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Stadt Alsfeld gratulierte Mohammad Sharifi an Neujahr zu seinem Geburtstag100. Geburtstag und eine bewegende Geschichte

ALSFELD (ol). Seit 2015 lebt Mohammad Sharifi in Deutschland, seit 2016 in Alsfeld. An Neujahr feierte er seinen 100. Geburtstag. Stadtrat Heinrich Muhl gratulierte dazu dem Geburtstagskind im Namen von Bürgermeister Stephan Paule und den Gremien der Stadt Alsfeld. Gleichzeitig überbrachte Muhl die schriftlichen Glückwünsche von Kreis und Land.

In der Pressemitteilung der Stadt Alsfeld heißt es, Sharifi ist Afghane und kam erst in 2015 mit seiner Familie nach Deutschland. Er selbst spricht Dari, die deutsche Sprache versteht er nicht. Sein Sohn Assad übersetzte deshalb die bewegt vorgetragene Lebensgeschichte seines Vaters. Mohammad Sharifi erblickte am 1. Januar 1920 in Baglan, einer heute rund 90.000 Einwohner zählenden Stadt – rund 60 km südlich von Kunduz – in Afghanistan, das Licht der Welt. Nach seiner Schulzeit erlernte er – in der baumwollgeprägten Provinz Baglan – bis zum Jahr 1935 den Beruf eines Webers. Als Solcher arbeitete Sharifi bis zu seinem Ruhestand 40 Jahre lang in einer Fabrik in Baglan und stellte dort die unterschiedlichsten Textilien her.

In 1965 heiratete er seine heute 80 Jahre alte Frau Diljan. Gemeinsam erfreuten sie sich über zwei Töchter und zwei Söhne wovon leider der älteste Sohn bereits schon nicht mehr lebt. Dieser wurde nach der Sprengung ihres Hauses durch die Taliban, vor den Augen der Familie, hingerichtet. Die jüngste Tochter Negim erlitt beim Einsturz des Hauses schwere Kopfverletzungen und sei seit dem behindert. Dieses schreckliche Ereignis veranlasste die Familie die Flucht zu ergreifen und traumatisierte alle Familienangehörige so, dass jeder von ihnen bis zum heutigen Tage unter Albträumen und Angstzuständen leide.

2015 über die Türkei nach Deutschland geflüchtet

Die Flucht führte die Familie in 2007 aus Afghanistan in den Iran nach Qom, eine große Metropole südlich von Teheran. Dort lebte man sieben Jahre lang, konnte aber nie wirklich richtig Fuß fassen. Nach reiflichster Überlegung trat man deshalb in 2014 die Flucht nach Deutschland an, die die Sharifis über die Türkei in 2015 dann nach Deutschland führte. Mohamad Sharifi selbst ist bettlägerig aber bei äußerst wachem Verstand.

Seine Frau Diljan Sharifi könne auf Grund einer chronischen Erkrankung viele im Haushalt erforderliche Arbeiten nicht mehr selbst ausführen. Die fürs tägliche Leben notwendigen Arbeiten müssen alle vom Sohn Assad durchgeführt werden. Wegen diesen Rahmenbedingungen komme der Sohn derzeit nicht dazu einer geregelten Arbeit nachzugehen und das Geld zu verdienen, das die Familie dringend zum Leben braucht. Stadtrat Muhl regte wegen den bestehenden Problemen an die Flüchtlingsberatung seitens der Familie in Anspruch zu nehmen.


Auch sollten alle Familienangehörige einmal erörtern ob man bereit sei sich von einer Patin oder einem Paten für geflüchtete Menschen helfen zu lassen; denn das sei aus Muhls Sicht das Einzige was der Familie derzeit wirklich helfen würde. Beim Verabschieden sicherte man sich zu,diesbezüglich in Verbindung zu bleiben.