
Stadt beobachtet Verkehr im WohngebietVerkehrsbelastung im Wohngebiet: Stadt Homberg (Ohm) sucht gemeinsam mit Bürgern nach Lösungen gegen Navi-Umfahrungen
HOMBERG OHM (ol). In Homberg (Ohm) nutzen vor allem an Wochenenden Autofahrer ein Wohngebiet, um Staus zu umfahren. Da einfache Beschilderungen von Navigationssystemen nicht berücksichtigt würden und strengere Verkehrsregeln auch die Anwohner belasten könnten, will die Straßenverkehrsbehörde die Entwicklung zunächst beobachten. Anwohner sollen ihre Beobachtungen melden. Sollte sich die Situation nicht entspannen, will die Stadt gezielte verkehrsrechtliche Maßnahmen prüfen.
Während die Stauzahlen auf der A49 durch veränderte Beschilderungen und Tempolimits insgesamt spürbar zurückgegangen sind, kommt es vor allem an den Wochenenden (freitags und sonntags) weiterhin zu Stauumfahrungen. Ein Problem, das vor der Eröffnung der Autobahn als mögliches Szenario in Betracht gezogen wurde, tritt nun mit einem Jahr Verzögerung ein: Autofahrer nutzen eine vermeintliche Abkürzung durch das Homberger Wohngebiet, berichtet die Stadt Homberg (Ohm) in einer Pressemitteilung.
Am Ortseingang verlassen Fahrzeuge die Landesstraße und biegen in das Wohngebiet ab, um den Stau von Nord nach Süd zu umfahren. Logisch betrachtet macht dieser Weg jedoch keinen Sinn: Die Autofahrer stehen am Ende an der Feuerwehr und kommen dort nur schwer wieder auf die Landesstraße zurück – wer auf der Hauptstraße bleibt, ist meist schneller.
Das Problem mit den Navigationsgeräten
In Gesprächen mit der Polizei und den Verkehrsdiensten wurde das Problem analysiert. Das Dilemma: Navigationsgeräte reagieren nicht auf einfache Schilder wie „Anlieger frei“ – für die Systeme ist dies ein wirkungsloses Placebo. Um die Straße aus den Navis zu verbannen, bräuchte es harte Regeln wie eine Einbahnstraßenregelung oder ein echtes Durchfahrtsverbot. Dies würde jedoch die dortigen Anwohner im Alltag dauerhaft selbst stark belasten.
Zudem besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Navigationssysteme schnell lernen: Wenn die Daten der Navis zeigen, dass die Route durch das Wohngebiet wegen der Wartezeit an der Feuerwehr zu keiner Zeitersparnis führt, wird dieser Weg hoffentlich zügig automatisch aus den Routenempfehlungen verschwinden. Letzte Rückmeldungen, nach denen sich die Anzahl der Fälle bereits reduziert hat, bestätigen dies.
Gemeinsame Beobachtung mit den Anwohnern
Die örtliche Straßenverkehrsbehörde hat sich daher entschieden, die Situation zunächst zu beobachten, anstatt voreilig harte Maßnahmen zu ergreifen, die die Anwohner täglich einschränken. Mehrere Anwohnende wurden gebeten, ihre konkreten Beobachtungen an die Verkehrsbehörde zu melden.
Bürgermeisterin Simke Ried erklärt dazu:
„Wir wollen keine voreiligen Verbote erlassen, die am Ende diejenigen am meisten bestrafen, die dort wohnen. Gemeinsam mit den Bürgerbeobachtungen vor Ort werden wir die Lage analysieren. Sollte sich die Situation nicht von alleine durch die lernenden Navigationsgeräte entspannen, werden wir zielgerichtete Verkehrsregeln prüfen. Wir danken den Anwohnern herzlich für ihre Unterstützung.“
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