
Alsfelder Hoteliers bieten Rabatt für Vogelsberger Übernachtungsgäste - OL-Umfrage zum HeimaturlaubHeimaturlaub für Vogelsberger mit Vulkanrabatt
ALSFELD (ol). Die Corona-Krise hat auch die Hotel- und Tourismusbranche getroffen. Aus diesem Grund hat sich das Alsfelder Stadtmarketing zusammen mit Alsfelder Hoteliers etwas Ungewöhnliches ausgedacht: Urlaub in der eigenen Heimat – und dazu gibt es für Gäste aus dem Vogelsberg in diesen Hotels einen Vulkanrabatt auf die Übernachtungen. Was sagen Sie: Würden Sie Urlaub in der eigenen Heimat machen? Stimmen Sie in der OL-Umfrage ab.
Bei einer ihren schon fast unzählbaren Corona-Pressekonferenzen sagte Angela Merkel vor einigen Wochen einen Satz, der wegen der trockenen Art, mit der die Kanzlerin diese Worte vortrug, den Zuhörer unwillkürlich zum Schmunzeln brachte. Würden die Hotels öffnen, sagte Merkel sinngemäß, gebe es selbstredend auch mehr Fremdenverkehr. Denn niemand, so die Schlussfolgerung der Regierungschefin, würde ja im Hotel neben seiner eigenen Wohnung übernachten.
Die Stadt Alsfeld fordert die Vogelsberger jetzt jedoch genau dazu auf. „Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit einer oder mehreren Nächten Urlaubsfeeling in heimischen Hotels? Einfach die Heimat rund um die historische Stadt Alsfeld näher kennen lernen und genießen? „, schreibt die Stadt Alsfeld in ihrer Pressemitteilung. Dazu haben sich Alsfelder Hoteliers zusammen mit dem Stadtmarketing etwas ausgedacht, um selbst im Corona-Sommer den Vogelsbergern ein wenig Urlaubs-Gefühl zu bieten: Die teilnehmenden Hotels gewähren Gästen mit Hauptwohnsitz im Vogelsberg einen Vulkanrabatt in Höhe von 30 Prozent auf die Übernachtungen in ihren Hotels. Im Doppelzimmer reiche es aus, wenn eine Person ihren Hauptwohnsitz im Vogelsberg nachweisen könne.
Dass das ungewöhnlich klingt, räumt die Stadt selbst ein – allerdings sei das nur auf den „ersten Blick“ so. Auch sei ihnen bewusst, dass mit dieser Aktion weder „Touristenströme“ innerhalb des Kreises aktiviert würden, noch die Krise in der Branche zu beheben sei. Trotzdem wolle man den Gästen in der Region ein wenig Urlaubsfeeling außerhalb des Alltags geben können, denn auch in der Heimat gebe es vieles zu entdecken – „wenn man sich nur mal die Zeit nimmt es bewusst zu erleben“, sind sich die Veranstalter sicher.
Als Beispiele werden ein Stadtbummel durch die historische Alsfelder Altstadt, eine Stadtführung, eine Detektiv-Tour für Kinder durch Crailsfelden oder aber der Besuch im der Westernstadt Lingelcreek, ein Spaziergang im den Stausee, Ein Weinabend im Gewölbekeller, eine Wanderung über den Berchtaweg oder aber ein Besuch im Wolf-Gäng-Escape-Room genannt. „Ganz nebenbei unterstützen Sie dabei auch noch die Region und die durch Corona stark gebeutelte Hotel- und Gaststättenbranche“, schreiben die Initiatoren.
Zwei Hotels im Alsfelder Raum sind bislang bei der Aktion dabei, die Villa Raab und auch die Eudorfer Schmiede gewähren den Vogelsberger Gästen die 30 Prozent Vulkanrabatt. Nähere Informationen könne man auf der Homepage der Stadt Alsfeld bekommen.
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Wenn es nicht gerade in Sichtweite der eigenen Behausung ist, dann kann Urlaub im Vogelsberg durchaus seine Reize haben. Es gibt eine Gegend rund um Stornfels, die sieht aus wie die Toskana. Dann Talsperren und Seen, die landschaftlich etwas ganz anderes bieten als das übliche Mittelgebirgspanorama, oder aber gerade die Höhenlagen des Oberwaldes. Oder man gönnt sich mal einen Aufenthalt im Schloss, mit Park, Thermalbad oder Kurort-Flair (Gedern, Herbstein, Bad Salzhausen usw.). Für viele ältere Leute ist das Reisen sehr beschwerlich. Die freuen sich über eine kurze Anreise, notfalls bequem mit dem Taxi. Und ganz besonders hoch in Kurs stehen gastronomische Events, vor allem in Buffet-Form oder als Food-Truck-Festival in einem Park- oder Altstadt-Ambiente. Theateraufführungen oder Musikveranstaltungen wie „Blues-Schmus-und Apfelmus“ in Laubach könnten ebenfalls ein Grund sein, mal wieder auswärts zu übernachten. Oder man frischt Erinnerungen bei einem Besuch in Jugendherberge, Naturfreundehaus oder Wanderhütte auf…
Also mir fallen viele attraktive Möglichkeiten ein, ein Wochenende oder eine Woche in der Region zu verbringen, insbesondere wenn die Hoteliers und Wirte sich dazu Verkostungen oder andere erlebnisgastronomische Events einfallen lassen bzw. diese mit lokalen Festen, Ausstellungen oder sonstigen Veranstaltungen zu attraktiven Sonder-Aktionen (auch preislich) bündeln. Es gibt mehrere Golfplätze in der Region. Da könnte man Senioren-Tourniere mit Hotelaufenthalt oder Schnupper-Kurse für die Enkel zusammen mit den Großeltern arrangieren. Neulich traf ich eine Seniorin in Bad Salzhausen. Deren Anreise hatte nur eine halbe Stunde betragen, und die kurvte überglücklich mit ihrem Rollator um die neu erbaute Saline herum und war des Lobes voll über die aufmerksame und persönliche Betreuung in ihrem gerade neu renovierten Hotel. Da geht noch mehr! Aber bitte nicht mit an den Tisch gebrachtem Tellergericht und Mundschutz. Das ist einfach unsexy!
Es heißt Birdie (Golf: Ein Schlag unter Par!) und nicht Burdie. Ergibt doch sonst gar keinen Sinn!
Möchte auch mal ein Wort einlegen für unsere Jugendherbergen! JH Hoherodskopf… wunderschön! Und das Frühstücksbuffet (insbesondere die Qualität der Brötchen!) besser als in so manchem Viersterne-Hotel. Ich hab’s ausprobiert!
Ich könnte mich brezeln vor Lachen: Was hier als fast schon verrückte Idee propagiert wird, nämlich Hotelurlaub in der eigenen Stadt zur Belebung des Tourismus, war in den 1950er und 1960er Jahren in Deutschland gang und gäbe, hatte allerdings auch ein gewisses G’schmäckle. Schuld war die spießige Moral der Adenauer-Ära. Wohnungen waren äußerst knapp. Nicht wenige Verheiratete mussten zwecks einiger Stunden ehelicher Gemeinschaft ins Hotel. Und auch in anderen Fällen war ein Hotelaufenthalt in der Nachbarschaft die einzige Möglichkeit, dass sich langjährige „Bekannte“ ohne Trauschein zum Stelldichein oder zum Stell-dich-nicht-so-an trafen. Der Hotelportier war – oft gegen saftiges Trinkgeld – der Herbergsvater in der Stätte der Begegnung, so dass Wohnungslose, Unverheiratete und aber nicht miteinander Verheiratete als „Herr und Frau Schäfer“ (Name von der Redaktion geändert, hahahaha) sich ein gleichnamiges Stündchen gönnen konnten. Zu erwähnen wären in diesem Zusammenhang natürlich auch die sog. „Stundenhotels“, aber wir wollen hier der schönen Tourismusförderung nicht durch allzu viele Details schaden.
Auch unter heutigen Bedingungen erfreut sich der Hotelbesuch am eigenen Wohnort einer gewissen Beliebtheit. Luxusherbergen, die durch besondere Attraktionen wie Saunalandschaften, Thermen oder eigene Whirlpools im Gespräch sind, werden gern auch mal von Einheimischen ausprobiert. Gar nicht zu reden von den Fällen, wo die Gäste rauschender Feste zu später Stunde lieber „im Hause“ übernachten, als dem Taxifahrer die ganze Inventarliste der Minibar oder die laut Getränkekarte aufgefahrenen Erfrischungen in den Benz zu kotzen.
Und selbst zwecks Tapetenwechsel ist der Urlaub nebenan gar nicht so abwegig. Probieren Sie es mal mit einem Haus- oder Wohnungstausch aus: In eine völlig andere Umgebung versetzt zu sein, löst Urlaubsgefühle und Erholungseffekte aus, selbst wenn Sie nur mit dem Handkoffer zwanzig Meter quer über die Straße gelaufen sind. Probieren Sie’s mal. It works!
Urlaub und Erholung bedeutet eine Auszeit vom Alltag, abschalten und den Kopf frei bekommen zu koennen ist fuer mich ein wichtiger Teil davon. Das funktioniert nicht besonders gut, wenn alles noch zu Erledigende eine halbe Stunde Fahrt entfernt ist. Jede Nacht im Hotel wuerde mich unruhiger werden lassen, denn ich koennte zuhause noch etwas Sinnvolles tun.
Natur und Orte entdecken gerne, im Freien oder ungewoehnlich uebernachten sehr gerne, im normalen Hotel aber leider gar nicht.
Wir haben auch sehr, sehr schöne Ecken und sollten unserer Tourismusbranche etwas Gutes tun!!!
Ganz tolle Idee. Alle in Kurzarbeit oder momentan sowieso schon knapp bei Kasse und Ihnen kommt jetzt die brillante Idee Urlaub im Vogelsberg für Vogelsberger anzubieten. Da kann ich mir nur an den Kopf fassen!
Überraschenderweise gibt es eine Menge Leute, die vom Lockdown in keiner Weise betroffen sind. In der Klinik neulich lag ich mit einem Pensionär (mittlerer nichttechnischer Dienst bei der ehemaligen Deutschen Bundespost) auf dem Zimmer, der wusste gar nicht, wohin mit seinen Altersbezügen. Dito die Ehefrau. Die war auch bei der Post. Der fuhr mit seinem fetten VW-Touareg zweimal die Woche zur Apotheke am Ende der Straße und nahm alle vierzehn Tage ein anderes Wochenend-Schlemmer-Arrangement mit Buffet morgens, mittags und abends in irgend einem Luxuxhotel wahr. Und zwar nicht erst seit gestern, sondern – da nach der Privatisierung der Post mit 55 im Luxus-Vorruhestand – seit über dreißig Jahren! Warum sollen solche Leute sich denn nicht auf eigene Kosten zu Gunsten der heimischen Wirtschaft im Vogelsberg verwöhnen lassen? Möglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. Fassen Sie sich also gerne an den Kopf. Und benutzen sie ihn!
Um das gleich mal zu betonen: URLAUB IST WICHTIG!!! Und zwar auch für Leute, die kein Geld haben! Deshalb hat man den Urlaub als Sozialleistung und tarifliche Leistung auch in die Verfassung aufgenommen. Er musste – insbesondere von der Industriearbeiterschaft – hart erkämpft werden. Urlaub gehört zu den wichtigsten Maßnahmen der Gesundheitspflege, der Psychohygiene, der Bildung und, und, und…
Also für alle Misanthropen, die da jetzt noch überzeugt werden müssen, empfehle ich etwas aus dem heutigen Kinderfunk: https://kinder.wdr.de/radio/kiraka/hoeren/radiogeschichten/audio-endlich-urlaub—oder—radiogeschichte-100.html
Gute Sendung übrigens mit einem starken Akzent auf die Bedeutung für den Arbeitsmarkt. Viele in Kurzarbeit oder mit weg brechendem bzw. notorisch niedrigem Einkommen sind doch in dieser Lage, weil die Maßnahmen des Seuchenschutzes und die damit verbundene Wirtschaftskrise den touristischen Sektor, in dem sie ihr Geld verdienen, praktisch zu 100 Prozent getroffen haben. Wie kann man denn da jetzt herum mosern? Es sollen ja nicht die, die nichts haben, Geld für touristische Angebote ausgeben, sondern die, die selbst noch über Mittel verfügen. Damit dann eben auch die anderen wieder etwas verdienen können. Was ist an diesem Gedanken falsch?
Aber noch mal zu Urlaub als soziale Errungenschaft: Gerade die Kinder derer, die jetzt ihr Einkommen verloren haben, leiden besonders darunter, dass sie in diesem Jahr zuhause bleiben müssen und sich nicht einmal dort etwas leisten können. Das ist bitter, und Alleinerziehende wie arme Komplettfamilien stehen unter doppeltem Stress: Sie müssen die Traurigkeit und Enttäuschung der Kinder auffangen und haben zusätzlich noch die Belastungen durch die häusliche Gesamtsituation. Auch Hartz-IV-Familien müssen in Urlaub fahren können!!!
Und das ist jetzt ein Punkt, wo ich zu mosern anfange: Warum kann man eigentlich nicht mal ein paar Dinge im Zusammenhang sehen und regeln? Man kennt die Nöte der heimischen Touristikbranche. Man kennt die Benachteiligung der Kinder und die Sorgen ihrer Familien. Warum bringt man dann nicht für die 20 Milliarden, die als minimale Mehrwertsteuerabsenkung für gerade mal ein halbes Jahr im Nirgendwo verpufft und nur ärgerlichen Mehraufwand verursacht (Umstellung der Kassensysteme usw.) ein Ferienwerk auf Gutscheinbasis auf die Beine, das für die sozial Benachteiligten ein echtes Highlight ist, vielen psychosozialen Problemen im Ansatz schon begegnet und der Tourismusbranche sofort sprudelnde Einnahmen beschert? Schlichtes Kartensystem mit Höchstbetrag pro Person (auch für die Eltern), überall einlösbar, und der Drops wäre gelutscht gewesen. Es geht den Herrschaften, die sich da den Luxus leisten, keine Ideen zu haben, eben einfach noch zu gut!
„URLAUB IST WICHTIG!!! Und zwar auch für Leute, die kein Geld haben!“
Ich stimme Ihnen ja unbedingt zu. Möchte aber – wieder einmal (!) – auf die pflegenden Angehörigen zu sprechen kommen, die ganz, ganz dringend Entlastung durch „Urlaub“ brauchten, und sei es nur mal für ein oder zwei Tage. Denn dieser Personenkreis ist durch den Lockdown, der die Tagespflege weitgehend zum Erliegen gebracht hat, bis zur Verzweiflung belastet worden, ohne dass er von Politikern und Medien bisher auch nur ein einziges Mal beachtet wurde. Im Vogelsberg wird man den Wegfall der Tagespflege zudem schon deshalb nicht bemerkt haben, weil es schon vor Corona hier keine Einrichtungen zur Entlastung pflegender Angehöriger gibt. Es ist ein Skandal! Wenigstens De Facto in HR3 hat dieses Thema nun einmal aufgegriffen. Vielen Dank dafür!
Warum sollte ich ein Zimmer mieten wenn ich 10 Kilometer weiter ein ganzes Haus habe? Die Zimmermiete gibt mir Frühstück Mittag- und Abendessen im Umkreis des Vogelsbergs. Alsfeld ist auch kein Kulturzentrum das mich dazu bewegen könnte meinen Urlaub dort zu verbringen. Die Heimat kann ich das ganze Jahr über entdecken ohne in Alsfeld nächtigen zu müssen….
Wer nicht will, der muss ja nicht! Es gibt Leute, die haben ein Haus mit 240 m² Wohnfläche, die sitzen den ganzen Tag nur in der Küche und warten auf den Mann von DHL. Weil sie allein sind. Und 10 km weiter brummt vielleicht das Leben. Ich habe ein Ferienhaus gleich auf dem Nachbargrundstück meines Eigenheims. Da gehe ich nur 10 Meter. Aber Sie werden es nicht glauben: Ein paar Stunden dort vorm Kamin verbracht und mal aus einer anderen Perspektive in die Landschaft geschaut – und Sie kommen beschwingt und irgendwie erfrischt zurück in die eigene Bude. Manche Menschen wissen eben jede Abwechselung zu nutzen, andere sind eben die geborenen Turnbeutelvergesser und Spielverderber, die basteln sich dann stattdessen in ihrer Wohnküche ne neue Sockenpuppe.
Sehr gute Idee!
Der Kulturverein Karuszel Gebirgskulturen hat bisher zehn Fahrten in historischen Bussen durch den Vogelsberg durchgeführt und Orte und Plätze mit historischen und aktuellen Bezügen vorgestellt, die den einheimischen Fahrgästen nicht bekannt waren. Die Mitreisenden waren begeistert und die Touren im Folgejahr schnell ausgebucht.
Es gibt noch viel zu entdecken in der Region. Wenn Entdeckungstouren nicht von zuhause, sondern mit „Urlaubsfeeling“ von einem Hotel aus beginnen kann das nur gut werden.