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SMOG-Workshop mit dem Kreisjugendparlament – „Von der Straße ins Studio“ enorm erfolgreichJungparlamentarier rappen gegen Mobbing

VOGELSBERG (ol). Das hat es bisher im Kreisjugendparlament des Vogelsbergkreises (KJP) noch nicht gegeben: Das gemeinsam ausgesuchte Thema „Mobbing“ wurde unter professioneller Anleitung in einen selbstgemachten Rapsong verarbeitet.

„Wir sind das Kreisjugendparlament des Vogelsbergkreises und wir sind gegen Mobbing“,  formulierte es der Vorsitzende Laurin Eckert. „Mit unserem Song wollen wir ein warnendes Zeichen gegen Mobbing setzen und die möglichen drastischen Konsequenzen aufzeigen.“ Dass das ausdrucksvoll in einem Rapsong zum Ausdruck kommen konnte, war durch die Zusammenarbeit des Vogelsbergkreises mit dem Verein „Schule machen ohne Gewalt (SMOG)“ e.V. und durch die Unterstützung des Bundesprogramm „Demokratie leben“ mit einem Wochenendworkshop möglich.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung, seit Jahren arbeitet SMOG mit seinem Projekt „Von der Straße ins Studio (VdSiS)“ bundesweit mit Hilfe der Rapmusik sehr erfolgreich mit Kindern und Jugendlichen. Es werden Werte vermittelt, die Themen der Kinder und Jugendlichen aufgearbeitet, das Selbstwertgefühl der Teilnehmer gestärkt und die Kreativität sowie das Talent bei den Kindern entdeckt und entwickelt. Wichtig sei dabei die Arbeit im Team, erläutert der SMOG-Vorsitzende Erwin Maisch.

Gemeinsam hatten der Erste Kreisbeigeordnete des Vogelsbergkreises, Dr. Jens Mischak, und der 1. Vorsitzende von SMOG e.V., Erwin Maisch, die Idee, die Kinder- und Jugendarbeit im Vogelsbergkreis mit diesem Projekt weiter voran zu bringen. Begleitet wurden die 14 Teilnehmer des KJP von Angelina Kuhl und Corinna Kaiser vom Jugendamt des Vogelsbergkreises, die hellauf begeistert das Engagement der Teilnehmer und die Professionalität des SMOG-Teams erlebten.

Foto: Carmen Werthmüller-Ortiz, SMOG


Am Beginn stand die Themenwahl. Dann wurden in drei Gruppen Songteile geschrieben, gemeinsam daran gefeilt und anschließend im eigens aufgebauten Tonstudio aufgenommen.  Am Ende folgte der Videodreh. Das Ergebnis sei ein tolles Video, das demnächst auf dem YouTube-Kanal von „VdSiS“ zu sehen sein wird. Dazu gebe es noch ein „Making off“ über die gesamte Produktion.

Bei dem Workshop seien alle mit großer Begeisterung dabei gewesen. Das Engagement war so groß, dass beim Videodreh Teile unter der Regie der Teilnehmer aufgenommen wurden. Für SMOG waren der Projektleiter Timm Fütterer mit dem Kamerateam von Dennis Steib sowie Carmen Werthmüller-Ortiz verantwortlich. „Uns hat es richtig Spaß gemacht. Die Kids waren sehr gut. Gemeinsam haben wir ein wirklich gutes Video mit einer guten Botschaft produziert“, ziehen Timm Fütterer und sein Team Bilanz. Man könne also gespannt sein und VdSiS auf YouTube verfolgen.


3 Gedanken zu “Jungparlamentarier rappen gegen Mobbing

  1. >> „Mit unserem Song wollen wir ein warnendes Zeichen gegen Mobbing setzen und die möglichen drastischen Konsequenzen aufzeigen.“ Dass das ausdrucksvoll in einem Rapsong zum Ausdruck kommen konnte, war durch die Zusammenarbeit des Vogelsbergkreises mit dem Verein „Schule machen ohne Gewalt (SMOG)“ e.V. und durch die Unterstützung des Bundesprogramm „Demokratie leben“ mit einem Wochenendworkshop möglich. <<
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    …leider nur, wenn von außen zusätzliches Geld und zusätzliche Expertise einfließen. Der Vogelsberg-Flashmob-Song hat übrigens auch etliche Tausend Euro aus Fördermitteln des Programms "LEADER" verschlungen, ebenso der werbelyrische Vulkanausbruch https://www.vogelsberg.de/. Textprobe:
    "Vogelsberg – Wo sich attraktive Idylle, nachhaltige Natur und coole Bodenständigkeit gemeinsam mit der Innovationskraft spannender erfolgreicher Unternehmen mit attraktiven sicheren Arbeitsplätzen und verlässlicher Infrastruktur ausbreiten. Wer hätte das gedacht? FREIRAUM gefunden auf Europas größtem Vulkan."
    Vielleicht lernt man am Goldhelg ja irgendwann, aus sich heraus kreativ zu sein, ohne mit seinen Aktionen Fremdschämen auszulösen. Egal, wie viele Fördermittel man noch in kreative Projekte hineinpumpt: Guten Geschmack kann man halt nicht kaufen!

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  2. Jetzt fehlt nur noch ein super (oder sagen wir: annehmbares) Ergebnis. Gehöre selbst zu den „Pionieren“ von kreativen Prozessen in der Schulsozialarbeit und offenen Jugendarbeit (selbst erarbeitete Drogen-Theaterstücke usw.). Eine Didaktik kreativer Prozesse war damals noch gar nicht entwickelt. Anspruchsvolle Projekte endeten oft in der resignierten Feststellung: „Den Jugendlichen fällt eben nichts ein!“ (Den Jugend-Arbeitern aber auch nicht, jedenfalls nicht das richtige.) Anknüpfungspunkte für „Laien“ im musikalischen Bereich waren einfache Songs von ein paar Punk-Bands. Am meisten beneide ich die heutigen Kollegen um die technischen Möglichkeiten! Gerade hatte zu meiner Zeit eine japanische Firma die erste (relativ) tragbare und (relativ) erschwingliche Videoausrüstung auf den Markt gebracht (schwarz-weiß, miese Auflösung, keine Schnittfunktionen, keine szenengenaue Nachvertonung). Und von einem „Von der Straße ins Studio (VdSiS)“-youtube-Kanal zum bundesweiten Veröffentlichen konnte man nicht mal träumen. Die größte Herausforderung ist und bleibt aber die Führung einer Gruppe in einem kreativen Gestaltungsprozess, an dessen Ende ein Produkt stehen muss, dass ein Thema glaubhaft aufbereitet und „echte Erfahrungen“ transportiert (keine „Kirchenlieder“, keine „Belehrungen“, keine aufgesetzt wirkende Sprache).
    Sehr anspruchsvolle Aufgabe! Bin wirklich gespannt auf die Veröffentlichung bei VdSiS. Aber „Wir sind die Kinder des Vulkans“ sollte doch eigentlich zu toppen sein, oder!?

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