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Bauhaus, Basalt und BananenEine Busfahrt zu bekannten und unbekannten Orten im Vogelsberg

HERBSTEIN (ol). Der Kulturverein Karuszel Gebirgskulturen bietet am 22. September die 10. Reise durch den Vogelsberg an. Eine Busfahrt zu bekannten und unbekannten Orten im Vogelsberg steht auf dem Programm. Treffpunkt ist um 10 Uhr die Adolf-Kolpingstraße 22 in Herbstein.

In der Pressemitteilung des Vereins heißt es, Mitfahrgelegenheit ab Alsfeld und Lauterbach – hin und zurück –  ist möglich. Das einzige ganz im Sinne des Bauhauses gebaute Ensemble im Vogelsbergkreis werde der Ausgangs- und Endpunkt einer Reise zu den Themen Bauhaus, Basalt und Bananen sein: Vor allem für Familien mit Kindern, die sich in den 60 und 70er Jahren keinen Mittelmeerurlaub leisten konnten, wurde das südländisch anmutende Kolping-Feriendorf bei Herbstein in den Jahren 1965-68 errichtet.

Hoch aufragend – die zweite Station der Reise – sei die in den 1920er Jahren gebaute Schule in Eichenrod, in der viele Jahre einer der Begründer der „neuen Frankfurter Schule“- nämlich Friedrich Karl Wächter wohnte. Mit einigen seiner herrlichen Worttexte im Ohr erreicht die Busgesellschaft in einem Schweizer Postbus NAW die archaisch anmutende Friedhofshalle von Rebgeshain von 1972, die im Stil des Brutalismus geformt ist.

Bevor es zu einer weiteren Trauerhalle geht, wird mit einem kleinen Fußmarsch der alte jüdische Friedhof von Bobenhausen II angesteuert, dessen Ränder teilweise mit Basaltsteinen eingefasst sind. Der bis in die 1990er Jahre verwüstete Friedhof ist erst in den letzten Jahren wieder hergerichtet worden. Ein in jeder Hinsicht besonderes Bauwerk stellt die mit Lesesteinen gebaute Trauerhalle in demselben Dorf dar, die von dem Architekten Dieter Kraft vorgestellt wird.

Eine in Form von Sargdeckeln gestaltete Dachlandschaft ruht auf einem Bauwerk aus Basalt und Beton. Weiter gehts durch das idyllisch gelegene Dorf Wohnfeld, in dem im Jahre 1945 der Satiriker Matthias Beltz geboren wurde, zum Geotop „Wildfrauenhaus“. In dessen Umfeld wurden wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit Opfer an die heidnische Göttin Freya (Frau Holle, Wilde Frau) dargebracht. Hier hören die Reisenden Stücke von der 50 Jahre alten Bananen-Schallplatte von Velvet Underground & Nico, einer sagenumwobenen Frau aus der Musikgeschichte.


Der weitere Weg führe durch herrliche Wald- und Wiesenlandschaft auf den höchsten Platz im Vogelsberg – zu dem aus Basaltsteinen erbauten Bismarckturm. Bevor es wieder Richtung Kolping-Feriendorf geht, stehe eine elegant gespannte Basalt-Bogenbrücke über den Vulkanradweg im Focus, deren Abriss durch eine engagierte Bürgerinitiative verhindert wurde. An dem einstigen Mittelpunkt der alten BRD vorbei wird der abwechslungsreiche Tag bei Kaffee und Kuchen ausklingen. Anmeldungen seien unter  Karuszel-2019-@t-online.de oder  bei Bodo Runte, Postfach 1527, 36304 Alsfeld, möglich.