Gesellschaft0

Pfarrerin Susanne Weide feiert 25-jähriges OrdinationsjubiläumZeit für Herzensangelegenheiten

NIEDER-MOOS/VOGELSBERG (ol). Ein Gottesdienst im Garten, noch dazu einer, zu dem man noch einmal extra Stühle nachholen musste – dieser Wunsch ging für Pfarrerin Susanne Weide am vergangenen Sonntag in Erfüllung, als sie gemeinsam mit vielen Gemeindegliedern, Freunden und Weggefährten im Beisein von Dekanin Dr. Dorette Seibert ihr 25-jähriges Ordinationsjubiläum feierte.

Fein herausgeputzt hatte sich dazu der Pfarrgarten gleich neben dem Pfarrhaus in Nieder-Moos, und die strahlende Spätsommersonne war das I-Tüpfelchen auf einer Veranstaltung, deren fröhliche Stimmung geradezu ansteckend wirkte. Weiter heißt es in der Pressemitteilung des Dekanats, als begeisterte Trompeterin eröffnete die Pfarrerin ihren Festgottesdienst gleich selbst gemeinsam mit dem Evangelischen Posaunenchor Crainfeld unter der Leitung von Heinz Günter Maaser, bei dem sie seit zwei Jahren eifriges Mitglied ist.

„Gott ist mit uns an diesem Tag im Pfarrgarten“, schloss die Pfarrerin aus allem, was sie sah und hörte, als sie und ihr Partner Pfarrer Johannes Cunradi, mit dem sie sich die Pfarrstelle in Nieder-Moos teilt, ihre Gäste ansprach und ohne Umschweife zum durchaus naheliegenden Thema des Tages kam.

Alle Fotos: Traudi Schlitt

Eine interessante Text-Collage hatten die beiden gemeinsam mit Mitgliedern ihrer Gemeinden gebastelt, Schlagworte, Ausrufe, Sprüche über die Zeit, die flieht, rennt, vorbeigeht, zu voll ist oder die man vielleicht auch hat – übrig hat!? Alle Teilnehmenden waren eingeladen, sich ihre eigenen Gedanken über die Zeit und ihren Umgang damit zu machen, auch über die Bedeutung eines Ruhetages am Sonntag, dem 7. Tag der Schöpfung.

Die Betrachtungen wurden musikalisch unterbrochen von den Vulkansingers, vertretungsweise unter der Leitung von Diana Laupus. Ihren Liedern lauschten sowohl die Pfarrerin als auch die Gäste mit Hingabe, bevor Weide und Cunradi ein schlaues Experiment zum Thema Zeit vorführten: Während große Steine ein Glas zu füllen scheinen, kann immer noch Kies, später noch Sand um am Ende noch Wasser hinzugefüllt werden.

Die Message: Die großen Steine müssen zuerst ins Glas

Ein lebhafter Vortrag war es, den das eingespielte Team hier bot, natürlich einer mit Message: Die großen Steine müssen zuerst ins Glas, denn wenn dieses einmal voll von Kies und Sand ist, passen die nicht mehr rein. Anlass also, die großen Brocken im Leben, die Herzensangelegenheit zu erkennen, und ihnen in dem täglich neu zu füllenden Glas den angemessenen freien Raum zu schenken, bevor Nebensächlichkeiten aus Kies und Sand das Lebensglas füllen und für die wichtigen Dinge kein Platz mehr sind.

Eine Wortcollage zur Zeit.

Susanne Weide berichtete von ihren Herzensangelegenheiten und davon, wie richtig ihre Entscheidung war, nach Nieder-Moos zu kommen, eine halbe Pfarrstelle anzutreten und sich damit viel Zeit für ihre dicken Brocken zu gönnen: Dem Genießen der Natur, der Zeit für Freunde und Familie, dem Studium der Bibel, der Musik…. Ihren Gemeindegliedern mochte es große Freude bereitet haben, zu hören, „wie unglaublich gut es war, nach Nieder-Moos zu kommen und hier mit euch zu leben“ – die ganze Atmosphäre war getragen von dieser Gemeinschaft, die hier miteinanderfeierte.

Als einen möglichen „dicken Brocken“ hat Dekanin Dr. Dorette Sommer die Dankbarkeit erkannt. Mit Blick auf das nahende Erntedankfest bescheinigte sie Pfarrerin Weide eine reiche Ernte, bestehend aus unzähligen Gottesdiensten, Begegnungen mit Menschen, Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen und Beerdigungen. Auf gute und auf schlechte Zeiten blicke man an einem solchen Jubiläum zurück, so Seibert, und was wie Zufall erscheine und sich fügen möge, das sei von Gott zugefallen und man müsse es nur aufheben. Seibert dankte der Pfarrerin für ihr Wirken in der Vergangenheit wie in der Zukunft und sie dankte Gott, für die Freude, mit der die Pfarrerin ihren Beruf ausübt.

Eine strahlende Zuhörerin.

Diese Freude war den ganzen Tag spürbar – kein Wunder vielleicht, wenn eine schon mit zwölf Jahren weiß, dass sie Pfarrerin werden will, ja, schon ihr Taufspruch „…verkündet es den Jüngern!“ habe ihr das prophezeit. Zum Abschluss des Gottesdienstes sangen die Vulkansingers noch einmal für sie, davon dass Gott ihr einen Engel gesandt habe. Eine Gewissheit, die Pfarrerin in sich trägt und ausstrahlt.