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KOLUMNE des Vermögensmanagers Mario EichenauerWahl des US-Präsidenten als „Zünglein an der Waage“ für die Märkte?

ALSFELD. Welchen Einfluss hat die Wahl des neuen US-Präsidenten auf die Märkte? Mit diesem Thema beschäftigt sich die monatliche Kolumne von Mario Eichenauer, Vermögensmanager bei Aurum Vermögensmanagement in Alsfeld. Die Kolumne im Wortlaut.

Es kam, wie es kommen musste, denn es ist entgegen der Erwartungen ziemlich ausgeglichen bei der Wahl des US-Präsidenten. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist entstanden, was fast niemand im Vorfeld der Wahl für möglich gehalten hätte (Stand 05.11.2020 / 17 Uhr). Die Medien haben uns Joe Biden als haushohen Favoriten aufgrund der tollen Umfragewerte verkaufen wollen und es ging wohl nur noch um die Höhe des Vorsprungs zu Donald Trump.

Wie wir nun (wieder einmal) sehen, sind Umfragewerte nicht das Papier und vor allem nicht die Zeit wert sich mit ihnen zu befassen. Das liegt daran, dass Menschen kurz vor den Wahlen ihre Meinung, im Vergleich zu ihrer Aussage im Rahmen der Umfrage, noch ändern können. Gerade bei denen, die entweder kein festes Parteibuch haben oder sich kurzfristig noch umentscheiden, wenn es Anlass dazu gibt. Letzteres scheint nun doch deutlich häufiger vorgekommen zu sein als erwartet.

Wenn man allerdings Fakten einfließen lässt, die uns die deutschen Medien offenbar vorenthalten haben, ist das aktuelle Kopf-an-Kopf-Rennen vielleicht doch keine so große Überraschung. Als Beispiel dafür lässt sich anfügen, dass Mister Trump schon Wochen vor der Wahl versprochen hat, dass Amerikaner, die unter 104.000 Dollar pro Jahr verdienen keine Steuern mehr zahlen müssen. Dies sollte im Falle eines Wahlsieges von ihm auch in Zukunft so bleiben.

Wie das alles finanziert werden soll hat er allerdings nicht gesagt. Aber nehmen Sie sich selbst einmal, bei so einem verlockenden Wahlversprechen kann man durchaus wankelmütig werden, auch wenn man sonst vielleicht kein Trump-Fan ist. Warum uns die deutschen Medien diese Information vorenthalten haben, ist eigentlich ganz logisch. Diese könnte vielleicht auch entsprechende Begehrlichkeiten in Deutschland wecken.

Welcher Präsident ist besser für die Finanzmärkte?

Eine Studie einer großen Investmentbank hat kürzlich hervorgebracht, dass es offenbar überhaupt keine Rolle für die Finanzmärkte spielt, ob ein Republikaner oder ein Demokrat als Präsident den USA vorsteht. Da diese Untersuchung sich auf die letzten ca. 100 Jahre bezieht, kann man wohl davon ausgehen, dass dies auch wirklich so ist.

Zukünftige Entwicklung der Aktienmärkte

Die Ausgangslage für die Leitbörse an der Wall Street ist im Moment alles andere als leicht. Die Investoren hatten auf einen klaren Wahlausgang gehofft, damit der aktuelle Stillstand rund um das nächste Billionenschwere (und absolut notwendige) Hilfspaket der US-Politik zügig beendet wird. Dies ist aber nicht der Fall und trotzdem sind die Aktienmärkte gestiegen, obwohl sich die Beobachter einig waren, dass bei einem engen Wahlausgang die Kurse nochmal deutlich „unter die Räder kommen“ könnten. Wie man sieht ist demnach fast nichts prognostizierbar, da nach wie vor viele Investitionsentscheidungen von den jeweiligen Emotionen der Marktteilnehmer (Angst und Gier als jeweiliges Extrem), beeinflusst werden.

Letztlich ist es mittelfristig aber gar nicht entscheidend wieviel Geld im Rahmen der staatlichen Hilfsprogramme in die Wirtschaft fließt. Dies sorgt zwar wie immer in den letzten Jahren für ein Strohfeuer an den Aktienmärkten, aber viel wichtiger wird sein, inwieweit sich die US- bzw. die Welt-Konjunktur in den nächsten Monaten erholen wird. Aufgrund der vielen Arbeitslosen und Kurzarbeiter rund um den Globus, erscheint die von Allen herbeigesehnte, schnelle Erholung hauptsächlich auf Hoffnung zu beruhen. Wenn die Menschen in eine ungewisse Zukunft blicken, dann halten sie eher ihre Ersparnisse zusammen, als zu konsumieren. Gerade größere Anschaffungen, wie Autos oder Möbel werden eher zurückgehalten und es wird lediglich das gekauft, was unbedingt notwendig ist.

Ist dies ein Umfeld für weiter steigende Aktienkurse? Wir werden es sehen. Falls wir jedoch einen weiteren Crash der Aktienmärkte erleben sollten, bietet Dieser natürlich auch enorme Chancen diverse Qualitäts-Aktien äußerst preisgünstig zu erwerben!

Edelmetalle

Im Vorfeld der US-Wahl wurde von verschiedenen Analysten ein starker Anstieg des Silberpreises prognostiziert, wenn Joe Biden die Wahl gewinnt. Diese Aussage wurde getroffen, da er als neuer US-Präsident wohl das Thema erneuerbare Energien Extrem nach vorne bringen will. Er plant ca. 2.000 Milliarden US-Dollar in diesen Sektor zu investieren und da die Solar-Industrie einiges an Silber benötigt, kann der Preis sich lt. Prognose der Analysten in Richtung 100 USD für die Unze Silber bewegen. Aktuell liegen wir bei 25 USD.

In einer Weltwirtschafts- bzw. Schulden-Krise wie dieser, scheint der einzig sichere Hafen, der, der Edelmetalle zu sein. Wer glaubt die Edelmetalle hätten ihr Hoch bereits im Sommer gesehen, könnte sich eventuell gewaltig irren. Der noch vor uns liegende (aber aktuell notwendige) weitere Schulden-Aufbau, sollte die Edelmetall-Preise in den kommenden Monaten weiter nach vorne bringen. Die Entwertung des Papiergeldes durch Inflation schreitet zügig voran und auch eine Implosion des gigantischen globalen Schulden-Berges lässt sich nicht komplett ausschließen. Diese Gesamtsituation ist für Edelmetall-Investoren geradezu ein Eldorado.

Spätestens wenn die Politik erkennt, dass man in der Zukunft vielleicht auch einen Schuldenschnitt dem Corona-Virus in die Schuhe schieben kann, ohne selbst als Versager dazustehen, werden die Edelmetalle wohl in ungeahnte Höhen vorstoßen! Sie sollten daher vielleicht überlegen Ihren Edelmetall-Anteil im Gesamtvermögen ggf. noch etwas nach oben anzupassen

Das Aurum-Team steht Ihnen selbstverständlich für den Aufbau bzw. einen Check Ihres Anlageportfolios in diesen bewegten Zeiten unter Tel. 06631/8018440 mit Rat und Tat zur Seite. Wie immer wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen für Ihre persönliche Vermögensstruktur!

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wider. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Mario Eichenauer
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld

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