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Dannenröder befürchten durch A49-Bau und geplantes Industriegebiet mehr VerkehrBürger aus Dannenrod: „Wir wollen einfach wissen, was uns erwartet“

DANNENROD (akr). Die Dannenröder sind besorgt. Sie erwarten durch den Bau der A49 und durch das geplante Industriegebiet mehr Verkehr in dem kleinen Homberger Stadtteil – und da könnte es an einigen Stellen ziemlich gefährlich werden. Sie haben aber bereits eine Vorstellung, was man dagegen unternehmen könnte.

In Dannenrod, einem Dorf, das vor wenigen Monaten noch überall in den Medien präsent war, ist es ruhiger geworden. Die Fällarbeiten für den Weiterbau der A49 sind beendet, die Deges hat die gerodete Trasse übergeben und auch das Logistikzentrum wird wieder zurückgebaut. Was sich aber nicht verändert hat, sind die Sorgen der Dannenröder. „Es nützt jetzt nichts, weiter auf die Barrikaden zu gehen. Stand jetzt: die A49 wird gebaut. Wir müssen uns primär darum Gedanken machen, was mit der Autobahn kommt“, erklärt der Dannenröder Leonard Morneweg.

Der Ortsbeirat und die Bürgerinitiative Dannenrod erwarten und fürchten durch den Bau der A49 und des geplanten Industrie-und Gewerbegebietes „Am Roten Berg“ mehr Verkehr in Dannenrod. So sei im Planfeststellungsbeschluss beispielsweise festgelegt, dass einige Straßen in Homberg umgestuft werden. Sprich, ändert sich die Verkehrsbedeutung, kann eine Straße entweder aufgestuft oder abgestuft werden.

Betroffen ist davon unter anderem die K 54, die von Homberg nach Dannenrod führt, diese soll zur Landesstraße ausgebaut, auf 7,5 Meter verbreitert werden und als Zubringer für die Autobahn und das geplante Industriegebiet in Homberg dienen, wie der Ortsbeirat und die Bürgerinitiative Dannenrod bei einem Vor-Ort-Pressetermin erklären.

Zu schmale Ortsdurchfahr für mehr Verkehr

Die Dannenröder befürchten nun, dass der Verkehr dann durch das komplette Dorf fließen wird und nicht mehr nur durch das kleine Stück von Dannenrod Richtung Schweinsberg. Und genau hier sehen sie einige Probleme und Gefahren, denn die Hauptstraße sei einfach viel zu schmal. „Die Bürgersteige sind viel zu schmal“, betont Leonard Morneweg. Teilweise würden sie nicht mal richtig existieren – ein Problem, vor allem wenn man mit dem Kinderwagen unterwegs ist.

Die Ortsdurchfahr von Dannenrod ist ziemlich schmal – gerade im Bereich der Kirche und Bushaltestelle könnte es hier den Anwohnern zufolge gefährlich werden, wenn mehr Verkehr durch den Ort fließt.

Bislang habe man sich damit arrangiert, wechselte einfach die Straßenseite oder schob ihn dann mal ein kleines Stück auf der Straße – bei dem geringen Verkehr sei das nicht sonderlich problematisch gewesen. Doch jetzt machen sich die Bürger Sorgen, denn das könnte ziemlich gefährlich werden, auch im Bereich der Bushaltestelle: Wie soll das funktionieren, wenn der Verkehr auf der Hauptstraße zunehmen wird? Darüber hinaus befürchten sie auch Probleme beim Parken für Anwohner und auch deutlich mehr Lärm.

„Wir wollen einfach wissen, was uns erwartet“, betont Morneweg. Und genau das ist der springende Punkt, denn sie wissen es nicht. Mehrfach hätten sie sowohl bei der Stadt als auch bei der Deges nach einer Verkehrsprognose für ihren Heimatort gefragt – vergebens. Sie fühlen sich von der Deges und der Stadt allein gelassen. Für Appenrod habe man schließlich auch Zahlen vorlegen können.

Die Ortsdurchfahrt von Dannenrod.

Bedenken wegen des geplanten Gewerbe- und Industriegebietes

Ebenso fragen sich die Dannenröder, wo der Verkehr langrollt, sollte es auf der Autobahn zum Stau kommen – „auch wenn es laut Deges dazu nicht kommen wird“, merkt Manfred Handstein an. Er befürchtet nämlich, dass viele dann den Weg durch den kleinen Homberger Stadtteil nehmen. Bedenken äußern die Dannenröder auch hinsichtlich des geplanten Gewerbegebietes „Am Roten Berg“. So habe eine Studie der Stadt Homberg Ohm ergeben, dass es wahrscheinlich sei, dass sich dort ein Logistikunternehmen ansiedeln werde – und die würden sich ja „bekanntlich immer den kürzesten Weg suchen“, wie Handstein erzählt, weshalb er auch hierdurch mehr Verkehr fürchte.

Die Bewohner appellieren an die Stadt Homberg, die Deges und die Baufirma Strabag eine Umgehungsstraße zu schaffen. Nach Auffassung der Anwohner sei diese sinnvoll von Schweinsberg kommend Richtung Dannenrod, vor dem Wald rechts hoch nach Nieder-Ofleiden bis zum großen Lindenbäumchen und dann ins Industriegebiet. „Diese Route sollte von allen Beteiligten unbedingt geprüft werden“, so der Appell.

Der Ortsbeirat und die Bürgerinitiative engagieren sich weiterhin sehr stark für einen Sichtschutzwall, ähnlich wie in Appenrod. Hierzu hätten bereits mehrere Gespräche mit der Strabag und Bürgermeisterin Claudia Blum stattgefunden – und die Aussichten hierfür seien derzeit gut, auch wenn eine Reduzierung des Lärms durch den Sichtschutzwall nicht wirklich einen Effekt erzielen könne.

5 Gedanken zu “Bürger aus Dannenrod: „Wir wollen einfach wissen, was uns erwartet“

  1. Verstand statt Phrasen

    Die drei Kommentare sind wirr und substanzlos. Welche Botschaften sollen sie transportieren?

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  2. Liebe Dannenröder
    Ihre Wünsche sind sicherlich verständlich. Allerdings sollten Sie sich auch einmal in die Situation der Firmen bzw. deren Mitarbeiter versetzen. Da wurden Mitarbeiter nicht nur massiv bedroht, sondern es gab auch Brandanschläge auf Maschinen. Können Sie sich vorstellen wie man sich als Maschinenführer fühlt, wenn die Maschine im Vollbrand steht, auf der man vor kurzem gearbeitet hat? Natürlich hat man Angst um sein Leben.

    Und jetzt beschweren Sie sich über mangelnde Kooperationsbereitschaft? Sollen denn die Firmen durch freiwillige Freundlichkeiten die Krawalle vom letzten Jahr belohnen, damit Dannenrod zur Vorlage wird für zukünftige Baustellen?

    Sie müssen sich erstmal darüber klar werden, was Sie wirklich wollen. Nur so zu tun, als akzeptiere man die Autobahn, um an Informationen und eine Umgehungsstraße zu kommen, das wird nicht funktionieren.
    Wenn Sie wirklich die Autobahn akzeptieren wollen, dann wäre es das Mindeste, sich von den Krawallen im letzten Jahr öffentlich zu distanzieren.
    Außerdem sollte man auch öffentlich erklären, dass man den Weiterbau der Autobahn nicht behindern will. Je verbindlicher, desto glaubwürdiger.

    Natürlich wäre auch eine Abstimmung im Ort hilfreich.
    Viel Erfolg.

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  3. So ist unsere Zeit.
    Wald statt Asphalt.
    Wie? Mehr Verkehr in unserem Ort. Weltuntergang. Es muss gehandelt werden.
    Asphalt statt Feld ist die Lösung. Wir bauen eine Umgehungstrasse.
    Das wird auch gelingen. Ein Anruf beim Parteikollegen Tarek al Wazir und schon kommt und schon kommt die Sache ins laufen.

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    1. Es ist wie immer, man möchte zwar alle Vorteile haben aber nichts dafür tun.
      Typisch Grün: ich möchte sauberen Strom, aber die benötigte Stromtrasse nicht bei mir.So ist es auch hier. Rückschritt statt Fortschritt, Hauptsache die persönlichen Interessen werden gewahrt. Es ist bei weitem nicht so, dass man von „allen“ Bürgern sprechen kann, es ist wie immer eine Minderheit, nach der sich alle zu richten haben. Deutschland besteht nur noch aus Bedenkenträgern, was das verursacht sieht man zur Zeit bei der Pandemie. Wacht endlich auf, bevor die Rechten noch mehr Zulauf bekommen. Das ist auch eine Errungenschaft von grüner Politik.

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