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Tag 43: Pyrotechnik, Festnahmen, Räumungen und lautstarker ProtestUnruhige Stimmung im Dannenröder Wald

DANNENROD (ol). An diesem Donnerstag war im Dannenröder Wald wieder einiges los. Dabei stieß die Polizei auf weiteren Widerstand von den A49-Gegnern: Pyrotechnik wurde gezündet, Polizeiabsperrungen versucht zu durchbrechen, Aktivisten festgenommen. Die Stimmung: deutlich unruhiger als an Tag 1 im Dannenröder Wald.

Die Polizei setzte auch an diesem Donnerstag ihren Großeinsatz im Dannenröder Wald fort – wieder im Bereich des Camps „Drüben“. Hier harrten die Autobahngegner wieder in Baumhäusern, Tripods oder in Bäumen aus. Mit dabei war auch Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete, die sich bereits vor einiger Zeit den Aktivisten im Dannenröder Wald anschloss. Bereits um kurz vor 10 Uhr kündigten die Aktivisten auf einem Twitter-Account an, dass sich Rackete heute im Camp „Drüben“ räumen lassen werde.

Und das war dann auch kurze Zeit danach der Fall: Rackete wurde von den Spezialkräften der Polizei aus dem Baumhaus runtergeholt und anschließend mit dem Gelände-Buggy der Polizei aus dem Wald gefahren.

Mehrere Festnahmen gab es unterdessen, nachdem die Aktivisten im Wald erneut Pyrotechnik zündeten und versucht haben sollen, die Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Die Polizei verhinderte dies, dabei wurde auch der Schlagstock eingesetzt. „Lautstarker Protest ist völlig in Ordnung. Was aber absolut nicht in Ordnung ist, ist das was wir eben erlebt haben. Hier wurden Raketen direkt auf unsere  Einsatzkräfte gezündet und in die Menge hineingeschossen sowie Rauchbomben gezündet, das ist nicht ok“, betonte Polizeisprecherin Sylvia Frech.

Es kam zu fünf Festnahmen und es wurden Ermittlungen wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch eingeleitet. Im Laufe des Nachmittags warfen Ausbaugegner einen Farbbeutel auf die Einsatzkräfte von einem Baum und trafen dabei einen Polizisten. Nach Eintritt der Dunkelheit soll es vereinzelte Steinwürfe aus dem Wald auf Einsatzkräfte gegeben haben. Immer wieder seien Polizistinnen und Polizisten persönlich beleidigt worden.

Die Polizei holte wieder mehrere Aktivisten aus Baumhäusern, Hängematten, Tripods und Bäumen runter, die versuchten die Rodungsarbeiten mit ihren Körpern zu verhindern. Stundenlang harrten die Ausbau-Gegner in den Bäumen – teilweise zu viert auf einem Baum – und auf neuen Barrikaden aus. Daneben wurden Bretter mit Nägeln und eine ausgehobene, mit Laub abgedeckte Grube gefunden, welche laut Polizei vermutlich als „Fahrzeugfalle“ ausgehoben wurde.

Während die Einsatzkräfte im nördlichen Bereich des Dannenröder Waldes also die Rodungsmaßnahmen begleiteten, Barrikaden beseitigten, Aktivisten wieder auf den Boden holten und verhinderten, dass die Baumaschinen blockiert werden, standen auch Arbeiten im südlichen Bereich des Waldes auf dem Programm – und zwar dort, wo das Logistikzentrum der Polizei entsteht.

Auf dem Gelände sollen nicht nur Baumaschinen abgestellt und bewacht werden, sondern auch eingesetzte Beamte zur Ruhe kommen können. Bereits gestern wurden in diesem Bereich Baumhäuser und Hängematten in unmittelbarer Nähe entfernt. Zwar hielten sich einige Personen dort in den Bäumen auf, geräumt wurden diese aber – Stand jetzt – nicht.

Insgesamt wurden heute 38 Personen in Gewahrsam genommen. Weiterhin wurden 14 Ermittlungs- und 25 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Ein Gedanke zu “Unruhige Stimmung im Dannenröder Wald

  1. Diese ganze Scheisse muss doch irgendwann mal ein Ende haben . Die Leute sind langsam nur noch genervt von dem ganzen Verhalten dieser Minderheit.

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