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Die CDU-Kreistagsfraktion besuchte das Beratungszentrum VogelsbergJährlich mehr als 600 Klienten im Vogelsberg

VOGELSBERG/ALSFELD (ol). „Suchtprobleme sind komplex, das althergebrachte Bild des Heroin-Junkies entspricht kaum noch der heutigen Realität.“ Vertreter der CDU-Fraktion im Kreistag des Vogelsbergs besuchten daher das Beratungszentrum Vogelsberg, früher bekannt als „Jugend- und Drogenberatung“, um sich über die aktuelle Entwicklung in diesem Bereich zu informieren.

Einrichtungsleiter Matthias Gold und kaufmännischer Leiter Frank Gebauer empfingen die Kreispolitiker, darunter Alsfelds Bürgermeister und CDU-Kreisvorsitzender Stephan Paule, in der Beratungsstelle im Zeller Weg in Alsfeld. Dabei gaben sie einen Überblick über die aktuellen Tätigkeitsfelder sowie die Struktur des Beratungszentrums, das als kirchlicher Zweckverband in evangelischer Trägerschaft steht. Verwaltungssitz ist Alsfeld, daneben bestehe eine weitere Beratungsstelle in Lauterbach.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, 14 Beschäftigte und 15 ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen jährlich kostenfrei über 600 Klienten, die übergroße Mehrheit aus dem Vogelsbergkreis. Dabei seien unter den Klienten Angehörige aller Berufsgruppen, Altersstufen und unterschiedlichster sozialer und ethnischer Herkunft. Als niederschwelliges Angebot biete das Beratungszentrum jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr eine offene Sprechstunde an; eine Rufbereitschaft bestehe für Terminvereinbarungen und weiteres montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.

„Droge Nr. 1“ sei weiterhin der Alkohol und damit eine „legale“ Substanz, erläuterte Matthias Gold. Insgesamt gehe es bei etwa der Hälfte der Klienten um illegale Suchtmittel, während die andere Hälfte wegen Suchtproblemen mit legalen Substanzen beraten werde. Während der „klassische Heroinabhängige“ in der offenen Drogenszene, wie früher am Alsfelder Klostergarten, selten geworden sei, habe man es im Bereich illegaler Drogen heute häufiger mit THC (Cannabis) bis hin zu drogeninduzierteninduzierten psychiatrischen Erkrankungen, polyvalenter Abhängigkeit, also wenn eine Person mehrere Drogen nimmt, aber nur von einer abhängig ist oder auch einer polytoxikomanen Abhängigkeit, wenn der Konsument gleichzeitig von mehreren Substanzen abhängig ist, zu tun.

Auch die Kooperation mit Einrichtungen zur Entgiftung wie dem Lauterbacher Eichhof-Krankenhaus und die Thematik der Drehtür-Klienten, die eine Beratung und Entgiftung beginnen, dann wieder rückfällig werden und danach wieder zur Beratung kommen wurden thematisiert. Die Rolle von Drogen in der „Schulverweigerer-Szene“ und die kontroverse Debatte über die Legalisierung vermeintlich „weicher“ Drogen wurde ebenfalls diskutiert.

Der kaufmännische Leiter Frank Gebauer umriss die Finanzierung des Beratungszentrums aus kirchlichen und öffentlichen Mitteln. Die aktuelle Finanzierungsbasis werde mittelfristig gesehen nicht ausreichen, um die Angebote in der bisherigen Qualität und Quantität aufrecht zu erhalten. Neben den kostenfreien Beratungsangeboten habe das Beratungszentrum daher auch kostenpflichtige Dienstleistungen wie MPU-Kurse, betriebliche Suchtkrankenhilfe und Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten in ihr Programm aufgenommen. Fraktionsvorsitzender Paule dankte Gold und Gebauer für den Einblick in die Arbeit des Beratungszentrums. Die erworbenen Informationen sollen Grundlage für die weitere politische Meinungsbildung und Entscheidungen sein.

Ein Gedanke zu “Jährlich mehr als 600 Klienten im Vogelsberg

  1. Was für Menschen wollen sie Beraten?.Die Heroin Abhänigen waren schon immer nur ein kleiner Bruchteil von allen Süchtigen, gerade die CDU hat doch schon immer kein Verständnis für Suchtabhänige gehabt und ihre veralterten Ansichten haben noch keinem geholfen.Nur eine Entgiftung ist keine Hilfe!Wenn ich das alles Lese,kostenfreie Beratungsangebote ,Frühintervension oder erstauffälligen Drogenkonsum und die MPU Kurse. Und das soll Grundlage ihrer Entscheidung sein?.Legalisiert die Drogen.

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