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Viele Liebende beim Valentinssegen der Kolpingfamilie und katholischen GemeindeDen Gedanken des Valentinstages leben

ALSFELD (ol). Er gilt als Schutzpatron aller Liebenden, obgleich aus seiner Vita nicht allzu viel bekannt ist: Der Heilige Valentin von Rom soll als Priester Liebespaare trotz Verbots christlich getraut haben und deswegen am 14. Februar 269 hingerichtet worden sein. An Valentinstag hat die Katholische Kirchengemeinde gemeinsam mit der Kolpingfamilie eine offene Segensfeier für alle Paare und Liebenden angeboten, die sehr gut besucht wurde, und die zeigte, dass der Valentinstag durchaus eine übergeordnete Bedeutung spielen kann.

Die vom Heiligen Valentin geschlossenen Ehen jedoch sollen unter einem guten Stern gestanden haben, und so wird er bis zum heutigen Tag als Heiliger der Liebe und der Zärtlichkeit verehrt. Während die einen sich an diesem Tag mit Blumen und Schmuck beschenken, suchen immer mehr Menschen die ursprüngliche Idee hinter dem Valentinstag.

Die Alsfelder Kolpingfamilie bietet darum gemeinsam mit der katholischen Gemeinde eine Segensfeier für Liebende und alle Menschen an, die der Liebe verbunden sind, unabhängig von ihrer Konfession. Bereits zum sechsten Mal fand sie in diesem Jahr am Valentinstag statt, und die Veranstalter können sich über wachsendes Interesse an ihrem schönen Angebot freuen.

Das schönste und schwierigste, zarteste und riskanteste Unternehmen der Welt

In der Pressemitteilung heißt es, die katholische Kirche ist zu diesem Anlass schön geschmückt, große Herzen und roter Samt zierten an diesem Tag die Stufen vor dem Altar. Musikalisch rahmten Julia Hansen und Carmen Roth-Apel die Feier ein. Die beiden hatten ansprechende und sehr berührende Liebenslieder ausgewählt, mit der sie den zugewandten Tenor der Segensstunde unterstrichen. „Das schönste und schwierigste, zarteste und riskanteste Unternehmen der Welt“, sei die Liebe, „stark und leicht zerbrechlich“, hieß es in einem Gedicht, das einer Meditation vorausging. „Als ich dich kennenlernte“, hieß es da, „warst du ganz anders“.

Fein geschmückt war die Kirche zum Valentinstag. Foto: Joachim Schlitt

Joachim und Dagmar Schlitt begaben sich gemeinsam mit den Gästen auf eine Reise der Annäherung bis hin zur Liebe, die über ein tiefes Kennenlernen führt und deren Ziel eine neue Gemeinsamkeit, entstanden aus Eigenheiten, sein kann und an deren Ende man sich selbst kennenlernt. Die Gäste ließen sich gerne auf die Worte ein, folgten ihnen in aller Ruhe und nutzten den außergewöhnlichen Rahmen auch zur Selbstreflexion.

In seiner Ansprache lieferte Pfarrer Zbigniew Wojcik eine sehr moderne Interpretation des Tuns des Heiligen Valentin: So wie dieser sich um Paare sorgte, die von Rechts wegen nicht hätten heiraten dürfen, müsse die Kirche heute alle Menschen, die sich lieben, im Blick haben und dürfe sich nicht vor einigen Gruppen wie gleichgeschlechtlichen oder wiederverheirateten Paaren verschließen. Einem Appell zur Modernisierung seiner Kirche kam diese Aussage gleich, in erster Linie jedoch zeugte sie von einem tiefen Verständnis für liebende Menschen, denen auch die Fürbitten im Anschluss an die Ansprache gewidmet waren.

Ausdruck tiefer Liebe und Verbundenheit

Der Einladung zum Segen über die Paare und auch zum Einzelsegen folgten fast alle Anwesenden. Für viele von ihnen war dieser Segen ein sehr berührender Moment, fast wie eine Erneuerung des Eheversprechens – ein Ausdruck tiefer Liebe und Verbundenheit. Nach der Andacht in der Kirche hatte die Kolpingfamilie noch einen Sektempfang mit kleinen Häppchen im Pfarrzentrum vorbereitet. Auch dieses Angebot nutzten die Gäste gerne, um gemeinsam dem Abend nachzuspüren und ins Gespräch zu kommen.

„Wir freuen uns sehr, dass unser Angebot inzwischen von vielen Menschen angenommen wird“, so Aegidius Kluth vom Organisationsteam. Als ökumenisches Angebot steht es allen Menschen offen, die sich davon angesprochen fühlen, und das werden offenbar von Jahr zu Jahr mehr. „Es wird damit auch ganz deutlich, dass Menschen am Valentinstag etwas anderes suchen als Konsum. Sie wollen den Gedanken dieses Tages leben und genau das können sie bei uns.“

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