortgeschritten“, lächelt die Geschäftsführerin. Leps betont aber auch, dass sie den Hut vor den Einrichtungen und allen Mitarbeitern ziehe, in so einer schwierigen Zeit die Stellung gehalten zu haben.

Seit dem 1. Mai ist aus der ehemaligen Cura Sana Einrichtung das Seniorenzentrum Menetatis-Grebenau geworden. Foto: akr

„Das war für alle eine Wahnsinns Herausforderung“, so Leps. Gerade auch für die drei Einrichtungsleiter, die allesamt erst seit Kurzem die Leitungen inne haben. So wie zum Beispiel Marco Schmitt, der seit November vergangenen Jahres Einrichtungsleiter in Grebenau ist. Auch er ist mehr als froh, dass es mit Menetatis einen neuen Betreiber gibt und nun auch wieder für die ganzen Mitarbeiter Sicherheit herrsche. „Die Kommunikation lief sehr gut“, lobt Schmitt, der sich natürlich auch darüber freut, dass alle Mitarbeiter übernommen wurden.

Die Teams der Einrichtungen sind nämlich auch künftig weiterhin für die Bewohner da. So konnten nicht nur die Arbeitsplätze gesichert werden, sondern auch die Bewohner können weiterhin in die vertrauten Gesichter blicken, von denen sie gepflegt werden. Aber auch weiteres Personal werde derzeit gesucht. „Jetzt wird nicht mehr zurückgeschaut, wir gehen gemeinsam neue Wege“, betont die Geschäftsführerin.

Frische Küche, Firmenwagen und Dienstkleidung

Und was gibt es jetzt so für Neuerungen? „Es wird eine Umstellung bei den Mahlzeiten geben“, sagt Leps. Cura Sana habe viel mit „Fertigprodukten“ gearbeitet, mit Menetatis solle es nun frisch gekochtes Essen und auch regionale Küche geben. So entscheide jede Einrichtung selbst, was sie ihren Bewohnern servieren möchte. Frisches Essen sei zwar kostspieliger, aber es sei „eine Investition die sich lohnt und den Bewohnern zugute kommt“, wie Sandra Leps erklärt. Dafür werde das Küchenpersonal aufgestockt und die Küche noch aufgerüstet, sodass dem Kochen nichts mehr im Wege steht. „Das gilt es jetzt schnellstmöglich umzusetzen“, so Leps.

Menetatis übernimmt Cura Sana Einrichtungen in Grebenau und Freiensteinau

Neu ist auch, so Leps, dass die Mitarbeiter kostenlose Arbeitskleidung zur Verfügung gestellt bekommen. Zuvor haben sie ihre eigene Kleidung tragen müssen, wie Leps und Schmitt erzählen. „Die Fachkräfte bekommen auch einen Firmenwagen gestellt“, erklärt die Geschäftsführerin. Das sei gerade im ländlichen Raum wichtig. Ebenso sei es aber auch möglich, ein E-Bike zu leasen.

Schritt für Schritt gelte es nun, die ehemaligen Cura Sana Einrichtungen zu integrieren. „Die Bewohner, Angehörigen und Mitarbeiter sind bereits unterrichtet worden und werden auch künftig über das weitere Vorgehen eng informiert“, erklärt Leps. Man wolle eng mit den Angehörigen zusammenarbeiten, Kontakt zu den örtlichen Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen pflegen. Auch der Kontakt zwischen den Einrichtungen untereinander soll hergestellt werden – auch das habe es zuvor nicht gegeben, jeder habe quasi sein eigenes Ding gemacht und das soll sich nun ändern. „Jetzt muss auch erstmal wieder Leben ins Haus kommen“, betont die Geschäftsführerin. Derzeit leben 44 Bewohner in der Einrichtung, Platz sei für 72.

2 Gedanken zu “„Jetzt wird nicht mehr zurückgeschaut, wir gehen gemeinsam neue Wege“

  1. (Auf so einen tollen Aliasnamen muss man erst mal kommen!)

    Potenzielle Heimbewohner*innen und ihre ggf. noch vorhandenen Angehörigen sollten gegenüber der Selbstdarstellung von Pflegeheimbetreibern auf keinen Fall blauäugig sein. Leider sind die behördlichen Kontrollen in aller Regel nachlässig und werden die Interessen der Pflegebedürftigen nur sehr unzureichend gewahrt. Das gilt insbesondere für die wachsende Zahl der alleinstehenden Senioren, die aufgrund des fehlenden familiären Backgrounds und entsprechender Hilfen durch Pflegepersonen zudem oft bereits recht früh zu „Kunden“ der Pflegeheime werden. Wer keine Angehörigen mehr hat, die in die stationäre Pflege einbezogen sind und das Wohlergehen des zu Pflegenden in der Einrichtung überwachen, ist den Pflegeprofis in den Pflegeheimen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Hier bedarf es dringend ehrenamtlicher Besuchspatenschaften, die für die individuellen Rechte alleinstehender Heimbewohner eintreten und ein Auge auf die Pflegequalität haben, die keineswegs allgemein als zufriedenstellend beurteilt wird.

  2. Ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Händegespuckt / Wir steigern das Netto-Pflegeprodukt…

    Das Geschäftsmodell des neuen Betreibers, der erst seit fünf Jahren „am Markt“ ist, scheint das Aufkaufen (Hamstern) bestehender Pflegeheime zu sein. Zusammen gekommen sind „unter anderem“ Einrichtungen in Calden, Dassel, Marienhafen, Lich, Reichelsheim und Villingen-Schwenningen und seit dem 1. Mai auch in Grebenau, Freiensteinau und Ranstadt/Wetterau. Da müssen jetzt aber alle Ärmel hoch gekrempelt werden. Allein im „Seniorenzentrum Menetatis-Grebenau“ sind aktuell nur 44 von 72 Plätzen besetzt. Und in den Reihen der Mitarbeiter ist auch noch reichlich Platz. Pflegepersonal – verzweifelt gesucht. Gut, dass „die drei Einrichtungsleiter*innen [vermutlich die in Grebenau, Freiensteinau und Ranstadt] allesamt erst seit Kurzem die Leitungen inne haben.“ Was ihnen an Erfahrung fehlt, können sie so durch die Frische und Tatkraft des „neuen Besens“ wett machen, der ja bekanntlich gut cared (= kehrt = Wortspiel, toll!).
    Immerhin wird jetzt in allen frisch übernommenen Einrichtungen auch frisch gekocht. Wie wird’s da wohl vorher geschmeckt haben? Vorgängerin „Cura Sana habe viel mit ‚Fertigprodukten‘ gearbeitet“, heißt es. Glücklich ist, wer isst und vergisst… Nun wird auch neues Küchenpersonal gesucht. „Jetzt wird nicht mehr zurück geschaut, wir gehen gemeinsam neue Wege‘, betont Menetatis-Geschäftsführerin Sandra Leps‘.“ Und das bedeutet laut Leps „eine Wahnsinns Herausforderung“. Da sind die Einrichtungsleiter-Youngster „mehr als froh [um es mal nach Art von OL auszudrücken], dass es mit Menetatis einen neuen Betreiber gibt. Und der „betont“, den „Hut vor den Einrichtungen und allen Mitarbeitern“ zu ziehen, „in so einer schwierigen Zeit die Stellung gehalten zu haben.“ Und nach d-e-m Hut sollten auch alle auf d-e-r Hut sein, dass der Pflegebetrieb schnell die notwendige Routine entwickelt. Wer den Pflege-Alltag kennt, ist hierauf mehr als gespannt.

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