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Alternative Liste Alsfeld: Bauen und Wohnen als wichtiges Thema für das kommende Jahr„Konzeptionelle Entscheidungen für die Stadtentwicklung“

ALSFELD (ol). Zwei gewichtige Themen sieht die Alternative Liste Alsfeld für das kommende Jahr für die Stadtpolitik: Die Verkehrswende und das Thema Wohnen und Bauen, erklärt Michael Riese in einer Pressemitteilung. Für Aspekte der Verkehrsplanung seien die Weichen mit den Beschlüssen für die Nahmobilität zumindest schon mal gestellt, anders verhält es sich laut Michael Riese beim Thema Wohnen und Bauen.

„Wir dürfen uns nicht nur mit Klein-Klein aufhalten, sondern müssen das Große und Ganze überblicken. Soll Alsfeld 14.000 Einwohner haben oder 18. 000? Wo wollen wir Alsfeld 2030 sehen?“, erklärte Bürgermeister Stephan Paule laut Pressemitteilung der ALA auf einer CDU-Versammlung Ende 2019. „Das heißt, dass wir konzeptionelle Entscheidungen für die Stadtentwicklung benötigen“, teilt Riese mit.

Es gebe eine steigende Einwohnerzahl in Alsfeld und schon länger die Frage nach ausreichenden Wohnraum. Während vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung und steigender Attraktivität der ländlichen Region als Wohnort verschiedene Investoren vor allem am Bau von Eigentumswohnungen interessiert seien, stelle beispielsweise die Alsfelder Bau- und Siedlungsgenossenschaft aktuell fest, dass die Lage am Alsfelder Wohnungsmarkt angespannt sei. Vor allem Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen hätten Probleme, eine bezahlbare Bleibe zu finden, erklärt Riese zur Situation.

Weiter heißt es: auch wenn seitens des Bürgermeisters von einem kleinen Bauboom in Alsfeld gesprochen wird und man sich Gedanken über neue Baugebiete macht, sind laut Riese etliche private Grundstücke in Alsfeld nicht bebaut und stehen auch nicht zum Verkauf an.

Nach Auffassung der ALA-Fraktion sollte die Stadtverordnetenversammlung für die Stadtentwicklung Grundsätze beschließen, mit denen eine nachhaltige Steuerung der Entwicklung möglich ist. Dazu gehöre vor allem, dass die Stadt die Baugrundstücke erwirbt, diese aber zukünftig laut Riese nicht mehr verkauft, sondern langfristig vermietet oder verpachtet. Wie die Praxis anderer Ortschaften zeige, sei auf dieser Grundlage Steuerung der Bebauung für das Stadtbild, die Baubiologie, den Umwelt- und Klimaschutzes und auch hinsichtlich sozialer Aspekte wie Miethöhen und Barrierefreiheit möglich.

„Auch wenn man sich perspektivisch dem Thema der Ausweisung neuer Baugebiete zuwendet, wäre zunächst zu klären, wie die Stadt innerstädtische Flächen für den Bedarf aktivieren könne“, meint Riese. Immerhin seien, Stand März 2019, 19 Plätze in Privatbesitz in der Kernstadt sofort bebaubar.

3 Gedanken zu “„Konzeptionelle Entscheidungen für die Stadtentwicklung“

  1. „Vor allem Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen hätten Probleme, eine bezahlbare Bleibe zu finden, erklärt Riese zur Situation.“
    Genau das ist doch der Kern des Problems. Für Reiche gibt es keine Wohnungsnot. Selbst Senioren können sich ihr individuelles Wohnparadies mit passgenauer Betreuung schaffen, wenn sie geerbt oder selbst ein stattliches Vermögen angespart und/oder satte Pensionsansprüche erworben haben. Aber wer denkt an die Normalverdiener, Geringverdiener und Senioren mit kleinen Renten? Haben die nicht auch ein Recht auf „alternatives Wohnen“?
    Zudem ist der Wohnungsmarkt natürlich gespalten. Zunehmende Nachfrage nach Wohnraum mag es in Mittelzentren wie Alsfeld mit guter Verkehrsanbindung geben. Im tiefsten Vogelsberg, weitab von A5 und Bahnstrecke Gießen-Fulda, ziehen oder sterben die Leute weg und stehen manchmal ganze Häuserzeilen leer. Um Leerstand und Verfall entgegen zu wirken, hat man in vielen Städten und Dörfern Italiens die Häuser für einen Euro verhökert. Und siehe da: Plötzlich kam wieder Leben in die Regionen. Auch im Vogelsberg gibt es „Dorfretter“. Gerade heute kommt bei HR3 ein interessanter Bericht: https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/erlebnis-hessen/sendungen/erlebnis-hessen-der-dorfretter-im-vogelsberg,sendung-81444.html.
    Aber es ist natürlich leichter, ein griesgrämiges Gesicht aufzusetzen und nach Zwangsmaßnahmen zu rufen. Ich dachte immer, die Linke sei eine Kümmerer-Partei, die ihren Wählern sagt, wie sie mit wenig Geld besser zurecht kommen. Aber da sind inzwischen zu viele Akademiker drin, die selbst keine Mühe haben, sich in Alsfeld eine schöne Wohnung zu mieten.

  2. Wäre schön, wenn Herr Riese sich mal auslässt, welche Grundstücke er meint. Es gibt Gärten, die offiziell Bauland sind, wenn diese allerdings bebaut werden, wird der Kernstadt sehr viel Grün und Identität genommen. Der Bürgergarten ist zB auch auch ein Grundstück!
    Ausserdem sehen die Bauvorschriften In Alsfeld für jede Wohneinheit Mindestens einen Parkplatz vor. Die ganzen SUVs müssen auch erstmal geparkt werden.
    Natürlich gibt es in der Innenstadt auch genug Spekulatius Gebäude… siehe die Klostergartenbaracke, die gans schön kaputt ist. Man sollte sich zuerst darum kümmern. Wichtig ist natürlich, dass alles auch ins Stadtbild passt. Sozialer Wohnblock passt halt schlecht in die Alt-/Kernstadt.

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