Das Team der KVHS und Landrätin Anita Schneider stellten das neue Programm unter dem Motto „Einen Blick riskieren…“ vor. (v. l.) Eric Mootz, Torsten Denker, Dr. Iris Korte-Klimach, Landrätin Anita Schneider, Anja Janetzky, David Pöhlmann, Martina Kuhn, Marion Helbing-Albohn, Donata Nowak-Marszalek, Andrea Hagenbücher. Foto: Landkreis Gießen

Jugend0

Neues Programm der Kreisvolkshochschule unter dem Motto „Einen Blick riskieren…“Digitaler Stammtisch und Heimatgeschichte

LANDKREIS GIEßEN (ol). „Wir wollen Bildung für alle zugänglich machen“, sagte Landrätin Anita Schneider bei der Vorstellung des neuen Jahresprogramms der Kreisvolkshochschule (KVHS). „Das heißt zum einen, sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, und zum anderen, die Veranstaltungen auch im ländlichen Raum wohnortnah anzubieten.“ Das Jahresmotto „Einen Blick riskieren“ sei daher vielfältig zu verstehen und richte sich bewusst auch an neue Zielgruppen.


Bei einer Umfrage in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen wurden laut Pressemitteilung des Landkreises Bürger aus Allendorf/Lumda im Frühjahr nach ihren Interessen und Wünschen befragt. Daraufhin wurden gezielt Bildungsangebote vor Ort entwickelt. „Wir erhalten so einen genaueren Überblick über regionale Bildungsbedarfe – eine wichtige Voraussetzung, um das Angebot attraktiv zu halten“ erklärte KVHS-Leiter Torsten Denker. „Teilweise haben wir mit den geäußerten Wünschen der Befragten nicht gerechnet. Das zeigt uns, wie vielfältig ausdifferenziert und wie genau das Programm auf die Orte zugeschnitten werden muss“, ergänzte Landrätin Schneider.

Heimat und Heimatgeschichte

Ein immer wieder geäußerter Wunsch waren mehr Angebote zum Thema „Heimat und Heimatgeschichte“. Dazu gibt es im neuen Programm verschiedene Angebote – nicht nur in Allendorf/Lumda. Dabei verbinden sich Lernorte und Bildungsinhalte. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, erklärt Torsten Denker. Durch den anstehenden Umbau des vhs-Hauses stehen dort keine Räume zur Verfügung. „Wir sind auf die Suche gegangen und haben viele spannende Lernorte im Landkreis gefunden – von einem Künstlerhof über ein Café bis zum Programmkino.“

Neben dem Ausbau der Bildungsangebote im ländlichen Raum werden auch verstärkt neue, digitale Lernformen angeboten. So wird es in diesem Jahr beispielsweise einen digitalen Stammtisch über die Themen „Gesundheit aus dem Netz“ und „Cyber-Crime“ sowie verschiedene Live-Webinare mit Lernbegleitung im Bereich „Kaufmännische Praxis“ geben. Das Thema Digitalisierung ziehe sich inzwischen durch alle Programmbereiche.

Zusätzlich zu den bewährten Anwender-Kursen für Smartphones und Tablets wird es Onleihe Anwendungskurse in Kooperation mit den Bibliotheken in Lich, Pohlheim, Hungen und der Mediathek in Lollar geben, in denen besonders Senioren die Nutzung der Online-Bibliotheken näher gebracht wird.

Ein neues Format: vhsTalk

Neue Konzepte hat auch der Sprachenbereich entwickelt. Interessierte können ab Herbst einen Portugiesisch-Sprachkurs im Wiener Café in Lich besuchen oder Italienisch während eines Kochkurses lernen. Aktuellen gesellschaftlichen Themen widmet sich das neue Format „vhsTalk“. „König Fußball oder nur der Hampelmann des Kommerz?“ – dieser Frage geht Fußballfan und Philosoph Sven Görtz mit Prof. Dr. Michael Mutz vom Institut der Sportwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen nach.

Neben vielem Neuen bleibt Altbewährtes in den Bereichen Gesellschaft, Kultur, Gesundheit, Sprachen, Arbeit und Beruf bestehen. Weitere Informationen zum Angebot finden sich in den neuen Programmheften, die ab jetzt in den Rathäusern aller Städte und Gemeinden des Landkreises Gießen ausliegen, oder auf der Website unter www.vhs-kreis-giessen.de. Dort sind auch direkt Anmeldungen möglich.