AnzeigeWirtschaft2

KOLUMNE der Vermögensmanagers Mario EichenauerGlobale Aktienmärkte außer Rand und Band

ALSFELD (ol). Wenn man sich die aktuellen Index-Stände der globalen Aktienmärkte anschaut, könnte man meinen die Corona-Krise sei vorbei. Der deutsche Aktienindex DAX hat seit seinem März-Tief von 8.255 Punkten rund 4.000 Punkte wieder aufgeholt und „kämpft“ aktuell mit der 200-Tage-Linie. Eine Kolumne von Mario Eichenauer, Vermögensmanager bei Aurum Vermögensmanagement in Alsfeld, im Wortlaut.

„Diese Linie wird durch die Kurse aus den vergangenen 200 Börsentagen errechnet und bietet Orientierung, ob sich der Gesamtmarkt in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend befindet. Oftmals fungiert die 200-Tage-Linie entweder als Sprungbrett oder auch Wendepunkt für vorherige Kursbewegungen. Profis bezeichnen diesen Indikator daher als mittel- bis langfristigen Taktgeber der Börsen.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse meiner nun mittlerweile fast 33-jährigen Beratertätigkeit ist, dass sich alle Anlageklassen (Aktien, Rohstoffe, Edelmetalle, usw.) in Trends bewegen. Nach einem fast elfjährigen Aufwärtstrend an den internationalen Aktienmärkten, wurde dieser ab 03/2020 von einem neuen Abwärtstrend abgelöst. Noch sind die Kursgewinne der letzten Wochen als Gegenreaktion auf den vierzigprozentigen Verlust in den vier Wochen von Mitte Februar bis Mitte März zu interpretieren. Zumindest ist dies so lange der Fall, bis das Gegenteil, in Form eines neuen Aufwärtstrends bewiesen ist.

Aktienmarktentwicklung vs. Wirtschaftsdaten

Die Diskrepanz zwischen den aktuellen Aktienkursen und den Wirtschaftsdaten ist laut meiner Wahrnehmung so hoch wie nie zuvor. Wenn sowohl unsere Kanzlerin, als auch viele andere Führungspersönlichkeiten unseres Erdballs die aktuelle Krise als Größte seit rund 100 Jahren bezeichnen, fehlt mir persönlich der Glaube, dass diese an der Börse nach 3,5 Monaten abgearbeitet sein soll. Klar ist natürlich, dass an der Börse die Zukunft gehandelt wird und die Märkte daher oftmals sechs Monate oder mehr der aktuellen Wirtschaftslage voraus sind.

Was aber meines Erachtens momentan vergessen wird, ist die Tatsache, dass sowohl die vielen bereits arbeitslos gewordenen Menschen auf der Welt, als auch diejenigen die auf Sicht der nächsten Monate Angst um ihren Job haben, ihre Konsumausgaben stark einschränken müssen beziehungsweise werden. Zumindest die nicht lebensnotwendigen Anschaffungen werden zurückgestellt und dies wird wohl weltweit dafür sorgen, dass es vermutlich mindestens noch zwei bis drei Jahre dauern wird, bis die Unternehmen wieder auf Vorkrisen-Niveau produzieren. Dieser Sachverhalt wird im Übrigen von vielen Unternehmen im Rahmen ihrer Prognosen auch genauso kommuniziert, aber das scheint „die Börse“ nicht zu interessieren, zumindest bis jetzt noch nicht.

Der Blick auf die Wirtschaftsdaten hinter den Kulissen

Wenn man sich die Kursanstiege der letzten Wochen etwas genauer anschaut, stellt man sehr schnell fest, dass es dem aktuellen Marktaufschwung deutlich an Breite fehlt. Viele Indices werden momentan vorwiegend durch die Index-Schwergewichte getragen. Die Quote der US-Aktien, die sich vor dem Pfingstwochenende über ihrem oben angesprochenen 200-Tage-Durchschnittskurs befindet, beläuft sich auf gerade einmal 15 Prozent.

Auch die großen Vermögensverwalter, die großen Aktienfonds, sowie Star-Investor Warren Buffet schieben eine immense Liquidität vor sich her, da sie den steigenden Kursen noch nicht so recht über den Weg zu trauen scheinen. Vieles spricht hingegen dafür, dass der Marktaufschwung hauptsächlich von Privatanlegern und Spekulanten befeuert wird. Die Profis sind es jedenfalls nicht, zumindest nicht in vollem Umfang. Auch beim Blick auf die Börsenumsätze lässt sich feststellen, dass der Crash im März von sehr hohen Umsätzen geprägt war, aber der Aufschwung der letzten Wochen nur von vergleichsweise dünnen Umsätzen getragen wurde.

Trotzdem steigen die Indices an der sogenannten „Wall of Worry“ bisher weiter nach oben. Mittlerweile scheinen auch viele Marktteilnehmer den Kursen hinterher zu laufen, um bloß keine Gewinne zu verpassen. In den letzten elf Jahren des Aktien-Aufschwungs hat man eben gelernt, dass alle Rücksetzer der Märkte gute Kaufgelegenheiten sind. Diese Vorgehensweise hat sich allerdings in vergleichbaren Börsenphasen, gerade während großen Krisen, sehr oft als weniger gute Idee herausgestellt…

Edelmetalle

Seit den Tiefpunkten der Aktienmärke sehen wir nun das eher seltene Phänomen, dass Aktien und Gold im Gleichschritt steigen. Daran lässt sich sehr gut erkennen wie tief gespalten aktuell die Marktteilnehmer sind. Einige sehen die Mutter aller Krisen auf uns zukommen. Das sind dann die Edelmetall-Käufer. Andere erwarten eine V-förmige Erholung der Weltwirtschaft und kaufen auf dieser Basis schonmal ordentlich Aktien im Voraus, um von Anfang an dabei zu sein. Eine der beiden Fraktionen wird vermutlich daneben liegen und dies wird sich wohl in den nächsten Wochen zeigen. Die Aktien-Fans vertrauen blind auf die Zentralbanken der Welt, die es ja bisher immer irgendwie gerichtet haben. Die Gold-Fans wiederum sehen in der massiven globalen Schuldenausweitung das Finanzsystem mittelfristig ins Wanken geraten.

Die Bank of America hat im Mai ein Kursziel für Gold in Höhe von 3.000 USD auf 18 Monate herausgegeben und die FM Investors & Relations AG aus der Schweiz erwartet in den nächsten sieben Jahren einen Goldpreis zwischen 7.500 und 15.000 USD pro Unze. Bilden Sie sich bitte selbst eine Meinung was noch passieren müsste, um dieses Kursziel zu erreichen.

Fazit:

Aufgrund der durchschnittlichen Halbwertszeit von Krisen in den letzten Jahrzehnten (1 bis drei Jahre / durchschnittlich circa 1,5 Jahre) erscheint es äußerst unwahrscheinlich, dass wir die Aktuelle bereits hinter uns haben. Letztlich weiß niemand genau wie schnell die Industrie bzw. die Wirtschaft wieder auf einen Wachstumskurs zurückkehrt. Was man aber mit einiger Gewissheit sagen kann, ist die Tatsache, dass die globale Geldschwemme die Kaufkraft ihrer Vermögen mittel- und langfristig entwerten wird. Daher sollte man dem mit einer ausgewogenen und sachwertorientierten Vermögensstruktur (Immobilien, Aktien und Edelmetalle) entgegenwirken. Und NEIN, Gold ist noch nicht zu teuer. Der Aufwärtstrend der Edelmetalle befindet sich nämlich sehr wahrscheinlich erst am Anfang eines möglicherweise langjährigen Trends.

Das Aurum-Team steht Ihnen selbstverständlich für den Aufbau bzw. einen Check Ihres Anlageportfolios in diesen bewegten Zeiten unter Tel. 06631/8018440 mit Rat und Tat zur Seite. Wie immer wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen für Ihre persönliche Vermögensstruktur!

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wider. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Mario Eichenauer
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld

2 Gedanken zu “Globale Aktienmärkte außer Rand und Band

  1. warum eigentlich so endlos rumschwafeln? es weiss eh niemand, wie die finamnzmärkte in naher oder fernerer zukunft reagieren werden. es geht hier in einer ungewissen zeit ums verkaufen, warum nicht gleich auf den punkt kommen?

    25
    13
    1. Ist doch erstmal ok, dass sich hier eine Werbe-Kolumne nicht als Nachricht oder redaktioneller Beitrag tarnt. Könnte das Vorbild sein für die Veröffentlichung von „Presseerklärungen“, „Pressemeldungen“, „amtlichen Bekanntmachungen“, „Aufrufen“ etc. pp., die von Behörden, Parteien, Verbänden, Vereinen etc. gern an die Redaktion geschickt werden! Der Leser weiß auf den ersten Blick, von wem es kommt. Und man erspart sich und uns die Anstrengung, endlose Texte in indirekter Rede lesen zu müssen!

      15
      2

Comments are closed.