Für Europa und gegen Fremdenhass: Demonstranten auf dem Alsfelder Marktplatz bei der #unteilbar-Demo. Fotos: akr

Politik15

Demonstration auf dem Alsfelder Marktplatz gegen Rassismus und HetzeRund 150 Alsfelder zeigen sich #unteilbar

ALSFELD (akr). Rund 150 Menschen haben sich der Polizei zufolge am Samstagvormittag auf dem Alsfelder Marktplatz versammelt, um gemeinsam auf der Demonstration „#unteilbar Alsfeld“ ein Zeichen zu setzen. Ein Zeichen für Demokratie, für das Recht auf Schutz und Asyl, für soziale Gerechtigkeit – und gegen jegliche Art von Rassismus und Diskriminierung. Auch nach einer kleinen Störung blieb die Demo friedlich.


Immer mehr Menschen fanden am Samstagvormittag ihren Weg auf den Alsfelder Marktplatz, die Stimmung war friedlich und gelassen. Man umarmte sich, man unterhielt sich, man diskutierte miteinander – genau das, was sich die Organisatoren der Demonstration #unteilbar Alsfeld gewünscht hatten. Es sollte keine Demo im üblichen Sinne sein, keine unzähligen Reden geben. Es ging um das miteinander Reden, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Vorbild für den Namen und das Motto der Demonstration war die #unteilbar-Demo vor zwei Wochen in Berlin, bei der mehr als 240.000 Menschen gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert hatten.

Stephan Hanisch, einer der Organisatoren, machte bei seiner Begrüßungsansprache darauf aufmerksam, dass Demokratie keine leere Worthülse sei, sondern das Fundament unserer Gesellschaft. Und auch Vielfältigkeit solle man als Bereicherung verstehen. „Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, das ist nicht akzeptabel“, hob Hanisch hervor. Es gebe auf der Welt eben komplexe Themen, wo man keine einfachen Lösungen finden könne. Doch wenn man sich solchen Dingen nicht widme, dann würden sich die Probleme nur weiter verschärfen. „Demokratie ist kein Zuschauersport. Es ist eine Haltung, die gelebt werden muss“, betonte er – und dem stimmten die Demonstranten zu.

Applaus für eine der Reden.

Nach seinen Worten taten einzelne Demonstrationsteilnehmer mit dem Mikrophon und kurzen Statements kund, warum sie an diesem Tag auf den Marktplatz gekommen waren. Es waren Dinge zu hören wie:

  • „Ich bin ein weltoffener Bürger. Wenn ich mitbekomme, wie Menschen im Meer ertrinken, das finde ich unerträglich. Deswegen stehe ich hier.“
  • „Demokratie ist nichts Selbstverständliches.“
  • „Ich möchte Farbe zeigen, Solidarität zeigen.“
  • „Ich sehe es in meiner Pflicht hier zu stehen.“
  • „Ich will nicht als Frau für die Hälfte des Himmels kämpfen.“
  • „Ich bin hier, weil ich Gesicht zeigen möchte, gegen Rassismus und für Toleranz.“

Ein Statement war anders als die anderen und bekam auch keinen Applaus. „Ich will sehen, was ihr hier für einen Unsinn verzapft“, sagte jemand. Das tat der ruhigen und friedlichen Stimmung aber keinen Abbruch.

Miteinander ins Gespräch kommen? Kein Problem.

„Wir sind sehr zufrieden. Wir wollten einen vollen Marktplatz, und den haben wir“, freute sich Silvia Lucas, eine der Organisatoren. Darüber freute sich auch Hanisch: „Und es wird vernünftig und gut miteinander diskutiert“. Es sei genau so verlaufen, wie sie es sich vorgestellt hatten. Das freute übrigens nicht nur die Organisatoren, sondern auch die Polizisten: „Alles verlief bestens, schön ruhig, so wie wir es gerne haben“, sagte Jörg Stein, Leiter der Polizeidienststelle in Alsfeld.

Weitere Eindrücke gibt es hier:

Unteilbar Demonstration Alsfeld (16 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (15 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (13 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (12 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (11 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (5 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (6 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (7 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (8 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (9 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (10 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (27 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (28 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (1 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (2 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (3 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (4 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (26 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (25 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (24 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (23 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (22 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (21 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (17 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (18 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (19 von 28)
Unteilbar Demonstration Alsfeld (20 von 28)

Studierte Germanistische Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der JLU in Gießen und ist seit Juni 2018 Volontärin bei Oberhessen-Live

15 Gedanken zu “Rund 150 Alsfelder zeigen sich #unteilbar

  1. Mal auf die Strasse gehen…. Wo finde ich den Aktionismus, wenn es um nachhaltige, effektive und aktive Hilfe und Unterstützung geht?
    Wer ist bereit, einen regelmäßigen finanziellen Beitrag verbindlich zu leisten, oder einen Migrant aufzunehmen?? Es ist so einfach, sich in großen Worten zu beweihräuchern, weil man mal mit “auf der Strasse“ dabei war.. Welche Leistung ;-) Da werden Bürgschaften übernommen und dann wegen Heranziehung geklagt, weil man sich die Verträge nicht drchgelesen hat, wo bleibt denn da das Verständnis für die Verantwortung der ach so guten Tat? Dann doch mal lieber nur an einer Demo teilnehmen, schön unverbindlich…

    12

    8
  2. Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.
    Orson Welles

    9

    3
  3. Leider waren wir verhindert, wären aber sehr gerne Dabei gewesen.Hochachtung und Respekt den 150 die da waren bei diesem miesen Wetter.

    7

    15
  4. @ Steinzeit Meunung Das Recht, das durchgesetzt werden will??
    Von was reden wir hier? Es kann kein Recht durchgesetzt werden, dessen Inhalt vielfältig definiert und angewendet werden kann.
    Wäre dies so einfach möglich, bräuchten wir hierüber nicht zu diskutieren. In den meisten anderen Staaten scheint dies möglich, nicht so in Deutschland, wo Recht inzwischen der subjektiven Wahrnehmung nach, nicht nach Paragraphen, sondern nach Anwendung praktiziert wird. Wir hebeln uns mit unseren Gesetzen selbst aus.

    12

    16
  5. @ S.Z.
    >> Wo war hier bisher die Anteilnahme? Ein besseres Leben wünschen Viele, doch Jenen, denen wirklich geholfen werden MUSS, sind nicht die, die in großer Anzahl als Migranten und nicht allgemein hin, als Flüchtlinge bezeichnet werden. <<
    Krauser Satz – krauses Problemverständnis. Im niedrigen Bildungsstand treffen sich Demokratie-Kritiker ("Ein Zeichen für Demokratie? Diese ist doch längst abhanden gekommen.") und die Demokratie-Verächter, die sich als organisierte, hochkriminelle Ausländerbanden in unserer Mitte eingenistet haben und uns für unsere Gastfreundschaft und Toleranz, die sie für Schwäche halten, auch noch abgrundtief verachten.
    Natürlich ist die Demokratie nicht abhanden gekommen. Aber es hat sich – gerade in den Eliten unseres Landes – das Bewusstsein verflüchtigt, dass die wichtigste Grundlage der Demokratie DAS RECHT ist, das beachtet und durchgesetzt werden will. Die Schwäche des Rechtsstaats ist für die Eliten sehr vorteilhaft, denn so können sie ihren Einfluss nach Belieben ausdehnen und sich bereichern – auf Kosten der Mehrheit, deren Interessen nach der Verfassung stärker zu beachten wären, die sich aber kaum wehren (können), wenn dies nicht geschieht. Unsere Eliten versuchen, das erreichte Verständnis von Gemeinwohl zurück zu drängen und treffen sich dabei mit den Steinzeit-Sippen aus den Regionen dieser Welt, die ein hoch zivilisiertes und aufgeklärtes Staatsverständnis nie entwickelt haben, sondern als Familienclans und Stammesverbände ihre Reviere, Einkommensquellen, Lebensressourcen usw. zu behaupten und zu erweitern suchen – jeweils auf Kosten der anderen.
    Aber für unsere westlichen Demokratien gilt: Wir besitzen die Rechtsgrundlagen, um unsere zivilisierte politische Kultur gegen den Ansturm der Steinzeit-Gesellschaften zu verteidigen. Und verdammt noch mal: Wir sollten es auch tun! Und zwar nach innen genauso wie nach außen. Was fehlt, ist der politische Wille, sich als starke Demokratie zu er- und zu beweisen. Und deshalb brauchen wir eine zweite Aufklärung, um die Fronten wieder deutlich sichtbar zu machen:
    – Abbau des Sozialstaats stoppen!
    – Schmarotzertum der eigenen Eliten wie der Steinzeit-Okkupanten bekämpfen.
    – Christliche Barmherzigkeit praktizieren, denn das beste Prinzip kann nicht allen Wechsel- und Sonderfällen des Lebens gerecht werden. Das aber gelingt nur vor dem Hintergrund eines vernünftigen Einwanderungsrechts und einer Reform des Asylrechts, damit unkontrollierte Einwanderung nicht über den Asylmissbrauch erfolgt und nicht die gesamte Justiz blockiert wird, weil den Zuwanderern im Einzelverfahren der Asylmissbrauch nachgewiesen werden muss und man selbst dreisteste Asylbetrüger und gefährlichste Kriminelle kaum noch los wird, wenn man sie einmal ins Land gelassen hat.

    30

    2
  6. Ein Zeichen für Demokratie? Diese ist doch längst abhanden gekommen. Wo sind die Aktivisten all die Jahre gewesen? Wir haben alte Menschen die vereinsamen, Kinder auf Onkologie Stationen, deren Eltern sie nicht besuchen können, Menschen, die in Heimen freudlos leben… Wo war hier bisher die Anteilnahme? Ein besseres Leben wünschen Viele, doch Jenen, denen wirklich geholfen werden MUSS, sind nicht die, die in großer Anzahl als Migranten und nicht allgemein hin, als Flüchtlinge bezeichnet werden. Tatsächlichen Flüchtlingen muss ohne Frage geholfen werden, doch wenn Asyl bedeutet, die Abschiebung hochkrimineller Täter zu verhindern und alles zu verallgemeinern, dann ein klares NEIN zu DIESRR Interpretation von Demokratie! Wie einfach, sich des Gefühls zu bemächtigen, ein ach so guter Mensch zu sein…

    31

    15
  7. @ Laura
    Hinterfragen ist immer gut. Und notwendig. Wenn man alles hinterfragt und nicht nur das, was der AfD in die Karten spielt. Der blaue Flötenschlumpf fängt an. Am besten mit der AfD-Gründungsgeschichte. Und die ist ja nun so turbulent wie die keiner anderen Partei. Es ist ein Wunder, dass die AfD die ersten fünf Jahre überhaupt überlebt hat. Nach der Euro-Krise erwies sich die Flüchtlingskrise als äußerst hilfreich. Ohne Krise keine Afd. Ein Selbstläufer. AfD-Sympathisanten brauchen kein Programm. Es reichen ein paar Reizwörter, um den pawlowschen „Die-wähl-ich-Reflex“ auszulösen. Das Gros der AfD-Sympathisanten würde auch hinter der blauen Sockenpuppe her laufen.
    Mittlerweile wurden die Wertkonservativen und Wirtschaftsliberalen ausgebootet und weggemobbt und durch Hardliner mit völkischem Vokabular und einem Hirn in den Grenzen von 1937 ersetzt. Blau, blau, blau war der Enzian gestern. Heute heißt es: Schwarzbraun ist die Haselnuss. Und die klappert bekanntlich am lautesten, je hohler sie ist.
    Derweil gährt es im gährigen Haufen wie in einer schlecht gepflegten Kloschüssel, weil die übelsten Elemente sich noch zurückhalten müssen und auf ihre große Stunde warten. Sie treiben die um Honorigkeit bemühten Gallionsfiguren der Partei vor sich her, die sich nach außen „gemäßigt“ geben und immer nur so weit „verplappern“, dass der Jubel des Fußvolks nicht verebbt und die Haifische ihr Futter kriegen.
    Aber wenn der große Putsch ausbleibt, wird eben weiterhin parteiintern herumgeputscht. Wer selbst durch Unterwanderung an die Macht gekommen ist, kann auch durch Unterwanderung wieder entmachtet werden. Und so mancher Galgenvogel in den eigenen Reihen ist hin und wieder auch für ein saftiges Skandälchen gut. Man kann drauf warten. Siehe Trump.
    Grade sammelt man ja Unterabteilungen, die der AfD das Gepräge von Vielfalt und Toleranz verleihen sollen: Schwule in der AfD, Juden in der Afd, demnächst vielleicht Russen, Syrer, Maghrebiner, Sinti und Roma in der AfD… Und putsch… ist der Mitgliederbestand umgevolkt oder ausgetauscht und die AfD wechselt wieder ihr Programm von Grund auf. Mal sehen, was sich am Wegesrand der Weltgeschichte aufgabeln lässt:
    https://www.noz-cdn.de/media/2014/03/04/hundehaufen_full.jpg

    38

    18
  8. Voller Marktplatz ??? 150 Männeken und kein Wort über die Vergewaltigung in Freiburg. Armselig.

    47

    51
  9. Gottseidank wird auch diese alberne Zusammenkunft nichts daran ändern, dass die AfD morgen mit einer zweistelligen Prozentzahl ins hessische Parlament einziehen wird. Immerhin wurde die AfD erst in 2013 gegründet und schafft es schon nach 5 Jahren auf eine zweistellige Prozentzahl. Wenn man bedenkt, wie lange die etablierten Parteien schon rummurksen und es gerade mal auf 20 % bringen, könnte man ja schon mal kurz auf den Gedanken kommen, dass von deren Seite was schief gelaufen sein könnte.
    Das zu hinterfragen ist in meinen Augen auch keineswegs Nazi, rechts oder unchristlich. Einfach nur notwendig.

    44

    62
  10. Zitat: „Ich möchte Farbe zeigen, Solidarität zeigen.“
    Welche Farbe? Dunkelrot vielleicht?
    Solidarität: Mit wem? Etwas dem 18-jährigem Mädchen aus Freiburg das von mindestens 8 syrischen „Kulturbereichern“ vergewaltigt wurde???

    Zitat: „Ich sehe es in meiner Pflicht hier zu stehen.“
    Welch tiefgründige, wortgewaltige Aussage. Fast schon philosophisch!

    Zitat: „Demokratie ist nichts Selbstverständliches.“
    Aha, Farbe zeigen und am Marktplatz herumstehen rettet die Demokratie??
    Naja, man lernt nie aus…

    Zitat: „Ich will nicht als Frau für die Hälfte des Himmels kämpfen.“
    Hmmm. Was soll uns das sagen?

    Zitat: „Ich bin hier, weil ich Gesicht zeigen möchte, gegen Rassismus und für Toleranz.“
    Toleranz? Aber nur solange es dem eigenen kruden Weltbild entspricht. Bei anderen Meinungen hört die Toleranz der Teilnehmer auf.

    Der „Aktivist“ mit dem Schild „Hirn statt Hetze“ war der einzige Lichtblick am heutigen Vormittag. Hetze hab es heute am Vormittag genug – das Hirn kommt vielleicht noch.

    54

    52
  11. @ F.J.S.
    Die braunen Ratten sollte man lieber zurück in ihre Löcher jagen. Den Eingang und den Ausgang für immer versperren, doch selbst dann hat man vielleicht keine Ruhe. Verkrümelt Euch endlich!

    25

    39
  12. Ratten, welche in ihre Löcher gejagt werden müssen, sagte schon Franz Josef Strauss vor vielen Jahren. Recht hatte er!F

    21

    43

Comments are closed.