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Landrat Manfred Görig eröffnet Ausstellung „Meine Heimat – mein Landkreis“Ein tiefes Gefühl von Geborgenheit

VOGELSBERG (ol). Was haben Fotos von der Bergmähwiese an der Herchenhainer Höhe, dem Schloss Oranienburg und der Wallfahrtkirche Jableczna gemeinsam? Sie alle stehen für den Begriff Heimat. „Meine Heimat – mein Landkreis“ lautet denn auch folgerichtig der Titel einer Ausstellung, die Landrat Manfred Görig am Montag in der Kreisverwaltung eröffnete.

Zur Vernissage konnte er mit Johanna-Frances Lettow und Julia Heine zudem zwei Auszubildende aus dem Partnerkreis Oberhavel begrüßen, die in dieser Woche eine schöne Tradition fortsetzen: Die beiden Verwaltungsangestellten im zweiten Ausbildungsjahr arbeiten gemeinsam mit ihren oberhessischen Kollegen in verschiedenen Bereichen der Lauterbacher Verwaltung.

Seit 1991 besteht die Partnerschaft zwischen dem  Vogelsbergkreis und dem Landkreis Oberhavel, seit 2014 finden diese regelmäßigen Azubis-Austausche statt. Für eine Woche lernen Auszubildende aus dem Vogelsbergkreis beziehungsweise Oberhavel die jeweils andere Kreisverwaltung kennen. „Es ist immer gut, auch einmal über den Tellerrand zu schauen“, lobte Landrat Manfred Görig das Engagement der Azubis. „Es ist bereichernd, wenn sich die, die in der Region leben und arbeiten, austauschen.“ Positiv bewertete es der Landrat, wenn insbesondere junge Menschen die Partnerschaft der beiden Landkreise mit Leben erfüllen.

Die Bilder der Ausstellung. Alle Fotos: Sabine Galle-Schäfer/Vogelsbergkreis

„Das fängt bei Kultur und Sport an und hört bei Ausbildung und Beruf nicht auf. Die Auszubildenden lernen die Unterschiede der Verwaltungs- und Ausbildungsabläufe kennen und nehmen vielleicht sogar neue Impulse und Anregungen mit nach Hause“, so Manfred Görig, der gleichzeitig den Gegenbesuch ankündigte: Schon Anfang Juli schicken die Vogelsberger mit Timo Walper, Luisa-Marie Schübeler, Christin Happ und Simon Möller vier Azubis nach Oberhavel.


Einblicke in andere Heimatwelten

Im Gepäck hatten die beiden Oberhavelerinnen Johanna-Frances Lettow und Julia Heine unter anderem ein Gästebuch für die Fotoausstellung „Meine Heimat – mein Landkreis“, das sie Landrat Görig überreichten. Die Ausstellung – sie ist ein Gemeinschaftswerk des Landkreises Oberhavel mit seinen drei Partnerlandkreisen Vogelsbergkreis, Biala Podlaska (Polen) und Siedlce (Polen) – war anlässlich der Interkulturellen Woche 2018 bereits in Oranienburg gezeigt worden. Das Projekt ist entstanden durch die Zusammenarbeit der jeweiligen Verwaltungen mit Künstlern.

Deren Fotografien zeigen all das, was für die Fotografen Heimat ausmacht: Menschen, Tiere, Bauwerke, Landschaften. „Vor allem aber transportieren sie ein Gefühl: Geborgenheit“, so Landrat Manfred Görig. „Beim Betrachten der Fotos erhalten wir schöne Einblicke in andere Heimatwelten sowie ein tief empfundenes Heimatgefühl.“

Die Anwesenden bestaunten die Fotos der Ausstellung.

Ähnlich äußerte sich Oberhavels Landrat Ludger Weskamp in einem Grußwort: „Ich freue mich sehr, dass diese spannende Schau nun in Ihrem Landkreis gezeigt wird. Tauchen Sie ein in die unterschiedlichen Landschaften und erahnen Sie, welche Verbundenheit die Fotografen mit ihrem Landkreis ausdrücken. Ich wünsche den Besuchern viele Inspirationen bei der Suche nach ihrem eigenen Heimatgefühl.“

Die Ausstellung kann bis zum Spätsommer im ersten Stock des Lauterbacher Landratsamtes, Goldhelg 20, zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden. Ab 18. Oktober ist sie dann in Biala Podlaska in Polen zu sehen.



2 Gedanken zu “Ein tiefes Gefühl von Geborgenheit

  1. Ja, da legt der Herr Landrat noch selbst letzte Hand an. Ein Kümmerer der alten Schule eben. Während andernorts Eichenprozessionsspinner und Buchsbaumzünzler die Landbevölkerung in Angst und Schrecken versetzen und erste Flüchtlingsströme sich im Pfeilhagel giftiger Raupenhaare über das Fernstraßennetz in Richtung der traditionellen deutschen Urlaubsgebiete abzusetzen versuchen, betrachtet man im Kreishaus in aller Gelassenheit selbst aufgehängte Fotos, „um […] schöne Einblicke in andere Heimatwelten sowie ein tief empfundenes Heimatgefühl“ zu verspüren. Das ist Freiheit. Jeder bestimmt selbst, in welcher Blase er leben möchte.

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  2. Oder: Wenn in der Kreisverwaltung sonst nichts zu tun ist.
    Wohl einer kommunalen Behörde, wenn bei der Erstellung ihrer Räumlichkeiten an genügend lange Flure gedacht und der so geschaffene Ausstellungsraum nicht voreilig durch Kunst am Bau aufgefüllt wurde. Dort kann man nun im Wechsel der Jahreszeiten, Anlässe, Gegebenheiten oder gerade vor Ort weilenden Delegationen Gerahmtes jeglicher Art präsentieren: Fotos, Drucke, Aquarelle usw.
    Die Rede ist von „Ausstellungen“, womit das Umhängen der Rahmen wechselnden Inhalts auf jeweils andere Bildnägel, wobei geschickterweise auch das Thema der Ausstellung, Ausstellungsmotto usw. geändert und zur Eröffnung jeweils eine „Vernissage“ veranstaltet wird, wobei jeweils eine größere Menge geladener Gäste mit einem zwischen Verlegenheit und gespielter Aufmerksamkeit changierenden Minenspiel und einem Kaltgetränk in der Hand herumsteht und der/den Eröffnungsrede[n] lauscht, die auch desorientierten Ausstellungsbesucher*innen schnell verdeutlichen, warum sie da eigentlich gerade herum stehen und warum dies so wichtig ist.
    Das Gute an derartigen Anlässen ist immer auch, dass sie mit weiteren Anlässen verbunden werden können, deren Verkettung wiederum fast immer in einem globalen Ausmaß und internationalistischen Sinne bedeutungssteigernd wirkt. Im Zeitalter anlassloser Überwachungsmaßnahmen, einer unerbittlich gleitenden Arbeitszeit und bedingungsloser Grundeinkommen bieten allein solche geistigen Wegmarken noch Inspiration, Selbstvergewisserung und innere Verwurzelung, kurz: Heimat.

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