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Abschiedsworte der Vogelsberger Bürgermeister an Ulrich Künz„Lieber Uli Künz, ich wünsche dir…“

KIRTORF (akr). Er hat sich wahrlich zu einem Urgestein der Kommunalpolitik entwickelt: Ulrich Künz. 42 Jahre war er als Bürgermeister von Kirtorf im Amt. Am 12. März wird Andreas Fey in die Fußstapfen von Deutschlands dienstältesten Bürgermeister treten und als Stadtoberhaupt auf dem Chefsessel im Kirtorfer Rathaus Platz nehmen. Zeit, um ein paar Abschiedsworte an Künz zu richten.

Über vier Jahrzehnte lang hat Ulrich Künz die Politik der Kleinstadt Kirtorf geprägt – genauer gesagt 42 Jahre, sieben Legislaturperioden. Jetzt neigt sich diese Ära dem Ende hin. Künz verabschiedet sich in den Ruhestand, Kirtorf wechselt sein Stadtoberhaupt. Mit 53,2 Prozent setzte sich Andreas Fey am 9. Dezember gegen seinen Konkurrenten Carsten Jost durch. In wenigen Tagen wird Fey seinen ersten Tag als Rathauschef antreten.

Von seinen Bürgern hat sich Künz schon verabschiedet. Zeit, um auch an ihn ein paar Abschiedsworte zu richten – und wer könnte das besser, als seine Vogelsberger Bürgermeister-Kollegen. Was möchten sie ihrem langjährigen Kollegen mit auf den Weg geben? Was wünschen sie ihm für die Zukunft? Oberhessen-live hat nachgefragt. Die Abschiedsworte im Wortlaut.

Die Abschiedsworte der Vogelsberger Bürgermeister

Sascha Spielberger, Freiensteinau

„Dass wir jemanden verabschieden, der über 42 Jahre nicht nur die Stadt Kirtorf, sondern vor allem auch die Kommunalpolitik im gesamten Kreis geprägt hat, ist sicher einmalig.
Deshalb wünschen wir Uli Künz, dass er sich auch weiter bester Gesundheit erfreut sowie bei sich den richtigen „Knopf“ findet, um auch wieder einmal „abzuschalten“. Und in jedem Fall seine gewohnte Lockerheit nicht verliert! Alles gute und herzlichen Dank!“


Timo Georg, Schwalmtal

Schwalmtals Bürgermeister Timo Georg Foto: Gemeinde Schwalmtal/archiv

„Bürgermeister Künz hat in seiner beachtlichen 42-jährigen Amtszeit viel für die Stadt Kirtorf geleistet und auch darüber hinaus Maßstäbe gesetzt. Besonders beeindruckt mich an Uli Künz nach wie vor seine große Begeisterungsfähigkeit, seine stets vorhandene Offenheit für Neues und sein ungebremster Gestaltungswille in einer solch langen Amtszeit bis zum letzten Tag. Ich wünsche ihm einen guten Übergang in den neuen Lebensabschnitt, Gesundheit und Gottes Segen.“

Dietmar Krist, Antrifttal

Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist. Foto: privat/archiv


„Er hat sich mit seiner Kompetenz und seinem Einsatz in Kirtorf verdient gemacht. Mit Dankbarkeit schaut Antrifttal auf sein besonderes Engagement im Zweckverband Soziale Dienste. Mit dem Ruhestand beginnt ein neuer Lebensabschnitt voller Freiheit und neuer Möglichkeiten. Ich wünsche ihm persönlich, aber auch im Namen der Gremien der Gemeinde Antrifttal, für seinen wohl verdienten Lebensabend vor allem Gesundheit und Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.“

Claudia Blum, Homberg Ohm

„Ich werde mich bei Uli Künz bei seiner Verabschiedung am 9. März 2019 für die gute Zusammenarbeit, seine Hilfsbereitschaft und seine mir gegenüber immer sehr zuvorkommende und freundliche Art bedanken. Für seinen neuen Lebensabschnitt wünsche ich ihm alles erdenklich Gute vor allem Gesundheit und viele schöne Erlebnisse mit Familie und Freunden.“

Leopold Bach, Feldatal

Leopold Bach, Bürgermeister von Feldatal. Foto: ls


„Lieber Uli, du bist für mich nicht nur ein Kollege im Amt eines kommunalen Wahlbeamten oder ein enger politischer Weggefährte, sondern ein guter Freund! Du bist immer ein sehr volksnaher Bürgermeister gewesen, der den unmittelbaren Kontakt zu den Menschen in seiner Stadt gesucht hat. Du hast Kirtorf geprägt, entwickelt und dazu beigetragen, dass sich Kirtorf zu einer attraktiven Stadt entwickelt hat.

Ich wünsche Dir für den Lebensabschnitt, der nun vor Dir liegt, alles Gute und insbesondere Gesundheit! Wir werden uns alle immer gut an die Amtszeit des Bürgermeisters Ulrich Künz erinnern. In diesem Sinne wünsche ich Deiner Familie und Dir ein ganz herzliches Glück-Auf!Dein Freund und Kollege, Leo Bach“

Stephan Paule, Alsfeld

Der Alsfelder Bügermeister Stephan Paule. Foto: Merci Photpgraphy

„Ulrich Künz hat die politische Landschaft des Vogelsbergkreises geprägt wie kaum ein anderer. Er hat ein ganzes Berufsleben lang für die Stadt Kirtorf unverzichtbare Impulse gegeben. Von der Akquise von Fördermitteln bis zum Anstoßen wichtiger kommunaler und Infrastrukturprojekte hat er dafür gesorgt, dass die Entwicklung in Kirtof nicht stehenblieb. Er hat alles getan, was ein Bürgermeister bei uns im ländlichen Raum dafür tun kann, eine Kommune nach vorn zu entwickeln.


Ehrenamtlich hat er bei Kreis und in einer vielen Zahl an Vereinen, Verbänden und Organisationen, natürlich auch in der CDU, die er über zehn Jahre lang als Vorsitzender geführt hat, stets das Wohl der Allgemeinheit im Blick gehabt und vielen dieser Vereine, Verbände und Organisationen auch seinen persönlichen Stempel aufgedrückt. Dabei blieb er stets einzigartig und authentisch er selbst, ein Original im besten Sinne des Begriffs.

Ich bin mir sicher, dass Uli Künz weiterhin in vielen Ehrenämtern aktiv sein wird und seine über 40-jährige Erfahrung zum Wohle dieser ehrenamtlichen Tätigkeiten einbringen wird. Dabei soll er genau so bleiben wie er ist: authentisch, nicht immer für jedermann bequem und ein streitbarer Kämpfer für unseren ländlichen Raum.“

Lothar Bott, Gemünden

Lothar Bott, Bürgermeister von Gemünden (Felda). Foto: Gemeinde Gemünden

„Lieber Uli! Nun gehst Du nach 42 Amtsjahren als dienstältester Bürgermeister Deutschlands in den wohlverdienten Ruhestand. Ein Zeit, die wohl keiner Deiner Kolleginnen oder Kollegen in der Zukunft wohl erreichen wird. In dieser Zeit hast Du Kirtorf stetig weiterentwickelt und kannst auf das Erreichte sicherlich sehr stolz sein.


Besonders vermissen werde ich persönlich Deine durchaus mit gewissen geschliffenen Untertönen versehenen Redebeiträge anlässlich der unterschiedlichsten Gelegenheiten, da wir naturgemäß doch viele Berührungspunkte in den unterschiedlichsten Gremien hatten. Persönlich konnte ich immer wieder feststellen, dass Du auch bei Meinungsverschiedenheiten in der Sache immer wieder um Ausgleich gerungen hast. Mit Dir ist es nie langweilig geworden. Dies gilt sowohl dienstlich, aber auch für den privaten Bereich, wo wir uns in den vergangenen Jahren ebenfalls näher kennen und schätzen lernen durften.

Für Deinen künftigen Unruhestand wünsche ich, dass Du die nötige Muse finden wirst, um im Kreise Deiner Lieben Dir auch das zu gönnen, worauf Du im Laufer Deiner Amtszeit immer wieder verzichten musstest, wenn mal wieder was für Deine Stadt Kirtorf zu erledigen war. Dein Kollege aus der Nachbargemeinde Gemünden (Felda) Lothar Bott“

Hans-Jürgen Schäfer, Schlitz

Der Schlitzer Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer. Foto: cdl/archiv

Hallo lieber Uli, zunächst bedanke ich mich für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit, wenn sie auch manchmal „very special“ war, wenn ich an Deine Art zu telefonieren denke.
Ich kann gut nachvollziehen in welcher Gefühlslage Du Dich gerade befindest, weil ich in 7 Wochen nach „nur“ 24 Jahren auch aus dem Amt ausscheiden werde. Da ist Wehmut und Freude auf die neu gewonnene Zeit dicht beieinander.


Aber Du kannst doch stolz sein, auf das was Du geleistet hast in dem Bewußtsein, daß es nur wenigen Menschen vergönnt ist über eine solche lange Zeit segensreich zu wirken und zu gestalten. Vielleicht gelingt es uns ja unsere neue terminfreie Zeit gelegentlich gemeinsam zu nutzen, zum Beispiel auf Föhr oder ich kenne da auch ein paar nette Einkehrmöglichkeiten in der schönen Rhön. Alles Gute und liebe Grüße aus der Burgenstadt Schlitz“

Rainer-Hans Vollmöller, Lauterbach

Lauterbachs Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller. Foto: archiv/aep

Für den weiteren Lebensweg von Herrn Künz hat Herr Vollmöller in seinem Dankschreiben unter anderem die 10 Gebote der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII für ihn ausgewählt. Diese sind:

1. Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne das Problem meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.


2. Nur für heute werde ich große Sorgfalt in mein Auftreten legen: Vornehm in meinem Verhalten; ich werde niemanden kritisieren, ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern – nur mich selbst.

3. Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin – nicht für die anderen, sondern auch für diese Welt.

4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen; wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen, und ich werde es niemandem erzählen.


7. Nur für heute werde ich etwas tun, auf das ich keine Lust habe: Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.

8. Nur für heute werde ich fest glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist – und ich werde an die Güte glauben.

10. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen – und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: der Hetze und der Unentschlossenheit.

Lars Wicke, Grebenau


Grebenaus Bürgermeister Lars Wicke. Foto: Stadt Grebenau

„Sehr geehrter Kollege, lieber Ulli, für den nun beginnen Lebensabschnitt wünsche ich Ihnen Gesundheit, Glück und Gottes Segen. Der nun nachlassende Terminduck wird sicher sinnvoll mit schönen Verpflichtungen im Familienkreis ausgeglichen werden.
Viele Grüße aus dem Gründchen, Lars Wicke.“

Edwin Schneider, Ulrichstein

„Ich kenne den Kollegen Ulrich Künz schon seit meiner Zeit als Haupt-, Personal- und Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Freiensteinau im Jahr 1992. Insofern hatte ich immer schon mal dienstlichen Kontakt zu ihm, der sich seit meiner Zeit als Bürgermeister auf intensiviert hat.

Bei einem solch erfahrenen Bürgermeister kann man sich als jüngerer Kollege in verschiedenen Bereichen Rat holen. Ich bedanke mich bei Uli für die gemeinsame Zeit und wünsche ihm für seinen (Un)Ruhestand alles erdenklich Gute, vor alles Gesundheit und Wohlergehen, so dass er seine gewonnene Freizeit noch lange genießen kann.“


Andreas Sommer, Mücke

Andreas Sommer, der Bürgermeister der Gemeinde Mücke. Foto: Andreas Sommer

„Ich verbinde mit Uli Künz zuallererst eine sehr freudige Erinnerung – er war der erste Kollege aus dem Vogelsbergkreis, der mir nach meiner Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde Mücke im Jahr 2017 noch am Wahlabend gratuliert hat. Und auch darüber hinaus stand er mir immer mit einem Rat zur Seite, wenn ich in meiner Anfangszeit Fragen an ich hatte. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und nach 42 langen Dienstjahren nun etwas Ruhe und Entspannung – das hat er sich verdient.“