AnzeigeWirtschaft0

KOLUMNE der Vermögensmanagerin Ines CasparDer Goldpreis, der Aktienmarkt und die Corona-Pandemie

ALSFELD (ol). Das erste halbe Jahr ist vorbei und die Corona-Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Wirtschaft, sondern auch auf den Finanzmarkt. Wie sieht es auf dem Aktienmarkt aus und was machen die Goldpreise? Eine Kolumne von Ines Caspar, Vermögensmanagerin bei Aurum Vermögensmanagement in Alsfeld, im Wortlaut.

„Das erste halbe Jahr ist vorüber und es gibt seit März gefühlt nur noch ein Thema: Corona, Corona, Corona und das hört wohl auch so schnell nicht auf. Wenn jemand etwas ähnliches im Januar im Jahres-Horoskop geschrieben hätte, hätten Sie vermutlich an seinem Geisteszustand gezweifelt. Nach wie vor herrscht große Verunsicherung über den Fortgang der Corona-Krise. Eine zweite Infektionswelle gilt als großes Konjunkturrisiko.

Eine Panikwelle im März zu Beginn der Pandemie führte zu massiven Verlusten an den internationalen Aktienmärkten. Seither ist eine ausgeprägte hohe Schwankung (Volatilität) an den Börsen fast schon zu Normalität geworden. Doch trotz der zwischenzeitlichen Rücksetzer konnten sich die Märkte im zweiten Quartal aber schon wieder deutlich erholen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat seit April bereits über 14 Prozent zulegen können. Der Techwerte-Index NASDAQ Composite schwang sich erst kürzlich gar zu ganz neuen Höhen auf.

Aber erst die Zahlen zum zweiten Quartal werden die Auswirkungen des weltweiten Shut-Down zeigen. Ökonomen warnen daher bereits vor einer Insolvenzwelle im Herbst. Nicht wenige Strategen gehen davon aus, dass eine zweite Verkaufswelle kurz bevorsteht und der DAX noch einmal deutlich absacken könnte. Längerfristig gilt aber die Erwartung, dass die Kurse mit einer Erholung der Konjunktur wieder klettern. Daher ist es für Anleger an der Zeit, nach Papieren zu schauen, die die Säulen für ein langfristig ausgerichtetes Depot sein könnten. Denn auch wenn es zu Rücksetzern kommt, sehen die Analysten darin die Chance für einen Einstieg. Langfristig gibt es weiter wenig Alternativen zu Sachwerten und somit zu Aktien.

Auseinandersetzungen im Außenhandel als zweites Risiko für die Wirtschaft

Ein zweites Risiko für die Weltwirtschaft sind die wieder aufkommenden Auseinandersetzungen im Außenhandel. Stand lange der Handelsstreit zwischen den USA und China im Mittelpunkt, rückt nun der jahrelange Subventionsstreit zwischen USA und Europa wieder in den Blickpunkt. Es geht um Zölle in Milliardenhöhe, die die USA anstreben, um damit aus ihrer Sicht verbotene Subventionen für Europas Flugzeugbauer Airbus zu bestrafen. Außerdem ist Mr. President weiter der Meinung, der Wehretat Deutschlands sei zu gering und warum sollen die USA daher Deutschland schützen. Der Truppenabzug wird die betroffenen Regionen hart treffen. Es ist jederzeit möglich, dass Mr. Trump zu waghalsigen, kurzfristig effektvollen Maßnahmen greift, um im Wahlkampf wieder voran zu kommen und seine zweite Amtszeit zu sichern. Dem US-Wahlkampf und Mr. Trump sei Dank, wird es sicher nicht langweilig.

Der Goldpreis profitiert weiterhin von der großen Vorsicht der Anleger in der Corona-Krise. Der Goldpreis stieg weiter in Richtung 1.800 USD / Feinunze und erreichte damit den höchsten Stand seit Herbst 2012. Trotzdem ist der absolute Höchststand von 1.921 USD / Feinunze aus dem Jahr 2011 immer noch ein gutes Stück entfernt. Die Abwertung der FIAT-Währungen wird den Goldpreis zwangsläufig ansteigen lassen. Was sind FIAT-Währungen? Durch die gigantischen Schuldenberge ist der innere Wert der Währungen EURO und USD faktisch nicht mehr vorhanden. Nur kraft Gesetzes sind sie als Zahlungsmittel festgesetzt. Ursprünglich basierten Währungen auf der Deckung mit Edelmetallen.

Die Deckung des USD mit Gold wurde aber 1971 durch Nixon aufgehoben und damit der Startschuss für die gigantischen Schulden gelegt. Um also den zunehmenden, realen Kaufkraftverlust der Währungen abzufangen, sind Investoren gezwungen in Gold zu investieren. Nimmt man die Prognosen der Notenbanken als Maßstab, stehen wir erst am Anfang eines Preisanstiegs. Da die Inflation steigende Renditen bzw. eine restriktivere Kreditvergabe erzwingen wird, dürfte der Goldpreis in der kommenden Dekade den breiten Aktienmarkt übertreffen. Viele Fragen sich nun, welche Möglichkeiten zum Kauf von Gold es gibt?

Im Wesentlichen sind es drei verschiedene Möglichkeiten: Zunächst natürlich der physische Kauf also direkt Barren oder Münzen. Eine weitere Möglichkeit sind sog. Gold-gedeckte Zertifikate wie z.B. XETRA-Gold. Die dritte Möglichkeit wäre ein sog. Gold-Fonds, der sowohl in physisches Gold als auch in Gold-Minen-Aktien investiert. Für Kleinanleger besteht zusätzlich die Möglichkeit einen Gold-Sparplan anzulegen. Also für jeden etwas dabei, um an dem Trend teilzunehmen.

Wenn Sie Fragen zum Kauf von Gold haben, steht Ihnen das Team von Aurum gerne unter der Telefon-Nr. 06631/8018440 zur Verfügung. Einstweilen wünsche ich Ihnen erholsame Sommerferien, auch wenn sie dieses Jahr vielleicht anders ausfallen wie geplant und bleiben Sie gesund!“

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wider. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhessen-live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:

Aurum Vermögensmanagement GmbH
Ines Caspar
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld