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Enttäuschte TNG-Kunden in Grebenau - Unternehmen und Stadt prüfen LösungswegeWenn die Gratis-Glasfaser plötzlich kosten soll

GREBENAU (jal). Der Netzanbieter TNG baut in Grebenau und anderen Kommunen im Vogelsberg das Glasfasernetz aus. Für die Kunden der ersten Stunde sollte die Leitung bis ins Haus kostenlos sein. Aber im Gründchen gibt es nun mehrere Fälle, in denen die Anschlüsse jetzt doch kosten könnten – weil sie sonst für das Unternehmen unwirtschaftlich seien. Die Firma und die Stadt arbeiten an Lösungen.

Als Dieter Renger neulich die Post durchsah, wusste er nicht, dass der Tag danach für ihn erst einmal gelaufen sein würde. Es war keine Post vom Finanzamt, die dem Eulersdorfer die Stimmung verschlug, auch kein Knöllchen fürs Falschparken – sondern ein Brief von seinem neuen Internetanbieter TNG. Die Familie Renger war eine derjenigen, die sich von dem Kieler Netzanbieter überzeugen ließ, einen Vorvertrag über einen Glasfaseranschluss abzuschließen. Sollten genügend Verträge in Grebenau zusammenkommen, so das Unternehmen, sollte der Netzausbau im Gründchen beginnen – und der Glasfaseranschluss bis ins Haus für diejenigen, die rechtzeitig mitmachten, kostenlos sein.

Die benötigte Anzahl der Verträge kam zusammen, seit Anfang Januar buddeln die Bagger in Grebenau die Gräben für die Kabel. Auch Familie Renger könnte wohl die ersehnte Glasfaser bekommen. Doch der schnelle Netzanschluss, der eigentlich kostenlos kommen sollte, soll für die Rengers jetzt doch nicht mehr kostenlos sein.

Für jeden potenziellen Kunden mit Vorvertrag seien verschiedene Verlegemethoden geprüft worden, heißt es in dem Schreiben, welches Dieter Renger in seinem Briefkasten fand. “Leider gibt es einige wenige Anschlüsse, bei denen auf Grund der besonderen Lage die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist beziehungsweise wir aus eigenen Mitteln einen Ausbau nicht vornehmen können”, steht dort zu lesen. Weil auch sein Haus dazu gehöre, könne dies “derzeit leider nicht für den Ausbau berücksichtigt” werden. In einer Pressemitteilung schreibt TNG über die betroffenen Anschlüsse inzwischen: „Dabei handelt es sich unter anderem um Außenlagen, welche eine größere Entfernung zur geplanten Trasse aufweisen, aber auch um Immobilien, für deren Erschließung aufgrund von Naturvorkommnissen weite Umplanungen der Trasse vorgenommen werden müssten.“ Naturvorkommnisse, das können zum Beispiel Bäche oder ähnliches sein.

Nach anfänglichem Zögern doch für TNG entschieden

Warum genau sein Anschluss unwirtschaftlich sein soll und welche Kosten auf Renger zukämen, sollte er sich an der Ausbaurechnung beteiligen wollen, steht in den Schreiben an ihn nicht. Für Rückfragen über spezielle Angebote und Details in diesen Fragen ist eine Email-Adresse angegeben, an die sich der Rentner wenden soll.

“Ich war schon sehr enttäuscht”, sagt Renger im Gespräch mit Oberhessen-live. Die Enttäuschung komme auch daher, so sagt der ehemalige Prokurist eines Baumarktes, weil er sich extra bei der Firma erkundigt habe, ob ein Anschluss bei ihm auch wirklich möglich sei. Das Haus, in dem der 66-Jährige zusammen mit seiner Frau Heidi wohnt, liegt an einem markanten Ort. Es ist das erste Haus, wenn man die Straße aus dem Tannenwald kommend runter nach Eulersdorf fährt – und liegt damit am Rand des Dorfes, sogar noch vor dem offiziellen Ortsschild, weshalb oftmals Autos mit hoher Geschwindigkeit dort vorbeifahren.

Doch bei einem Informationstreffen habe ein TNG-Mitarbeiter gesagt, so versichert Renger, dass ein Anschluss dennoch kein Problem sei – weil das Haus ja zumindest direkt an der wichtigen und großen Straße in den Ort rein liege. Dass im Kleingedruckten natürlich irgendwo steht, die TNG könne nur kostenlos Glasfaser legen, wenn dies auch wirtschaftlich sei, tröstet ihn nicht wirklich über seine aktuelle Situation hinweg.

Renger war einer derjenigen, die anfangs zögerten, ob sie überhaupt beim Angebot der TNG mitmachen sollten. Die Töchter des Ehepaars sind erwachsen und schon lange ausgezogen. Zwar kommen sie mit den Enkeln regelmäßig zu Besuch, aber eigentlich, so dachte er sich, reicht ihm und seiner Frau der bestehende Netzanschluss aus. Doch die Töchter legten ihren Eltern nahe, das Angebot anzunehmen. Zum einen, um den Wert des Hauses zu steigern oder zumindest nicht durch einen verpassten Netzanschluss sinken zu lassen – und zum anderen auch aus Solidaritätsgründen: Um Mitzuhelfen, dass in Grebenau genügend Verträge zusammenkommen und so alle vom Netzausbau profitieren können.

Das sagt der Anbieter

Aber was sind denn nun genau die Gründe, warum es bei den Rengers nicht mit dem Anschluss so ohne Weiteres klappen soll? “Wir können verstehen, dass Herr Renger nach der Vorfreude auf einen schnellen Glasfaseranschluss nun enttäuscht war und scheinbar auch unser Schreiben bereits als definitive Absage interpretiert hat. Hier werden wir in Zukunft noch mehr darauf achten, verständlich und transparent zu kommunizieren”, teilt die TNG-Pressestelle auf Anfrage mit. Es würden weiter Alternativen geprüft, doch zum jetzigen Zeitpunkt sei ein Anschluss bei der Familie “für uns nicht wirtschaftlich darstellbar”.

Die Rengers sind nicht die einzige Familie, der es so geht. Laut der Sprecherin des Internetanbieters sind in Eulersdorf 13 potenzielle Anschlüsse betroffen und damit “überproportional mehr als in den anderen Grebenauer Ortsteilen oder in Lingelbach”, wo die Firma ebenfalls aktuell Glasfaser verlegt. Insgesamt seien in Lingelbach und Grebenau zusammengenommen etwa vier Prozent der Anschlüsse betroffen, was in absoluten Zahlen für Grebenau etwa zwei Dutzend Anschlüssen entspreche. In den übrigen TNG-Ausbaugebieten im Vogelsbergkreis (Gemünden, Romrod, Freiensteinau und Ulrichstein) würden prozentual “voraussichtlich” weniger Anschlüsse zunächst als unwirtschaftlich eingestuft.

Dass die betroffenen Familien erst jetzt, nach Abschluss des Vorvertrags und mit Beginn des Ausbaus die schlechte Nachricht erhalten haben, begründet TNG mit dem Ablauf der Planungsarbeiten. So würde zwar vor Beginn der Vermarktung in einem Gebiet eine grobe Vorplanung erstellt, die Details zu erarbeiten sei jedoch erst möglich, wenn man wisse, welche Haushalte einer Kommune auch bereit seien, überhaupt einen Anschluss zu bestellen.

Der jetzt bekannte Brief sei deswegen nicht als absolute Absage einer kostenlosen Anschließung zu verstehen, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens, sondern vielmehr als eine Art Warnnotiz über den aktuellen Stand. Dieser Stand könne sich aber ändern, wenn andere Verlegewege weiter geprüft werden, was gerade geschehe. Aus diesem Grund seien die Kunden auch aufgefordert worden, bereits verlegte Leerrohre, von denen die TNG nichts wisse, dem Unternehmen zu melden.

Welche Extrakosten überhaupt im Raum stehen, dazu schweigt das Unternehmen offiziell. Weil es so viele verschiedene Variablen gebe, könne man keine genauen Angaben dazu machen.

Grebenaus Bürgermeister Lars Wicke (rechts) beim Start der Bauarbeiten im Gründchen. Foto: TNG

Inzwischen hat Familie Renger einen zweiten Brief bekommen. Diesmal nicht von der TNG – sondern vom Grebenauer Bürgermeister. Lars Wicke versichert darin, dass die Stadt sich darum bemühe, auch ihr einen kostenlosen Anschluss zu ermöglichen. Man sei deswegen mit der TNG bereits im Gespräch.

Gegenüber Oberhessen-live äußert sich Wicke ähnlich. “Als Stadt haben wir aus unserer Sicht gute Vorschläge zur Erschließung unterbreitet, und so glauben wir auch neue Ideen aufgezeigt zu haben. Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit der TNG zu einer Lösung kommen die – hoffentlich – alle Kunden zufriedenstellt”, sagt Wicke. “Ziel der Stadt Grebenau ist es, dass alle die Kunden die angeschlossen werden wollen, auch angeschlossen werden. Aktuell sehen wir nach dem Ausbau der TNG keinen weiteren Anbieter mit dem Ziel Glasfaser bis ins Haus auszubauen.”

“Wir sind sehr dankbar, dass Herr Wicke sich für uns einsetzt, sagt Dieter Renger. Auch die TNG selbst beschreibt die Zusammenarbeit mit der Stadt Grebenau als “sehr gut”, das Auftreten des Bürgermeisters als “sehr engagiert”.

Gemeinsam, so ist herauszuhören, wollen die Stadt und der Anbieter nun weiterschauen, ob sich durch das Aufspüren von schon vorhandenen Leerrohren oder clevere Verlegewege, wegen denen vielleicht nur ein Grünstreifen und nicht die ganze Straße aufgerissen werden muss, die Kosten bei den entsprechenden Anschlüssen nicht doch noch soweit senken lassen, dass die TNG die Arbeiten für die Endkunden kostenlos vornehmen kann.

Familie Renger hat mittlerweile herausgefunden, dass Nachbarn, von denen sie nur durch einen Schotterweg getrennt sind, in einem Fall von TNG einen Anschluss bekommen. Im anderen Fall liegen offenbar zumindest Leerrohre in einem Feldweg, weil der Nachbar als Unternehmer von der Telekom ans schnelle Netz angeschlossen wurde. Eine abschließende Einschätzung, ob das der TNG genügt, um doch wirtschaftlich den Rengers ihre Glasfaser ohne Extrakosten ins Haus legen zu können, steht noch aus.

24 Gedanken zu “Wenn die Gratis-Glasfaser plötzlich kosten soll

  1. Die Punkte 2.-4. finden meine Zustimmung, wenngleich ich Punkt 3 nicht bestätigen kann und die Polemik des Punktes 4 nicht von der Hand zu weisen ist. Einer weiteren Kommentierung bedürfen diese Punkte nicht, da es hier nicht um einen konkreten Bezug zum Thema geht, sondern wieder einmal um allgemeine Randthemen zur TNG.

    Zu 1: Hier werden irgendwie Tatsachen verdreht bzw. Worte herumgedreht. Selbstverständlich ist die Stadt in die Verträge (hier: Vorverträge) zwischen dem Anbieter und potenziellen Kunden nicht direkt involviert. Das ist selbsterklärend und wird an keiner Stelle in Frage gestellt. Es hat auch, soviel ich weiß, niemand nach dem Bürgermeister „geschrien“. Alleine diese Ausdrucksweise ist völlig übertrieben und unangebracht. Die Stadt hat sich der Sache nach Bekanntwerden der Sache offensichtlich selbst angenommen, um hier gemeinschaftlich mit dem Netzbetreiber für ihre Bürger nach Lösungen zu suchen und diese darzulegen. Da es sich um eine infrastrukturelle Maßnahme im gesamten Stadtgebiet handelt, ist eine Mitwirkungspflicht der Stadt in diesem Vorhaben wohl kaum von der Hand zu weisen. Wieder mal wird hier von jemandem eine absolut kurzsichtige Denkweise dargelegt, deren beabsichtigte Manifestierung anhand eines Beispiels eines Autokauf-Vertrags absolut hinkt. Was genau sollen denn Autokauf-Verträge im persönlichen Einzelfall mit dem hiesigen Problem zu tun haben, bei dem es um zukünftige Standortfaktoren der Stadt geht? Mit dem aufgeführten Beispiel wird ein sachlich diskutiertes Thema unnötigerweise ins Lächerliche gezogen. Handelt es sich bei Glasfaseranschlüssen etwa nicht um einen möglichen, erheblichen Standortvorteil, von dem auch die Stadt durch zufriedene Bürger, erhöhte Ansiedlung, verbesserte Arbeitsbedingungen usw. mittel- und langfristig profitieren kann? Solidarische Betrachtungsweisen scheinen einigen leider abhandengekommen zu sein. Aber keine Sorge: Es wird nicht verlangt, dass irgendjemand der berücksichtigten Bürger zu seinem eigenen Vertrag auch nur einen Cent mehr zahlt, damit auch der Rest erschlossen wird. Ebenso wird auch kein „Einspringen“ von jemandem verlangt, der sich dem Thema nicht annehmen möchte.

    Zu 5: Woher stammt die Zahl von ca. 1.200 potentiellen Anschlüssen, alleine in Grebenau?

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  2. 1. Kein anderer Anbieter hat uns bisher ein vergleichbar gutes und seriöses Angebot gemacht wie TNG. Die anderen haben uns auf dem Land sprichwörtlich im Regen stehen lassen. Dass es Härtefälle geben kann ist doch nichts Außergewöhnliches.Da muss man nicht gleich nach dem Bürgermeister schreien, der sollte eigentlich besseres zu tun haben. Wenn ich als Privatperson einen privaten Vertrag abschließe, z.B. Autokauf, und danach feststelle,dass die Vertagserfüllung ggf. Mängel aufweist etc., kann einem doch nicht der Bürgermeister oder gar die Allgemeinheit hier zur Seite stehen. Alle wollen doch mündige Bürger sein und schließen täglich zig Millionen private Verträge ab, mit zig Millionen Mängeln, Betrügereien etc. und da müssten wir dann gemäß diesem Beispiel alle einspringen. Wahnsinn!

    2.Wir sollten froh sein, dass die TNG hier aufgeschlagen hat, endlich Bewegung in die Sache kommt. Der kleinste Vertrag bei der TNG mit 50Mbit ist nicht teurer als bei der Telekom, wobei bei der Telekom z. B. bei uns nur max. 1Mbit ankommen, obwohl wir für 6Mbit bezahlen, und das seit Jahren. Eigentlich Betrug, aber nicht zu ändern. Bei der TNG zahlen wir dann für 50Mbit, und bekommen durch die GF-Technik bis in Haus, dann aber auch 50Mbit, fürs gleiche Geld. Da sollte es keine Fragen zur Entscheidung geben.

    3. Ich habe mich über die TNG zu Beginn ihrer Kampagne vor Ort in Kiel über Bekannte informiert. Die TNG wurde mir beschrieben als seriöses Unternehmen, wo man schon seit über 10 Jahren Kunde sei.

    4.Bei all meinen Anfragen bei der TNG bzgl. Vertrag, Kabelverlegung, Hausinnenverkabelung etc. wurde ich mit einer fachkundigen Person verbunden und nicht wie bei der Telekom mit einem BWL-Studenten in einem Callcenter.

    5. Wegen Härtefällen, ca. 25 Grundstücke von ca. 1.200, sollten es keinen Grund geben, das schlechtzureden.

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    1. Eine Egoistische und schier asoziale Darstellung. Ohne Solidarität Einzelner wäre der gesamte Ausbau gescheitert. Die so genannten Härtefälle werden von jeglicher Urbanität abgehangen. Aber ist ja klar…wer hat was er will hat es gut machen… Sie können niemand sein, der sich in irgendeiner Form engagiert. Im Gegenteil. Schade, dass es solche Menschen gibt

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  3. Geehrter „AS“, dass ein GPON aufgebaut wird, würde ich nicht als Wissen bezeichnen, sondern vielmehr als Information, die ich auf konkretes Nachfragen beim Netzbetreiber erhalten habe. Wieso sollte man das in Frage stellen, wenn es sich dabei eher um die „schlechtere“ Variante beider Netzarchitekturen handelt? Würde ein AON aufgebaut werden, hätte der Netzbetreiber sicher dies auch so mitgeteilt. Eine Wirtschaflichkeitsbetrachtung eines AON hätte aber im Übrigen ganz andere Resultate zufolge und wäre im hiesigen Gebiet utopisch. Diese Anforderung steht aber auch überhaupt nicht im Raum.

    Letztendlich geht es im Artikel aber überhaupt nicht um die Technologie des Netzaufbaus, sondern um ganz andere Fragestellungen.

    Auch das von Ihnen verlinkte Pamphlet der Umsetzungsstragie der Bundesregierung zur Digitalisierung, trägt nicht zu Lösungsansätzen des hiesigen Problems bei und nimmt keinen Bezug auf das von Ihnen erfragte Hintergrundwissen zur Netztopologie. Inwiefern und für welche -konktete- Aussage meinerseits, sehen Sie mich hier als desinformiert an? Leider nimmt kein einziger Ihrer hier aufgeführen Kommentare direkten Bezug auf das im Oberhessen-Live Artikel sehr ausführlich und gut beschriebenen Problem. Stattdessen werden Ihrerseits, lieber „AS“, stets nur Randaspekte kommentiert. So viel zu Ihrem Aspekt der Verunsicherung.

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  4. Wie peinlich sich hier die zurückgebliebenen und vom Internet ahnungslosen „Sherrifs“ des Vogelsbergs verhalten.

    Die TNG hat unter gewissen Bedingungen einen kostenlosen Anschlusd versprochen. Alle, bei denen das nicht möglich ist, zahlen keinen Cent und sind genauso schlecht mit der Telekom dran wie bisher. Ihnen ist keinerlei Nachteil durch die lobenswerte Offensive der TNG entstanden.

    Woher also dieser Hass und diese Hetze gegen eine Firma, die 95% der beantragten Glasfasern auch wirklich bis ins Haus verlegt? Diese Quote ist grandios. Wegen Störungen in der Frequenz schaffen so etwas noch nicht einmal die Mobilanbieter.

    Bei jeder sachlichen Betrachtung kann man der TNG nichts vorwerfen. Aber für ein „Stammtisch-Haudrauf“ reicht es natürlich.

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    1. Keine Ahnung was genau mit „Störung in der Frequenz“ gemeint ist. Ich hoffe doch sehr, dass ich meine Beiträge hier sachlich und den Fakten entsprechend verfasst habe und mich dabei keiner Polemik bedient habe. Hass und Hetzte sehe ich hier ehrlich gesagt nicht. Eher sind es unsachliche Kommentare, die keinen oder wenig Bezug zum Artikel haben oder deren Verfasser die Vertragsgrundlagen des Anbieters wirklich nicht verstehen. Dass ich die geschilderte Lage des Herrn Renger und seiner Familie nachvollziehen kann, ist sicher der Tatsache geschuldet, dass wir ebenfalls von der Sache betroffen sind. Meine Ansicht ist schon alleine deshalb nicht neutral. Dennoch ist es schon eine absolut kurzsichtige Denkweise, den Betroffenen würden hierbei keine Nachteile entstehen. Stillstand ist eben kein Fortschritt! Auch die dynamische Anpassung technischer Infrastruktur an die fortschreitende Entwicklung der Bedürfnisse ist unbedingt erforderlich, um auch auf dem Land Schritt zu halten. In diesem Fall ist eine nicht-Erschließung also sehr wohl eine Benachteiligung. Als nicht Betroffener mag man die Empathie für die Problematik gerne übersehen oder ignorieren. Dann aber entsteht einem ebenfalls kein Nachteil, wenn man die Dinge nicht in einer überheblichen Art & Weise kommentiert. Das Gegenteil zu erwähnten angeblichen Vorwürfen für den Stammtisch, sind eben sachliche, konstruktive Vorschläge und Denkanstöße der Stadt an die TNG.

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  5. Der Staat gibt die Infrastruktur aus der Hand und überträgt sie der Privatwirtschaft. Hierfür gibt es ausreichend Beispiele.
    Die Bürger müssen mit den negativen Auswirkungen leben.
    Die Fa. TNG ist ein privatwirtschaftliches, auf Gewinnorientierung ausgerichtetes Unternehmen. Die Folgen des Ganzen erleben wir hier vor Ort.
    Wieviel verschiedene Firmen basteln im Gründchen eigentlich an der Glasfaserversorgung? Für mich ein Versagen der Politik, von Berlin bis hin zum Amthof!

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  6. Wenn ich das im Artikel richtig verstanden habe sind es in Eulerdorf 13 Anschlüsse, die nicht zu Stande kommen oder mehr Kosten. Außerdem sollen es in Eulerdorf auch noch mehr sein, als in anderen Orten. Das heißt doch aber bei den meisten Kunden hat alles gepasst und es gab keine Überraschungen. Das klingt nicht nach Betrug, eher nach Wirtschaft. Das ist nun mal so, wenn Unternehmen eine Infrastruktur aufbauen.
    Natürlich ist es schade, dass Herr Regner etwas bezahlen muss, aber sowas kann bei Vorverträgen passieren. Man sollte da immer mit rechnen.

    Mir wurde am Telefon von der TNG übrigens gesagt, dass es zu Kosten kommen kann. Das liegt an der Länge der Leitung und irgendwie am Boden. Vielleicht gab es hier ein Missverständnis oder wie so oft gibt es verschieden gute Berater.

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  7. Man spricht immer von einem kostenlosen Glasfaseranschluß? Dieser Anschluß ist aber verbunden mit dem Zwang auch einen Vertrag abzuschließen und dadurch den alten zu kündigen.Oder habe ich da was falsch verstanden??

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    1. Reiner, hast du jetzt auch einen Vertrag mit dem Zwang abgeschlossen!?

      Was bekommst du den dafür…gerade, 16,50 oder 100mbits?!

      Nach jeder Vertragslaufzeit obliegt es bei dir zu bleiben oder zu gehen.
      Nennt man freie Marktwirtschaft….

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  8. Wer einmal bei so einem Kommunikationsdienstleister wie „Mobilcom“ war, der sollte sich bei anderen Anbietern über nichts mehr wundern. Die Absichten der TNG sind doch mehr als durchsichtig – suche in der tiefsten Provinz nach den dümmsten Hinterwäldern mit der schlechtesten Internetleitung. Dann kannst du jeden Vertrag unterjubeln. Es wird später auch noch „besser“, für die die so ein „Glasfaseranschluss“ bekommen. Denn es hat niemand die TNG danach gefragt ob es als Shared-Glasfaser realisiert wird und wie hoch die Belegungsrate dann ist. Es ist nämlich davon auszugehen das man mit dem ganzen Dorf am einzelnen Strang hängt. Anstatt wie es am besten geht – mit dem eigenen Kabel zum Rechenzentrum wo es wirklich zukunftssichere 2-5-10Gbit geben kann.

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    1. Doch, es gibt Leute die gefragt haben! Es wird ein GPON aufgebaut, genau wie bei privaten FTTH-Anschlüssen anderer Mitbewerber (z. B. auch bei der Telekom) auch. Wieviele Hausanschlüsse an einem Splitter vorgesehen werden, obliegt doch letztendlich der Planung des Netzbetreibers. Vertraglich zugesichert, wird die Datenrate nicht nur als maximale, sondern auch als minimale Datenrate. Auch bei Kabelanbietern ist das Kabelnetz in Shared-Medium, was sich dort sogar in den Abendstunden deutlich bemerkbar macht. Ob die minimale (=maximale) Datenrate in der Praxis stets beibehalten wird, wird sich zeigen. Es ist aber ein Anspekt um den es im obigen Artikel überhaupt nicht geht.

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  9. die unlauteren methoden der anbieter sind alle gleich, erst locken und dann abkassieren. auch telekom udn vodafone versuchen ihre kunden am telefon über den tisch zu ziehen, wird ein schriftlicher vertrag angefordert vorab, bricht der kontakt urplötzlich ab. läuft der vertrag über die vereinbartwe laufzeit hinaus weiter, wird es automatisch teuerer. die wild-west-manier ist scheinbar gewollt, denn die zuständigen behörden schauen diesem treiben einfach zu und greifen nicht ein. oft steigt auch mitten in der laufzeit der preis kräftig an.

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  10. Das ist Betrug erst Verträge abschliesen und dann nicht Einhalten , es zeigt das es dieser Firma nur ums Geld geht,was wird sein in ein Paar Jahren ? Trommeln oder Brieftauben.Heute wird nur noch Betrogenerst alles versprechen und dann Bluff .

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    1. Genau, Werner Kalbfleisch. Wer sich die Verträge und Werbungen der TNG genau anschaut, der kann lesen: Ein kostenfreier Anschluss ist nur bis zu einer gewissen Entfernung von der Trasse möglich.

      Wie kann man denn eigentlich KEINERLEI Ahnung haben, und trotzdem den ganzen Tag seine Unwissenheit auch noch zur Schau stellen wollen? Werner Kalbfleisch, ich hoffe Ihre Enkel schauen sich das nicht von Ihnen ab.

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    2. Das sind Vorverträge, solange keine Faser liegt musst du auch nichts zahlen Werner… was genau wurde hier also noch mal versprochen und nicht eingehalten???

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      1. Dass es Vorverträge sind und den Betroffenen keine Vertragsbestätigung vorliegt, hat doch jeder verstanden. Es geht doch bei der Sache (noch) überhaupt nicht um den rechtlichen Aspekt, sondern um die Vorgehensweise des Anbieters hinsichtlich seiner eigenen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und intransparenten Art & Weise der Kommunikation bezogen auf die momentan nicht berücksichtigten Anschlüsse.

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    3. Betrug ist das nicht. Es wird darauf hingewiesen, dass es unter Umständen dazu kommen kann, dass man nicht angeschlossen werden könnte.

      In diesem Fall erlischt der Vorvertrag

      Betrug wäre es, wenn die TNG trotzdem auf die monatlichen Gebühren bestehen würde obwohl keine Leistung erbracht werden kann.

      Immer schön bei der Wahrheit bleiben Werner!

  11. Ich kann Herrn Renger und allen anderen betroffenen nur Raten eine Anzeige wegen unlauterem Wettbewerb zu starten.
    Die Firma hatte versprochen, dass JEDER der sich vor einem bestimmten Termin meldet einen KOSTENLOSEN Glasfaseranschluss bis ins Haus bekommt wenn eine erforderlich Mindestzusage erreicht wird!
    Die mindestteilnehmerzahl wurde erreicht und Herr Renger hat den Vorvertrag Rechtzeitig vor dem Termin abgeschlossen, damit hat er seinen Teil erfüllt, jetzt ist die Firma dran ihren Teil zu erfüllen.
    Irgendwelche Vorbehaltsklauseln im Kleingedruckten des Vertrags zu verstecken halte ich für Betrug.
    Eine Ehrliche Firma hätte gleich bei den Infoveranstaltungen auf eventuelle wirtschaftlichkeitsvorbehalte hingewiesen.

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    1. Nein, genau das hat die Firma nicht versprochen. Es steht in jedem Vertrag und jedem Werbeflyer, dass der kostenlose Anschluss nur bei Leitungen bis xx Meter von der geplanten Trasse möglich ist.

      Auch wenn ich den Ärger verstehen kann, sollte man als Großvater bei der Wahrheit bleiben. Die TNG sollte vielmehr gegen solche Lügen vorgehen.

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      1. … leider im Kern ebenso unrichtig und falsch gelesen (oder verstanden)!

        Zur Erklärung: Der kostenlose Anschluss, bezieht sich definitv nicht von der geplanten Trasse bis zum Anschlusspunkt. Die Trassenführung kann gar nicht als Grundlage dieser Aussage dienen, da diese weder den potenziellen Kunden zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung, noch heute mangels einer finalen Trassenplanung, bekannt ist. Als kostenlos beschrieben ist eindeutig die Strecke von der Grundstücksgrenze bis zum Anschlusspunkt (beschränkt bis zur benannten Länge). In Bezug auf die im Bericht beschriebene Problematik, hat das Ganze jedoch überhaupt nichts damit zu tun. Es geht hier nicht um erhöhte Kosten einzelner Hausanschlüsse aufgrund der Länge zwischen Grundstücksgrenze und Anschlusspunkt, sondern um die Erschließung zu und zwischen den betroffenen Liegenschaften.

        Als Betroffener kann ich mitteilen, dass selbst Straßen mit 100 % Vorvertragsquote von der „TNG-Wirtschaftlichkeitsbetrachtung“ negativ betroffen sein sollen. Quantitativ geht es dabei nicht mal um eine einzelne, außenliegende Liegenschaft, sondern in diesem Fall um gleich fünf Hausanschlüsse. Man kann nur erstaunt darüber sein, wie granular die TNG nun ihre Wirtschaftlichkeitsbetrachtung im Nachgang ausführt. (Gab es da nicht mal ein Sprichwort mit Rosinen?!). Aufwandsmindernde Aspekte wie z. B. die mögliche Verlegung seitlich der Fahrbahn (aufgrund fehlender Gehwege) oder einfache Erschließung der Grundstücke selbst, werden seitens TNG offensichtlich außer Acht gelassen. Nach Erfüllung der Mindestquote für Grebenau, erwähnten TNG-Vertreter in Pressenberichten die hervorragende Vorvertragsquote von letztendlich über 60 % und die damit einhergehende Berücksichtigung auch von Ortsrandlagen.

        Es bleibt zu hoffen, dass die in Relation zur hohen Anzahl der profitablen Anschlüsse, eher geringe Anzahl der betroffenen Liegenschaften in einem vernünftigen Maße bewertet werden. Der erheblichen Benachteiligung aller Mitbürger der betroffenen Liegenschaften, steht hier eine (aus meiner Sicht geringfügige und unverhältnismäßige Gewinnmaximierung) der TNG gegenüber.

        Es wäre wünschenswert, dass das Thema nicht nur aus Gründen der bevorstehenden Kommunalwahl ausgeschlachtet, sondern nachdrücklich und nachhaltig im Sinne der Bürger betrachtet wird. Ohne die Vorschläge der Stadt Grebenau gegenüber der TNG im Einzelfall zu kennen und konkret zu bewerten, gehe ich davon aus, dass der TNG hier durchaus praktikable und pragmatische Vorschläge unterbreitet wurde.

        Die Akzeptanz der Vorschläge, sowie eine positive Mitwirkung der TNG in dieser Angelegenheit, dürfte nicht zuletzt auch für die TNG selbst äußerst angebracht sein. Im Gegensatz stünden angedeutete Klagen mit Bezug auf unlauteren Wettbewerb, Einbezug der Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde oder eine erhebliche, negative Reputation in den noch laufenden Vorvermarktungsgebieten in keinem gesunden Verhältnis zur Erschließung der betroffenen Grundstücke. Trotz mangelnder Anschlussperformance kann sich TNG sicher sein, dass der Buschfunk im Vogelsbergkreis noch gut funktioniert. ;-)

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