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Am Freitagabend fand in Lauterbach zum 13. Mal die Lucia-Andacht zum Gedenken an Brustkrebserkrankte statt„Sorgen können sein wie ein brüllender Löwe“

LAUTERBACH (ol). Zum bereits 13. Mal fand jetzt in Lauterbach eine meditative Abendandacht im Rahmen der Aktion Lucia statt. Das Netzwerk der Aktion Lucia macht deutschlandweit auf die Belange von an Brustkrebs erkrankten Frauen aufmerksam. Neben Aufklärung und Informationen bot die Andacht Raum für Spiritualität und Gemeinschaft sowie für das Gedenken der Verstorbenen.

Die diesjährige Lucia-Andacht im Dekanat Vogelsberg stand unter dem Titel „All eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch“. Organisiert und gestaltet wurde sie in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“, unter der Leitung von Heidemarie Haase, von Pfarrerin Karin Klaffehn, Dorothee Köhler und Elvira Köhler. Betroffene, Angehörige sowie Menschen, die ihre Solidarität bekunden wollen, waren am Freitagabend zur Andacht in die Lauterbacher Stadtkirche gekommen.

Bedrückende Fragen wie „Wie weit ist der Krebs fortgeschritten?“, „Was wird aus meiner Familie und aus meinem Job?“ oder „Wie sehe ich nach der Operation aus?“, sind Sorgen, die den meisten erkrankten Menschen bekannt sind. Doch wohin mit diesen Sorgen, die eine Krankheit wie zum Beispiel Brustkrebs mit sich bringt? „Sorgen können sein wie ein brüllender Löwe“, sagte Pfarrerin Karin Klaffehn. „Lasst euch nicht von diesen Sorgen auffressen. Werft sie auf Gott, teilt sie mit anderen, sprecht mit ihnen“, ermutigte Klaffehn. „Vielleicht sind die Sorgen dann nicht mehr so mächtig wie ein Löwe.“

Im Rahmen der Aktion Lucia wurden bei der Andacht 48 Kerzen entzündet – eine für jede Frau, die täglich in Deutschland an Brustkrebs stirbt. Foto: Patricia Luft

Während der Andacht brannten 48 rote Kerzen – jede davon symbolisch für eine der 48 Frauen, die täglich in Deutschland an Brustkrebs sterben. Mit dem Anzünden der Kerzen, benannt nach der Lichtträgerin Lucia, wurde gemeinsam mit Deutschlands größter und ältester Krebs-Selbsthilfeorganisation in vielen deutschen Städten der Aktionsmonat gegen Brustkrebs, der weltweit im Oktober begangen wird, eröffnet. Die Kerzen sollten neben dem Gedenken auch dafür stehen, auf die Chancen der Früherkennung und auf die Hilfsangebote der Frauenselbsthilfe hinzuweisen. Denn obwohl die medizinische Versorgung von Frauen mit Brustkrebs in Deutschland sehr gut ist, bleiben Erkrankte mit ihren Sorgen oft allein. Mehr als 150 Frauen hören täglich die Diagnose Brustkrebs.

„Obwohl die Krankheit zu 80 Prozent heilbar ist – vorausgesetzt, sie wird früh genug erkannt und eine gute medizinische Versorgung ist gegeben“, erklärte Elvira Köhler, „sterben immer noch viele Frauen täglich an Brustkrebs.“ Um einen Zugang zu einer guten, medizinischen Versorgung für alle Frauen auf der Welt, um genug Kraft für die Pflegerinnen und Pfleger, die täglich Betroffene durch deren Krankheit begleiten, um eine gute Forschung und um neue Wege baten die Frauen unter anderem in ihren Fürbitten. Nach der Andacht gab es bei Keksen und Tee noch ein gemütliches Beisammensein.