Foto: Diakonisches Werk Vogelsberg

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Beratungsstelle des Diakonischen Werks VogelsbergIn Sachen Mutter-Vater-Kind-Kur richtig beraten werden

ALSFELD (ol). Dienstagvormittag 9 Uhr in der Beratungsstelle des Diakonischen Werks in Alsfeld. Eine Frau kommt durch die Tür. An der Hand zieht sie einen 2-jährigen Jungen hinter sich her. Sichtlich gestresst, fragt sie, ob sie hier richtig sei bei der Kurberatung. Frau Ina Wenz, Sozialpädagogin, lädt ein, erst einmal Platz zu nehmen, das Kind kann in der Spielecke bauen, malen oder puzzeln. Sie ist für die Beratung einer Mutter-Vater-Kind-Kur vorbei gekommen. Wie eine Beratung aussehen könnte, teilt das Diakonische Werk in einer Pressemitteilung mit.


Frau M. schildert auf Nachfrage der Berater ihre derzeitige Situation. Sie hat drei Kinder. Der Große, acht Jahre alt, gehe in die 3. Klasse. Oft berichten seine Lehrer, dass er nicht ruhig sitzen bleibt und er oft Streit mit Mitschülern hat. Deswegen sei sie im Moment dabei abzuklären, ob er ADHS hat. Die Tochter ist fünf Jahre, sie geht vormittags in den Kindergarten.

Oft hat sie eine Bronchitis und muss Medikamente nehmen. Der Kleine ist noch bei ihr zu Hause, er hängt sehr an ihr. Sie komme am Vormittag kaum zu etwas. Im Moment schafft sie es nicht ihren geplanten Tagesablauf umzusetzen. Manchmal gibt es dann mittags statt einer warmen Mahlzeit Brot, weil sie es nach dem Putzen und einkaufen nicht mehr geschafft hat rechtzeitig zu kochen, da ihre Tochter schon um 12 Uhr wieder aus dem Kindergarten abgeholt werden muss.

Arbeit und Kinder unter einen Hut bringen

Nach dem Mittagessen geht der Kleine schlafen und der Große kommt aus der Schule und isst zu Mittag. Nachdem die Küche wieder sauber ist, bringt sie die Tochter manchmal zu einer Freundin, wenn sie einen Termin mit ihrem großen Sohn habe. Der Kleine ist immer dabei. Ihre Mutter passt auf die Kinder auf, wenn sie an zwei Nachmittagen in der Woche zur Arbeit geht. Sie hat einen Minijob, bei dem sie Regale neu bestückt. Oft sind es schwere Dinge, die oben ins Regal geräumt werden müssen. Sie leidet schon seit längerem an Rückenschmerzen und bekommt ab und an Massagen vom Arzt verschrieben.

Seit ein paar Wochen hat sie immer mal wieder Kopfschmerzen, so dass sie Schmerztabletten nimmt. Oft schafft sie es kaum morgens aus dem Bett. Die Nächte sind kurz, da sie bis spät abends versucht liegengebliebene Hausarbeit zu erledigen und der Kleine nicht gut schläft und mehrmals nach ihr ruft. Auch das Einschlafen dauert lange, da sie sich oft über alles Gedanken macht.

Die Wochenenden sind etwas besser. Da ist auch ihr Mann zu Hause. Unter der Woche ist er auf Montage. Er muss dann zwar auch viel am und um das Haus machen, aber wenigstens abends kann sie sich mit ihm in Ruhe austauschen. Er findet es gut, dass sie eine Kur machen möchte, da er auch schon merkt, dass sie sehr angespannt ist und die Kinder dadurch manchmal anschreit. Von der Möglichkeit einer Kur habe sie von einer Freundin gehört, diese sei letztes Jahr in Kur gewesen und fand es toll. Am liebsten würde sie auch an die Nordsee.

So oder ähnlich würden erste Beratungsgespräche mit Müttern, Vätern oder Pflegenden verlaufen. In dem ersten Gespräch werde geklärt, ob und welche Kur in Frage kommt. Die dafür jeweils notwendigen Antragsunterlagen werden ausgehändigt und das weitere Vorgehen besprochen. Im nächsten Schritt werde ein Termin zur Antragsstellung vereinbart und eine Kurklinik ausgewählt.

Nach der Kur bestehe die Möglichkeit für ein oder mehrere weitere Nachsorgegespräche mit der Beraterin oder dem Berater in den Beratungsstellen des Diakonischen Werks in Lauterbach und Alsfeld. Diese sind erreichbar unter 06631 72031 in Alsfeld, Altenburger Str. 33 oder 06641 64669-0 in Lauterbach, Schlitzer Str. 2