Foto: Traudi Schlitt

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Blaulichtgottesdienst verweist auf die Bedeutung des FriedensVom Helfen in schwierigen Zeiten

ALSFELD (ol). „Gott geht mit auch dann, wenn es schwer wird, wenn es um tiefe Wunden und Tod geht“. Mit diesen Worten begrüßte vor wenigen Tagen Pfarrer Frank Blumers die Gäste und Mitwirkenden zum siebzehnten ökumenischen Blaulicht-Gottesdienst in der katholischen Kirche Christkönig in Alsfeld. Dieser Gottesdienst ist ein spirituelles Angebot an Notfallseelsorger, Feuerwehrleute, Polizeibeamte, Rettungssanitäter, Notärzte, haupt- und ehrenamtliche Helfer in Notfallsituationen. Viele von ihnen waren an diesem Abend nach Alsfeld gekommen, um Gottesdienst und Austausch zu erleben.


Musikalisch eröffnete der katholische Kirchenmusikverein Ruhlkirchen unter der Leitung von Reinhold Schuch den Abend, für weitere musikalische Begleitung sorgte Wolfgang Scheid an der Orgel. Pfarrer Thomas Schill, hauptamtlicher Notfallseelsorger im Vogelsberg, begrüßte alle Anwesenden, darunter den Leiter der Polizeidirektion Vogelsberg, Kriminaldirektor Andreas Böhm, den stellvertretenden Kreisbrandinspektor Hubert Helm sowie den Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Franz-Josef Kreuter und eine Abordnung der Kliniken des Kreises.

Suche Frieden und jage ihm nach

Kraft und Hilfe gegen alle Verzweiflung wolle dieser Gottesdienst bieten, den gemeinsam mit Pfarrer Schill Pfarrer i.R. Christoph Werner und die ehrenamtlichen Notfallseelsorgerinnen Manuela Feurer und Jutta Stern gestalteten. Die dem Gottesdienst zugrunde liegende Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach“ übertrugen die Redner auf den Zustand der Welt. Wie sieht es dort aus? Gelten die Menschenrechte? Dem großen unendlichen Leid müsse die Liebe Gottes gegenüberstehen – doch was muss geschehen, bis man wieder sagen kann: „Ja, Gott regiert doch.“

Pfarrer Frank Blumers, Manuela Feurer, Pfarrer i.R. Christoph Werner, Jutta Stern und Pfarrer Thomas Schill gestalteten den Gottesdienst (v.l.n.r.). Fotos: Traudi Schlitt

Eingebunden in den Gottesdienst war auch das Rettungshelferlied, in dem die Helfenden um Kraft und Zuversicht bitten, um Ruhe und auch um Heilung für sich selbst. Die Predigt wiederum war dem Weltgeschehen gewidmet. Leiden unvorstellbaren Ausmaßes dringen durch die Nachrichten zu uns – fast, so scheint es, sind die Menschen hier diesem Leid gegenüber abgestumpft, sind empört über die Zustände hier und suchen einfache Lösungen, die es nicht gibt.

Doch wie kann man die Dunkelheit vertreiben? Nicht mit weiterer Dunkelheit, so ein Zitat Martin Luther Kings, sondern mit Licht. Ob dieses Licht Fanatiker jeglicher Ausprägung wohl beeindruckt? Ob man Extremisten mit Vernunft begegnen kann? Eine Lösung scheint es nicht zu geben – darum müsse man sich die Losung zu Herzen nehmen: Nicht aufhören zu beten, dem Frieden nachjagen.

Nach dieser aufwühlenden Predigt wurde dem ebenfalls dem Gottesdienst beiwohnenden Dekan des Evangelischen Dekanats Vogelsberg Dr. Jürgen Sauer die Aufgabe zuteil, Klaus Schache von seinem Dienst in der Notfallseelsorge zu entpflichten. Der Pfarrer im Ruhestand war seinerzeit maßgeblich am Aufbau und der Ausgestaltung der Notfallseelsorge im Kreis beteiligt, sagte Dr. Sauer in seiner Würdigung.

Einen herzlichen und wertschätzenden Abschied gab es für den scheidenden Notfallseelsorger, Pfarrer i.R. Klaus Schache, hier mit Pfarrer Thomas Schill.

Die Notfallseelsorge habe ihm am Herzen gelegen, wie oft sei er in der Nacht rausgefahren zu Menschen, die in Not waren, die einen Seelsorger brauchten. Ihnen habe Schache zugehört und ihnen auch im Gebet Kraft geschenkt. Auch nach seiner Ruhestandsversetzung habe Schache noch lange ehrenamtlich Dienst getan. Ganz persönlich und im Namen der Kirchenleitung dankte der Dekan Schache für dessen Engagement, was die Gemeinde mit viel Applaus quittierte.

Elf neue Notfallseelsorger

Nach dem Abschied folgte der Neubeginn: Elf neue Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger wurden von Pfarrer Thomas Schill und Pfarrer Christoph Werner verpflichtet. Sie werden nach einer umfangreichen Ausbildung und einem Jahr Hospitation nun ganz offiziell in die Liste der Helfenden aufgenommen, um ihren Dienst an Menschen in Not zu verrichten. Dafür baten Pfarrer und Gemeinde um Gottes Segen und Hilfe.

Die neuen Notfallseelsorger und Seelsorgerinnen sind Ulrike Clemens, Manuela Feurer, Annette Hiller, Hasso Hofmann, Vanessa Knöß, Carmen May, Alexandra Schleich, Jutta Stern, Ingo Storkebaum, Joachim Tobisch, und Wilma Well. Am Ende dieses Gottesdienstes konnten die Besucher gestärkt in den zweiten Teil des Abends gehen – denn ein gemütlicher, guter Austausch aller in der Rettung Aktiven ist nicht weniger wichtig als spirituelle Begleitung.