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Ein Zuhause für GlücksbringerNABU Homberg Gemünden zeichnet schwalbenfreundliche Hausbesitzer aus

HOMBERG (OHM)/GEMÜNDEN (ol). Der NABU Homberg-Gemünden hat vom 5. bis 7. September die Freiwillige Feuerwehr Nieder-Ofleiden sowie Barbara Scheffer, Veronika Damjanovic und Martin Seipp als schwalbenfreundliche Hausbesitzer ausgezeichnet. Mit insgesamt 60 Rauch- und acht Mehlschwalbennestern handelt es sich um das bislang größte bekannte Quartier in Homberg und Gemünden. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ würdigt der NABU Menschen, die Brutplätze erhalten und Schwalben an ihren Gebäuden willkommen heißen.

Noch sind sie vor allem als Flugkünstler und Sommerboten bekannt: Schwalben. Doch in Deutschland gibt es sie immer seltener. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ will der NABU diesem Trend entgegenwirken und zeichnet bundesweit Menschen aus, die an ihren Häusern die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen, heißt es in der Pressemitteilung des NABU Homberg-Gemünden.

Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalben aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zurück, um in den Dörfern und Städten zu brüten. Mit ihrem fröhlichen Gesang kündigen sie den baldigen Sommer an. „Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren“, heißt es in einem alten deutschen Sprichwort.

Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben nicht mehr. Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch im westlichen Vogelsbergkreis. Eine der Hauptursachen ist der Verlust von Plätzen, an denen sie brüten können. Außerdem werden auch ihre Nahrungsgrundlagen, die Fluginsekten, knapp, sagt Karl-Heinz Zobich.

In den Städten und Dörfern verschwinden außerdem zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt – und dies, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht.

Foto: NABU Homberg-Gemünden

Gleichzeitig wird die Landwirtschaft immer stärker intensiviert. Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben keine Einflugmöglichkeiten mehr. Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter zubetoniert, sodass die Glücksbringer weniger Pfützen und damit weniger des für ihren Nestbau benötigten Lehms finden. Zudem gibt es durch Monokulturen auf dem Acker, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger fliegende Insekten.

Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU Homberg-Gemünden dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und ihre Nester in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze zu erhalten und neue zu schaffen. „Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Vogelexperte Patrick Köhler.

Besonders freue sich der NABU Homberg-Gemünden darüber, erstmals einer Freiwilligen Feuerwehr die Auszeichnung überreichen zu können. In Nieder-Ofleiden brüten am Feuerwehrhaus seit vielen Jahren maximal ungefähr 65 und im Jahr 2026 leider „nur noch“ zirka 40 Mehlschwalbenpaare. Um die sehr hohe Kotbelastung im Bereich ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten zu verringern, hat die Feuerwehr unter jedem Nest Kotbretter angebracht und reinigt nach dem Rückzug der Schwalben nach Afrika ohne Murren ihre Hinterlassenschaften. Im Pferdestall in Hainbach brüten zehn bis zwölf Rauchschwalbenpaare, die aufgrund des Rückgangs der Tierhaltung besonders große Bestandsrückgänge verzeichnen. Bereits 2012, als die ersten der spanischen Pferde des kleinen Gestüts in den Hof einzogen, begann ein Rauchschwalbenpaar, durch die wieder geöffneten Tore in den Stall einzuziehen und zu brüten. Im Laufe der vergangenen 14 Jahre verteilten sich die Nester der nachfolgenden Brutpaare im gesamten Bereich der Offenstallanlage rund um die Scheune.

Foto: NABU Homberg-Gemünden

Im Pferdestall in Deckenbach brüten inzwischen wieder 20 Rauchschwalbenpaare, nachdem es vor zirka sechs Jahren einen starken Einbruch mit nur noch zehn besetzten Nestern gegeben hatte. Da die Tiere im Sommer meist auf der Weide sind und es sich somit um einen Kaltstall handelt, der früher immer gemieden wurde, zeigt sich hier, dass die Wohnungsnot für diese Vogelart besonders dramatisch ist.

Allen privaten Hausbesitzern wurden als Dank kleine Geschenke und Informationsmaterial überreicht. Die Feuerwehr bekam vom NABU Homberg-Gemünden zwei Mauersegler-Nistkästen überreicht, verbunden mit dem Versprechen von Willi Bernbeck, bei der Neubesiedlung mithilfe von Klangattrappen die Besiedlung der Koloniebrüter zu beschleunigen.

Menschen, die sich für Schwalben engagieren und sie an ihren Häusern willkommen heißen, werden vom NABU deshalb mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, eine Pension, ein Geschäft, einen Pferde- oder Bauernhof oder ein Fabrikgebäude handelt.

Pressebilder von den Verleihungen mit dem Copyright „NABU Homberg-Gemünden“ wurden als Anhang beigefügt.

Weitere Informationen und Bewerbungsformular zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ unter: NABU.de/schwalben

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