Politik3

Vortrag mit Dr. Ingo Elbe am 21. Januar um 19.30 UhrRevolutionstheorie und ihre Kritik bei Marx

ALSFELD (ol). Marx ist über seine wissenschaftliche Tätigkeit der Kritik der politischen Ökonomie hinaus auch ein praktischer Politiker, Organisator der Arbeiterbewegung und Verfechter der politischen Revolution gewesen. Genau darüber wird Dr. Ingo Elbe auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 21. Januar sprechen.

Aus marxistischer Sicht wurde und werde unterstellt, dass das Verhältnis der Arbeiterklasse zum Kapitalismus von vorne herein ein rebellisches sei. Doch bereits in den Schriften der frühen kritischen Theorie werde diese Position vor dem Hintergrund des Scheiterns der sozialistischen Arbeiterbewegung und des Aufkommens des Faschismus in Europa einer grundlegenden Kritik unterzogen.

Marx habe vor allem in seinen früheren Schriften traditionelle geschichtsphilosophische und politökonomische Motive zu einem revolutionstheoretischen Modell entwickelt, das die historische Mission des Proletariats für die Bildung revolutionärer Subjektivität und gelingender Umwälzung des Kapitalismus unterstellt.

Während Marx in seiner Tätigkeit für die Internationale seine revolutionären Thesen vertrat, entwickelte er in seinen wissenschaftlichen Arbeiten ein kritisches Verhältnis zum Bewusstsein der Arbeiterklasse in seiner Zeit. Warum nun bleiben auch heute revolutionäre Bewegungen trotz ökonomischer und politischer Verwerfungen aus und wachsen rechtsnationalistische Bewegungen in Europa an? Und kann das Scheitern von Revolutionen in ihren bisherigen Formen mit Marx erklärt werden?

Dr. Ingo Elbe arbeitet als Privatdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Marx-/Marxismusforschung und zur politischen Philosophie stammen aus seiner Feder. Los geht es auf Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung am 21. Januar um 19.30 Uhr im Hotel Klingelhöffer in Alsfeld. Der Eintritt ist frei.

3 Gedanken zu “Revolutionstheorie und ihre Kritik bei Marx

  1. Noch ein paar dieser Pressemeldungen und die Schulkinder glauben, Rosa Luxemburg wäre ein Mann (wie z.B. Rosa von Praunheim) und sähe aus wie Dietmar Schnell, das Gesicht der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Vogelsberg. Nee, nee, Kinder! DAS ist die wahre Rosa Luxemburg: https://www.thelocal.de/userdata/images/article/b7efa47cee112bfc6e64a55b44059a46827fba5ec02bd81ba67be6a5b7dcd873.jpg!
    Und das ist Luxemburg (https://www.youtube.com/watch?v=nZXAFqpg0Jk), wo Vati sein revolutionäres Schwarzgeldkonto hat und die Reichen nur ganz, ganz wenig Steuern zahlen!

  2. Die Wirklichkeit der Theorie führt uns zur Theorie der Wirklichkeit und von da mitten hinein in deren grundlegende Kritik. Mein Lieblings-Revolutionstheoretiker heißt jedenfalls immer noch Gerhard Polt.

  3. „Kann das Scheitern von Revolutionen in ihren bisherigen Formen mit Marx erklärt werden?“ Keine Ahnung. Vermutlich lässt sich alles mit allem erklären, so lange man selbst daran glaubt. Da schließt sich doch direkt die Frage an: „Ist Religion heilbar?“
    Zumindest ist es hilfreich, wenn einem derselbe Theoretiker erklärt, warum Revolutionen unausweichlich notwendig sind und warum sie, wenn sie dann überhaupt stattfinden, unausweichlich scheitern müssen oder derart pervertieren, dass jeder noch halbwegs Gescheite diejenigen verflucht, die sie zu ihrer Mission erklärt haben.
    Vielen Dank für die Blumen. Das Proletariat, gefangen und sich selbst verarschend in der Endlos-Schleife einer öden und blöden Weltgeschichte. Ich sehe sie schon im Klingelhöfer sitzen, die ewigen Revoluzionäre, wie sie traurig ihr Bier trinken und von einer rosa Zukunft träumen.

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