
VELI-WS informiert über aktuelle Herausforderungen bei Photovoltaik, KWK und WindenergieUnternehmen und Bürger rufen nach stabilen Strompreisen und Energiesicherheit
ROMROD (ol). Bernhard Becker von der VELI-WS hat kürzlich mehrere Unternehmen im Vogelsbergkreis zur Energiesituation besucht. Dabei wurde deutlich, dass insbesondere die unsicheren Strompreise und die Pflicht zur Eigenvermarktung von Stromüberschüssen Unternehmen vor Herausforderungen stellen. Während einige Betriebe bereits auf PV und KWK setzen, fordern viele garantierte Einspeisevergütungen, Speicherlösungen und politische Maßnahmen zur Reduzierung der Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten.
Kürzlich hat sich Bernhard Becker von der VELI-WS bei mehreren Unternehmen im Vogelsbergkreis über deren Energiesituation informiert, berichtet die VELI-WS in einer Pressemitteilung.
Die Firma Günther Anlagenbau und Recyclingtechnik in Angersbach verfügt über eine 180 kWp Dachsolaranlage sowie eine KWK-Anlage für Wärme und Strom. Eine Erweiterung der PV-Anlage um 500 kWp wird angedacht, allerdings bestehen Bedenken bezüglich der Wirtschaftlichkeit und Investitionssicherheit ohne feste Strompreise, heißt es. Ab 100 kWp müsse der Stromüberschuss selbst vermarktet werden, während Freifeld- und Windanlagen ab 1.000 kWp über feste Einspeisevergütungen verfügen, die per Ausschreibung vergeben werden. Die KWK wird dort mit Erdgas betrieben, wobei auch die Netzkosten zu berücksichtigen sind.
Die Firma Hürner Schweißtechnik in Atzenhain setzt auf eine 160 kWp PV-Dachanlage und betreibt alle Firmenwagen als E-Autos mit firmeneigener Ladung. Auch hier erschwere die unsichere Strompreisentwicklung die Planung und Eigenvermarktung.
Das Autohaus Hartmann in Alsfeld erzeugt seinen Strom überwiegend selbst. Im Sommer liefert die Dach-PV Strom, im Winter die KWK-Anlage. Die KWK-Anlage wird dort mit Flüssiggas betrieben, um Energiesicherheit zu gewährleisten.
Im privaten Bereich sind steuerfreie PV-Anlagen bis 30 kWp möglich, Überschüsse werden bei Balkonsolar nicht vergütet. Für Windstrom wird empfohlen, diesen vor Ort zu verbrauchen, beispielsweise über Akkus am Ortstrafo für den Tagesverbrauch oder direkte Leitungen vom Windrad.
Becker betont, dass ein garantierter Einspeisepreis für 20 Jahre bei Dach- und Wandsolar, Freifeld-PV und Windstrom notwendig sei, um Planungssicherheit zu schaffen. Überschüsse sollten in Akkus für den Tagesverbrauch oder in Wasserstoff für den Jahresverbrauch gespeichert werden. Technisch sei dies möglich, es fehle jedoch der politische Wille.
„Wir Bürgerinnen, Bürger und Firmen haben längst verstanden, wie es geht, und setzen es im Kleinen um. Es muss jetzt politisch sichergestellt werden, dass die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verringert wird“, so Bernhard Becker abschließend.

Foto: Becker
Auch interessant:



Schreibe einen Kommentar
Bitte logge Dich ein, um als registrierter Leser zu kommentieren.
Einloggen Anonym kommentieren