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"Ein verzweifelter Versuch" einen möglichen Stopp des Weiterbaus zu verhindernFraktion der Homberger Grünen steht zu 100 Prozent hinter Stadträtin Barbara Schlemmer

HOMBERG OHM (ol). Die Stadträte Michael Rotter, Heinz-Jürgen Stock, Wilfried Wagner und Erste Stadträtin Petra Wolf forderten gemeinsam mit Bürgermeisterin Claudia Blum die grüne Stadträtin Barbara Schlemmer zum Rücktritt auf. „Das Maß ist voll“, sagen sie. Nun meldet sich auch die Fraktion der Homberger Grünen zu Wort. Sie teilt mit, dass sie sich zu 100 Prozent hinter Schlemmer stellt.

„Man braucht gar nicht nach Amerika zu schauen und mit dem Kopf zu schütteln, wenn dort ein einzelner Mann Dinge äußert, die er am nächsten Tag ja eigentlich ganz anders meinte als es alle verstanden haben – das Gleiche ereignet sich hier in unserem beschaulichen Homberg auf peinliche Art und Weise. Mit den Äußerungen des Lebensgefährten der Bürgermeisterin sind Grenzen überschritten worden. Dies ist so nicht hinnehmbar. Auch wir erwarten, dass Frau Blum sich von diesen Äußerungen distanziert,“ so Fraktionsvorsitzende Christiane Helm in der Pressemitteilung der Homberger Grünen bezüglich der aktuellen Entwicklungen in Homberg Ohm.

Zum Hintergrund: Die Stadträte Michael Rotter, Heinz-Jürgen Stock, Wilfried Wagner und Erste Stadträtin Petra Wolf forderten gemeinsam mit Bürgermeisterin Claudia Blum die grüne Stadträtin Barbara Schlemmer zum Rücktritt auf. „Das Maß ist voll“, sagen sie. Schlemmer würde der Stadt schaden und den Rechtsstaat mit Füßen treten. Die Magistratsmitglieder halten die Aktivitäten von Barbara Schlemmer als Sprecherin des Aktionsbündnisses „Keine A49“ mit ihrem Amt als Stadträtin für nicht mehr vereinbar und sehen in diesen Aktivitäten und Äußerungen eine grobe Verletzung ihrer Dienstpflichten als Stadträtin.

Die Bestrebung der CDU, Frau Schlemmer als Einzelperson in Rahmen der Diskussion um den Weiterbau der A49  zu diffamieren, sei mehr schlecht als recht. „Ein verzweifelter Versuch der CDU, sich jedes Mittels zu bedienen, der den Stopp des Weiterbaus, der vielleicht gar nicht mehr so unwahrscheinlich ist, zu unterbinden“, heißt es weiter.

Mittlerweile befürchten die Homberger Grünen, dass für Homberg neben dem geplanten Industrie- und Gewerbegebiet eine weitere und weitaus größere Industrieansiedlung  ansteht: die Planung eines riesigen, etliche Hektar großen zentralen Güterverkehrszentrums – so wie etwa in Kassel. Von Ulrich Künz (Kirtorf) und Dr. Hans Heuser (Mücke) sei bereits 2019 in der Regionalversammlung der Antrag gestellt worden, zu untersuchen, ob sich die Gegend zwischen Homberg, Kirchhain und Stadtallendorf für ein solches Zentrum eignet. „Die Bahnstrecken bei Kirchhain oder Stadtallendorf sind bereits da, ebenso liegen im Bereich Nieder-Ofleiden bei der MHI Schienen. Sie wurden von der Bahn sogar für die schweren Schotterzüge der MHI ausgebaut.“ (AAZ Feb. 2019). Eine Prognose-Studie dazu sei im Internet bereits einsehbar.

Für die Homberger Grünen sei nun klar, warum der Gemeindefragebogen, der als Grundlage für die künftige Entwicklung der Kommune in den Regionalplan miteinbezogen werde, den Stadtverordneten und den Bürgern inhaltlich nie vorgestellt wurde, heißt es in der Pressemitteilung. Andere Kommunen hätten diesen Gemeindefragebogen offen und transparent im Parlament besprochen. „Der Vogelsberg und der Kreis Marburg Biedenkopf bekennen sich klar zur Bedeutung der Ohmtalbahn für den Güterverkehr und sprechen sich für langfristige Sicherung und Weiterentwicklung der Strecke bis Nieder-Ofleiden aus„. Da erhält die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie bezüglich einer Reaktivierung der Ohmtalbahn  nun eine ganz andere Bedeutung.

„Man muss sich die Frage stellen, welche Planungen bezüglich eines mittelhessischen, zentralen Güterverkehrszentrums in Homberg bereits laufen. Leider ist es häufig so, dass erst Fakten geschaffen werden und die Bürger dann vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Das wollen wir so nicht. Was ein derartiges Projekt für Homberg bedeuten würde – besonders für Nieder-Ofleiden, Appen- und Dannenrod -, möchte ich mir nicht vorstellen,“ so Fraktionsvorsitzende Helm.

„Für den geplanten Weiterbau der A49 gibt es alternative Planungsideen. Diese Alternativen werden in der Diskussion um die nicht mehr zeitgemäße Planung der A49 von den Befürwortern dieses Planungsdinosauriers allerdings nicht in Betracht gezogen – bedauerlich, gemeinsam könnte man sicherlich eine zeitgemäßere Lösung finden“, heißt es abschließend.

7 Gedanken zu “Fraktion der Homberger Grünen steht zu 100 Prozent hinter Stadträtin Barbara Schlemmer

  1. Hier müsste jetzt mal der erneut gewählte Stadtverordnetenvorsteher auf den Putz hauen und für eine klare Linie sorgen. Aber was will man von einem Weichei und Ja sager schon erwarten

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  2. Es gibt hier nur eine Lösung!
    Rücktritt Frau Schlemmer und machen Sie Platz für Menschen die nicht in den 90er Jahren stehen geblieben sind!!!

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  3. JA zur A49, aber nicht mit dieser Trassenführung, durch ein Gebiet, welches ein Trinkwasserreservoir für 1/2 Mio. Menschen vorrätig hält! Wer es bis heute nicht verstanden hat, der Klimawandel ist da! Wasser ist des Menschen Lebenselixier! Wenn die Menschheit weiterhin so mit den Ressourcen der Erde umgeht wie aktuell, wird es Auseinandersetzungen um Wasser geben. Jedes noch so kleine Individuum auf dieser Erde lernt im Laufe seiner Entwicklung, der Mensch nicht! Werdet schlau, schafft euer politisches Denken ab und denkt mal weiter! Denkt an unsere ERDE! Wenn ich ständig von diesen Verwicklungen um die Planungsgesellschaft, den Landbesitzern, den Bauunternehmen, etc. höre, wird mir schlecht. Hier geh es rein um Kommerz und nicht um unsere Zukunft. Da reden die Richter von nicht mehr aktuellen Planungen und Feststellungsverfahren, finden aber keine Rechtsprechung welche der Natur und dem Klima dient.
    Armes Deutschland, wir wollen überall der Vorzeigestaat sein, sind aber nicht imstande unsere internen Probleme zu sehen und zu erkennen!
    Das ist rein meine Meinung zu diesem Thema und ich verweise auf Art. 5 im GG.

    PS.: Deshalb weiter so, Barbara, Dafür *****

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    1. Bla bla vergessen das unser kostbares Wasser eh nach Frankfurt fließt um Bäume zu bewässern?
      Das vergessen wa

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  4. Was hat denn bitte der (wirklich peinliche) verbale Fehltritt eines Herrn Hinkel sachlich mit der Pressemitteilung des Magistrats zu tun?

    Während der Magistrat seine Kritik an Frau Schlemmers Aktionen sachlich und zielgerichtet dargelegt hat, geht man hier gar nicht auf diese Sachargumente ein.

    Stattdessen leitet man die Mitteilung mit dem Fehlverhalten einer unbeteiligten Person ein, nur weil diese einem(!!) Magistratsmitglied persönlich nahe steht. Das spielt bei fünf von sieben unterzeichnenden Mitgliedern doch gar keine Rolle mehr.

    Für mehr haben die Argumente nicht gereicht? Scheinbar! Denn zum eigentlichen Thema wird gar nicht mehr Stellung bezogen, sondern man geht sofort auf ein weiteres Thema über, was wieder nichts mit der zurückgewiesenen Kritik zu tun hat.

    Und auch dieses Thema nutzt man, um den Magistrat zu diskreditieren – aber ein Argument, warum das anbandeln Schlemmers mit verfassungsfernen Gruppierungen legitim sein soll, das sucht man vergeblich. Stattdessen nur „Whataboutism“.

    Das I-Tüpfelchen ist, dass man zwar für die Verkehrswende mehr Logistik auf die Schiene bringen will, aber die nötige Umverteilung zwischen Schiene und Strasse – sprich ein Güterverkehrszentrum – das soll dann doch bitte nicht vor der eigenen Haustür passieren. Geht ja gar nicht!

    Bei der letzten Wahl hätte ich fast grün gewählt – bei diesem Niveau hier bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Da hätte ich mich doch glatt schwarz geärgert.

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    1. @Checker Tobi

      Der Mensch der alles checkt scheint der Pressesprecher des Herrn Mischak zu sein.

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  5. Schade, ich bereue mein Kreuz bei der letzten Landtagswahl für “Grün” sehr.

    In Wiesbaden wird viel zu brav mitregiert und am besten direkt das 4. Terminal in Frankfurt gebaut, hier auf dem Land ist man wiederum viel zu radikal und noch in den 90ern vergangen, wo man jeden Protest, egal wie gewaltsam, bejubelte.

    Das sind mich mehr “meine” Grünen.

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