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Die Forderung: Ökologische Vorrangflächen müssen für die Nutzung freigegeben werdenFutterknappheit erfordert weitere Maßnahmen

VOGELSBERG (ol). Ein trockener Sommer in 2017 und die beiden Dürresommer 2018 und 2019 fordern ihren Tribut: Die Futter-Vorräte sind endgültig aufgebraucht und auch wenn der erste Silage-Schnitt vielerorts im Vogelsberg schon eingefahren ist, zeichnet sich erneut ein Erntejahr ab, das hinter den Erwartungen zurückbleibt. Das führt im Vogelsberg zu Futterknappheit weshalb Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak nun fordert, ökologische Vorrangflächen zur Nutzung freizugeben.

„Viele Futterbaubetriebe verzeichnen bereits jetzt eine Futterknappheit. Die anhaltende Trockenheit seit Mitte März, hohe Temperaturen und zum Teil starker Wind haben viele Flächen im Vogelsberg enorm belastet“, sagt Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak in der Pressemitteilung. Besonders in den höheren Lagen des Vogelsbergs seien Grünlandbestände schon jetzt stark beeinträchtigt, Strukturschäden seien gerade in Hanglagen zu beobachten, merkt der zuständige Dezernent an. Auch die Ackerkulturen, insbesondere die Sommerungen, stünden vielerorts schlecht da.

„Darum fordere ich die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) dazu auf, Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) für die Schnittnutzung für Futterzwecke oder die Beweidung freizugeben, um den Landwirten in der Region zusätzlichen Handlungsspielraum zu ermöglichen“, sagt Dr. Mischak. Ein entsprechendes Schreiben habe er heute Morgen nach Wiesbaden auf den Weg gebracht.

Viele Betriebsleiter im Vogelsbergkreis rechnen mit Ernteverlusten von mehr als 50 Prozent, „und gerade das energiereiche frische Futter aus dem ersten Schnitt benötigen unsere Landwirte, um hochwertige Nahrungsmittel zu erzeugen und ihre Tiere optimal zu versorgen“, führt Dr. Mischak an. „Die Sache ist dringend – ein früher Schnitt bis etwa Mitte Juni bringt das beste Futter. Deswegen müssen die ÖVF-Brachen freigegeben werden“, fordert der Dezernent.