Foto: NABU/Sebastian Hennigs

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Hessische Zwischenergebnisse zur „Stunde der Wintervögel“Weniger Amseln, viele Teilnehmer

REGION (ol). Die Zwischenbilanz der neunten „Stunde der Wintervögel“ ist da und offenbart schlechte Nachrichten zur Amsel. Insgesamt zeigen sich die Wintervogelbestände aber recht stabil.


In der Pressemitteilung des NABU heißt es, bis zum heutigen Mittwoch haben in Hessen bereits über 5.500 Teilnehmer dem NABU über 140.000 Vögel aus über 4.000 Gärten und Parks gemeldet. Bundesweit wurden schon 2,5 Mio Vögel beobachtet. Damit dürften die Teilnehmerzahlen aus dem Vorjahr erneut übertroffen werden. „Wir freuen uns über die hohen Teilnehmerzahlen und das große Interesse an der heimischen Vogelwelt“, sagte NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. „So werden unsere Ergebnisse noch aussagekräftiger. Den Vögeln hilft es, wenn immer mehr Menschen ihren Garten als Mini-Naturschutzgebiet begreifen und ihn entsprechend vogelfreundlich gestalten.“

Milder Winter sorgt für weniger Wintervögel

Wenn Vogelfreunde bei der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ am heimischen Futterhäuschen weniger zu zählen hatten, dann lag das vor allem am Wetter. „Der bisher europaweit sehr milde Winter sorgt dafür, dass weniger Wintervögel aus dem Norden und Osten zu uns kommen und dass viele Waldvögel auch außerhalb der Gärten genug zu fressen finden und nicht zu den Futterstellen kommen“, sagt der Biologe Eppler. Die Zahlen für die typischen Futterhausbesucher Kohlmeise, Blaumeise, Eichelhäher, Buntspecht, Gimpel, Sumpf-, Tannen und Haubenmeise seien aus diesen Gründen niedriger als im Schnitt.

Am häufigsten gesichtet wurde wie im Jahr zuvor der Haussperling vor Kohlmeise und Blaumeise. Amsel und Feldsperling haben in 2019 ihre Plätze vertauscht. Das deutet schon schlechte Nachrichten zur Amsel an: „Mit landesweit nur 2,18 Amseln pro Garten fährt diese Art ihr mit Abstand schlechtestes Ergebnis ein, ein Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sicher konnten im sehr trockenen Sommer 2018 weniger Jungvögel überleben, da sie auf Regenwürmer angewiesen sind, die sie nur bei feuchtem Boden leicht finden können“, sagt Eppler.

Zudem gebe es weniger Zuzieher aus Nord- und Osteuropa. Besonders augenfällig sei in diesem Jahr auch die große Zahl an nordischen Schwarmvögeln, die alle paar Jahre in größerer Menge nach Hessen einfliegen. „Am Zählwochenende wurden viele Erlen- und Birkenzeisige sowie Wacholderdrosseln beobachtet“, erläutert Eppler. Der Einflug nordischer Wintergäste ist ein wahres Naturschauspiel für alle Vogelfreunde.

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