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Nach den personellen Turbulenzen unter der Woche traten die Luchse Lauterbach bei ihren zwei Spielen am Wochenende mit überzeugenden Leistungen aufLuchse zeigten eindrucksvolle Reaktion

LAUTERBACH (ol). Die letzten Tage waren durchaus turbulent bei den Luchsen. Nach den personellen Veränderungen im Kader hieß es am Freitag mit einigermaßen klarem Kopf bei den starken Hammer Eisbären zu bestehen. Und es sein vorweg genommen, diese Prüfung haben die Luchse bestanden.

Wenn auch am Ende eine 6:5 Niederlage für die Luchse auf dem Spielbericht stand, so kann und muss man den Vogelsberger doch eine tolle Moral bescheinigen, teilte der EC Lauterbach mit.

Der Auftakt hätte nicht besser sein können. Die erste Überzahl für die Luchse nutzte Kenny Matheson zur durchaus verdienten Führung für die Luchse. Doch Hamm, das im Moment vielleicht beste Team der Liga, schlug zurück und konnte noch vor der Pause mit 2:1 in Front gehen. Zu Beginn des 2. Drittels musste Luchse-Keeper Tim Stenger mit Verdacht auf Muskelfaserriss in der Kabine bleiben. Zuvor traf es bereits Roman Löwing der nach einen Check von hinten verletzt am Boden blieb. Für ihn war die Partie bereits nach acht Minuten beendet. Die personell geschwächten Luchse, die ohne Jens Feuerfeil, Benny Schulz und Mathias Matysek angereist waren kamen im 2. Drittel nicht wirklich gut ins Spiel. Zu viele Faktoren wirkten zunächst gegen das junge Team aus dem Vogelsberg. Die Gastgeber nutzen ihrerseits die sich bietenden Chancen und zogen durch zwei weitere Treffer von Demuth und Ortwein auf 4:1 davon. Doch was Moral und Teamgeist ausmachen kann, zeigten die Luchse fortan.

Nur 26 Sekunden waren im 3. Drittel gespielt als Marijus Maier einen Abpraller direkt verwertete und auf 2:4 verkürzte. Nur drei Minuten später war Cousin Philipp Maier zur Stelle und verwerte einen Abpraller zum Anschlusstreffer. Das Spiel schien wieder offen und die Luchse bemühten sich mit Herz und Leidenschaft um den Ausgleich. Dieser blieb ihnen aber zunächst verwehrt, denn Michel Maaßen konnte seinerseits einen Abpraller von Robin Loecke verwerten und den alten Zwei-Tore-Abstand wieder herstellen. Doch die Antwort dauerte nur zwei Minuten und wiederum war es Philipp Maier der die Scheibe per Schlagschuss unhaltbar für May ins obere Kreuzeck jagte.

Die Eisbären wirkten sichtlich angeschlagen und Julian Grund nutzte eine präzise Vorlage von Sturmpartner Kenny Matheson und glich zum 5:5 aus. Die Luchse hatten das Spiel gedreht und gezeigt was Moral und Leidenschaft bewirken kann. In der 56. Minute konnten die Luchse eine Situation in der eigenen Defensive nicht abschließend bereinigen und so kam was kommen musste, Kevin Trapp konnte auf Vorlage von Ibrahim Weißleder den sechsten Treffer erzielen. Die Luchse warfen nun nochmal alles nach vorne. Nach einer Auszeit ersetzten sie den Torwart durch einen sechsten Feldspieler, doch es sollte nicht sein.


Trotzdem gebührt dem Luchseteam höchste Anerkennung für diese Leistung. Ralf Hoja, Trainer der Gastgeber sagte nach dem Spiel im Rahmen des Trainer-Talk. „Wenn ich nicht Trainer in Hamm wäre und mir eine Mannschaft aussuchen könnte, wären es die Luchse aus Lauterbach.“ Ein tolles Kompliment von einem der wenigen Diplom Trainer im deutschen Eishockey. „Wir haben ein tolles Spiel gegen die starken Eisbären abgeliefert. Für die Mannschaft und auch für mich war es unter der Woche nicht einfach. Auf die Leistung meiner Mannschat bin ich sehr stolz. Mit dieser Einstellung werden wir unser gestecktes Ziel Platz 4 sicherlich erreichen“, so der Coach nach dem Spiel in Hamm.

Hessenderby am Sonntag gegen Diez

Nur zwei Tage später stand dann das Hessenderby gegen den direkten Konkurrenten aus Diez auf dem Programm. Mit drei Punkten wären die Luchse ihrem Ziel, Platz 4 zu erreichen einen großen Schritt näher gekommen. Und es sei vorweg genommen. Das Ziel wurde mehr als eindrucksvoll erreicht. Am Ende siegten die Luchse verdient mit 12:4 und zeigten sich damit von allen Unwägbarkeiten der letzten Tage erholt. Die Luchse starteten wie immer mit einem extrem hohen Tempo in das Spiel und so ließen die ersten Chancen auch nicht lange auf sich warten. Bereits nach 30 Sekunden hatten die Gastgeber zwei Hochkaräter als sie 5:4 Überzahl knapp verfehlten. In der 11. Minute war es dann Jake Fardoe der den Torreigen eröffnete. Mustergültig bedient von Kenny Matheson und Julian Grund vollsteckte er zu 1:0. Nur 30 Sekunden später nutzte seinerseits Kenny Matheson eine Überzahl der Gastgeber zum zweiten Treffer für die Luchse. Zwei weitere Tore im ersten Drittel durch Julian Grund und wiederum Fardoe bedeuteten einen beruhigenden 4:0 Zwischenstand für die Luchse.

Im 2. Drittel mussten die Luchse zunächst eine Strafzeit gegen Dominik Hülskopf überstehen. Und genau in diesem Moment als die Strafzeit abgelaufen war, traf Dennis Stroeks von der blauen Linie zum 1:4 Anschlusstreffer. Die Antwort der Luchse ließ genau zwei Minuten auf sich warten. Zunächst traf Grund bei einer 5:3 Überzahl zum 5:. Eine Minute später, wiederum in Überzahl war es Philipp Maier, der zum 6:1 abschloss. 16 Sekunden später dann der nächste Treffer, diesmal war Benni Schulz der Torschütze. Eben dieser Schulz setzte auch den Schlussstrich im zweiten Drittel. Mit seinem zweiten Treffer schraubte der das Ergebnis auf 8:1. Damit war die Vorentscheidung gefallen und die Luchse ließen es im letzten Drittel zunächst etwas ruhiger angehen. Das 9:1, wiederum in eigener Überzahl besorgte Förderlizenzspieler Tim Luca Krüger. Das vielleicht schönste Tor des Abends war dann Grund vorbehalten, der nach toller Vorarbeit von Kenny Matheson und Marcel Grüner das Ergebnis zweistellig machte.

Als die Luchse sich dann eine gedankliche Auszeit nahmen konnte Diez durch einen Doppelpack von Daniel Krieger etwas Ergebniskosmetik betreiben und die Teffer 2 und 3 für die Gäste erzielen. Doch Philipp Maier weckte seine Kameraden wieder auf und erzielte auf Vorlage von Cousin Marijus und Emanuel Grund Treffer Nummer 11.

Und wie könnte es anders sein. Eine Überzahl für die Luchse bescherte dann auch den zwölften Treffer. Matheson, der seine gute Leistung nicht nur mit einem weiteren Tor, sondern auch mit dem siebten Scorerpunkt krönte, vollendet zum 12:3. Den Schlusspunkt setzten aber die Gäste, Matt Fischer nutzte eine Uneinigkeit vor dem Luchse Gehäuse und konnte seinerseits Treffer Nummer 4 für die Gäste erzielen.


„Wir haben an diesem Wochenende wiederholt konstant und auf hohem Niveau gespielt. Das zeigt, dass die Mannschaft in sich gefestigt ist und für jeden Gegner eine echte Herausforderung darstellt. Die Jungs haben Spaß und gehen mit Leichtigkeit und ohne Druck in die Spiele. Unsere jungen Spieler entwickeln sich prächtig und bieten den gestanden Regionalligaspielern in allen anderen Teams die Stirn. Damit sind wir auf einem absolut richtigen Weg. Gleiches gilt für die Förderlizenzspieler aus Kassel und Frankfurt. Sie gehören genauso zum Team wie jeder andere Spieler. Man hat den Eindruck als wären sie schon immer Bestandteil der Mannschaft. Das zeigt eindrucksvoll die gute Zusammenarbeit auf dieser Ebene mit Kassel und Frankfurt“, so ein absolut zufriedener Luchse-Coach Arno Lörsch.