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KOLUMNE der Vermögensmanagerin Ines CasparGelten alte Börsenweisheiten noch oder hat sich etwas am Marktverhalten geändert?

ALSFELD (ol). Gelten alte Börsenweisheiten noch oder hat sich eigentlich etwas am Marktverhalten geändert? Wie sieht die aktuelle Zinsentwicklung aus und was für Aussichten gibt es bezüglich Gold und Öl? Ines Caspar, Vermögensmanagerin bei Aurum Vermögensmanagement hat Antworten darauf. Eine Kolumne der Wertpapierspezialistin und Vermögensmanagerin im Wortlaut.


„Mit den Empfehlungen zum Kapitalmarkt ist es manchmal wie mit einer ärztlichen Diagnose. Wenn ich drei Ärzte frage, bekomme ich vier unterschiedliche Diagnosen. So auch am Kapitalmarkt. Drei „Spezialisten“, vier unterschiedliche Empfehlungen beziehungsweise Einschätzungen. Aktuell ist das auch wieder so. Die Einen setzen die alte Börsenweisheit „Sell in May an go away, but do not remember to come back in September“ an.

Die Dividenden sprudeln

Nach der sollte man im Mai eher verkaufen und im Herbst wieder einsteigen. Oft war das kein schlechter Ratgeber, aber eben nicht immer, wie zum Beispiel letztes Jahr. Die Gegenseite ist der Meinung, dass doch alles gut läuft. Die Dividenden sprudeln, die Amerikaner und die Chinesen werden sich schon einigen, ob der Brexit jemals kommt und welche Auswirkungen er letztlich haben wird, Schwamm drüber. Der DAX steht noch gut elf Prozent unter seinem Höchststand, also ein guter Zeitpunkt, um zu kaufen. Tja und was ist jetzt richtig?

Hinweise zum weiteren Verlauf der Märkte finden sich vielleicht an anderer Stelle. 2007, also vor der sogenannten Finanzkrise, hatte sich weltweit eine Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten von 97 Billionen Dollar (97.000.000.000.000 USD) angehäuft. Alle waren sich einig, dass es so nicht weiter gehen könne. Der Schuldenberg müsse dringend abgebaut werden. Bis Mitte 2018 hat sich der Schuldenberg auf 184 Billionen US-Dollar erhöht.

Das Ziel wurde also ganz klar verfehlt. Tja und bei all dem kommen die grün-linken Politiker mit Forderungen nach Enteignungen von Grundbesitz. Was kommt dann als nächstes? Das Einfrieren von Konten? Dabei konzentriert sich unser Wirtschaftsminister mit seiner Politik auf große Konzerne, anstatt die tragende Säule der deutschen Wirtschaft, den Mittelstand zu fördern! Keine guten Aussichten für eine freie Marktwirtschaft.

Die Konjunkturdaten und Wirtschaftszahlen weltweit sind zurzeit negativ. Die Weltwirtschaft driftet Richtung einer Rezession. Seit Anfang des Jahres kommt es derzeit nun fast täglich zu Gewinn-Warnungen, Meldungen über Auftragsrückgänge und Job-Abbauprogrammen vieler Firmen. Das zeugt nicht wirklich von positiven Vorzeichen für steigende Kurse. Trotzdem ist der DAX seit Jahresanfang um rund 15 Prozent gestiegen. Zu bezweifeln ist daher, ob die Rallye nachhaltig ist und so weiter geht.

Aktuelle Zinsentwicklung

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat verkündet, dass die Wartezeit bis zur ersten Zinserhöhung ziemlich lange ausfallen wird. Also bleibt es weiter bei der „Saure-Gurken-Zeit“ für Sparer. Einzig diejenigen, die eine Finanzierung planen, oder bei denen eine Zinsbindung endet, können sich weiter über das niedrige Zinsniveau freuen.

Gute Aussichten für Gold und was ist eigentlich mit Öl?

Donald Trump lässt durch seinen Vasallen, US-Außenminister Pompeo, verkünden, dass es keinem Land, das mit den USA in Frieden leben will, gestattet ist, ab dem 2. Mai auch nur ein Fass Öl aus dem Iran zu importieren. Betroffen davon sind insgesamt acht Länder, darunter auch China, Indien und die Türkei.

Einige große Iran-Kunden haben bereits andere Lieferanten gefunden. Allein diese Ankündigung hat dazu geführt, dass der Ölpreis steigt. Ja und wer profitiert davon? Allen voran die USA selbst, denn durch die Fracking-Technologie ist die USA zu einem der größten Öl-Lieferanten der Welt geworden. Donald Trump weiß also genauso wie Putin und die OPEC-Staaten das schwarze Gold als Waffen einzusetzen. Genau dafür lieben ihn seine Wähler.

1971 hat Präsident Nixxon die Preisbindung des US-Dollar zum Gold aufgehoben. Bis dahin stand auf jedem US-Dollar-Schein, dass man sich den Gegenwert in Gold oder Silber auszahlen lassen kann. Seit 1971 steht auf jedem US-Dollar-Schein „In God we Trust“ zu Deutsch: „Vertrauen wir auf Gott.“ Vielleicht sollte man im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld besser auf Gold vertrauen? Die Zeichen für steigende Gold-Kurse stehen weiterhin gut.“

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wider. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Ines Caspar
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld