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Neustart nach kurzer RenovierungsphaseFörderbescheid zum mietfreien Startquartal für Buchhandlung „Lesenswert“

ALSFELD (ol). Es hätte terminlich nicht besser passen können. Genau an dem Tag, an dem Alsfeld seine Baustelle auf dem Marktplatz mit einem Bürgerbaubeginn startete, wehte auch im Gebäude Markt 2 direkt am Marktplatz ein kleiner Wind der Veränderung. Mit Helmar Bünnecke ging an diesem Tag ein Alsfelder Urgestein in den Ruhestand – doch zwei Nachfolgerinnen wurden gefunden.

In der Pressemitteilung der Stadt Alsfeld heißt es, die traditionsreiche, unverwechselbare Buchhandlung „Buch 2000“ hat glücklicherweise jedoch zwei Nachfolgerinnen gefunden. Mit Barbara Möser und Johanna Mildern gehe die Alsfelder Perle in liebevolle Hände über, die nach einer kurzen Renovierungsphase mit „Lesenswert“ den Neustart angeht.

Gleich mehrfache Gründe für einen Besuch von Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule: zum einen um Herrn Bünnecke im Namen der Stadt Alsfeld für sein Engagement zu danken, er und seine urige Buchhandlung waren ein Aushängeschild für Alsfeld und ein Magnet für Kunden und Touristen. Zum Anderen um seitens der Stadt als Vermieter und als Wirtschaftsförderung den Nachfolgerinnen zu gratulieren, die Daumen zu drücken und den Förderbescheid für das städtische Förderprogramm „Mietfreies Startquartal“ zu überreichen.

Eine Geschäftsübernahme durch Neugründung in der historischen Altstadt, dem Onlinetrend zuwider, das sei ein Paradebeispiel für eine Unterstützung durch das städtisch-private Förderprogramm. „Wir freuen uns gemeinsam mit den neuen Unternehmerinnen auf die Wiedereröffnung“, sagte Paule.

2 Gedanken zu “Förderbescheid zum mietfreien Startquartal für Buchhandlung „Lesenswert“

  1. Dass sich Kommunen wie Alsfeld dem Trend zur Verödung der Innenstädte durch Eigeninitiative und geeignete Fördermaßnahmen wirksam entgegen stellen können, beweist das Beispiel des nordhessischen Eschwege, das lange als Verliererin der Deutschen Einheit galt (siehe Video des HR, https://www.hessenschau.de/tv-sendung/eschwege-29-jahre-nach-dem-mauerfall,video-73592.html). Aber Vorsicht: Halbherzige Maßnahmen nützen wenig. Der Erfolg von Eschwege basiert im Wesentlichen auf zwei kräftigen Säulen: 1. Unterstützung von Geschäftsübernahmen in der Innenstadt durch ein mietfreies erstes Jahr. Und 2. Mietwohnungsbau im Zentrum, denn gerade in historischen Fachwerkstädten fehlen häufig moderne und barrierefreie kleine Wohnungen. Erst gestern brachte die Hessenschau erneut einen Beitrag über das erfolgreiche Einzelhandelskonzept der Stadt Eschwege (https://www.hessenschau.de/tv-sendung/hessenschau—ganze-sendung,video-96150.html). „It work’s“, wie der Lateiner sagt. Auch in Alsfeld, wenn der „Wind of Change“ nicht nur ein lauwarmes Lüftchen bleibt.

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