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Mitgliederversammlung der IndustriegewerkschaftIG Bau plant gewerkschaftspolitischen Stammtisch

VOGELSBERG (ol). Die letzte Mitgliederversammlung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Kreisverband Vogelsberg-Schwalm im Hotel „Zur Schmiede“ in Eudorf wurde vom Vorsitzenden Jens Nold mit seinem Jahresbericht eröffnet.

Als Aktionen des Kreisverbandes erläuterte er die Aktivitäten zur 1. Mai Feier auf dem Alsfelder Marktplatz. Hier hatte die IG BAU ein eigenes Informationszelt aufgebaut und wesentlich bei der Organisation der Kundgebung mitgewirkt. „Ohne die Bereitschaft der Kollegen des Kreisverbandes tatkräftig mit anzupacken, wäre eine Veranstaltung dieser Art nicht möglich“, erklärte Nold. Er dankte ausdrücklich Kurt Grabner, der durch sein langjähriges Engagement ein leuchtendes Beispiel für die Gewerkschaftsarbeit sei.

Als nächstes Angebot an die Mitglieder berichtete er von der Herbstwanderung im Romröder Forst. Hierbei stand der aktuelle Waldzustand im Mittelpunkt. Viele Stunden im Jahr seien notwendig, um die Mitarbeit im DGB Vogelsberg sicherzustellen. Hierbei habe die IG BAU den Bezug zur beruflichen Praxis immer als Schwerpunkt gesehen.

Durch die wöchentliche Sprechstunde im Gewerkschaftsbüro in Alsfeld werde durch Kurt Grabner die Anlaufstelle für alle Gewerkschaftsmitglieder gewährleistet. Er berichtete von der  Betreuungsarbeit und den vielfältigen Hilfsangeboten. Die Gespräche mit der kommunalen Ebene bezüglich der Probleme bei der Vergabepraxis und der Sicherung der Tariftreue sollen auch im kommenden Jahr fortgeführt werden.

Unterschiedliche Meinungen müssen sachlich besprochen werden

Jens Nold bedauerte, dass die Diskussionskultur auch im Kreis mangelhaft sei. Dies zeige sich am Beispiel der im Bau befindlichen Autobahn A49. „Unterschiedliche Meinungen müssen sachlich miteinander besprochen werden und dürfen nicht sofort zu persönlicher Diffamierung führen“, sagte der Vorsitzende.

Zur weiteren Intensivierung der Mitgliederbetreuung und zur Verbesserung des Zusammenhaltes sollen im kommenden Jahr  gewerkschaftspolitische Stammtische an verschiedenen Orten des Vogelsbergkreises und der Schwalm angeboten werden.

Der Fachreferent des Abends Steffen Spengler von der SOKA BAU erläuterte die Struktur und den Auftrag der von den Tarifpartnern gemeinsam getragenen Einrichtung. Seit 70 Jahren bestehe eine branchenspezifische Lösung unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber auf der Basis eines allgemein verbindlichen Tarifvertrages. Bei der SOKA BAU werde ein persönliches digitales Urlaubskonto für jeden Kollegen/In geführt. Spengler berichtete von der Situation der Rentenbeihilfe – der Betriebsrente am Bau-, die nach dem Tarifvertrag West bis 1965 nach dem Solidaritätsprinzip gestaltet war.

Nach 1966 wurde sie umgestellt auf ein Kapital gestütztes persönliches Konto. Er wies darauf hin, dass alle Rentner, die bis 31. Dezember 2015 in Rente gegangen sind, noch einen Anspruch auf Sterbegeld haben. Wichtig sei, dass dieses im Todesfall vom Ehepartner beantragt wird. Abschließend machte er deutlich, dass Rentenansprüche bei der SOKA BAU nicht verfallen, auch wenn der Antrag nicht fristgerecht gestellt worden sei.

Der für den Kreisverband zuständiger Gewerkschaftssekretär Maximo Laurenzo berichtete über die Schwerpunkte der aktuellen Gewerkschaftsarbeit, die geprägt ist von den laufenden Tarifauseinandersetzungen im Gebäudereiniger Handwerk, der Baustoffindustrie – mit Pilotvertrag in Hessen in 2020 -, dem Erfolg beim BAU – Mindestlohn für den Westen nach der Schlichtung. In Vorbereitung seien die Personalratswahlen im Forst und die  gewerkschaftsinternen Organwahlen. Abschließend bedankte sich der Vorsitzende Jens Nold mit einem Präsent beim Fachreferenten des Abends, Steffen Spengler.