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„Gabenzaun“ der katholischen Kirche in Alsfeld: Ein Resümee nach vier MonatenEin Zaun, der Menschen verbindet

ALSFELD (ol). Kleine Shampoos, Federbälle, Suppenpäckchen, ja sogar Kräuterpflanzen – am „Gabenzaun“ tummeln sich alle möglichen Gegenstände. Seit Mai gibt es ihn schon – den sogenannten „Gabenzaun“, den Mitarbeiter des ‚Haus der katholischen Kirche‘ in Alsfeld auf beiden Seiten der katholischen Kirche errichtet haben. Regelmäßig wird er mit allerlei Gaben bestückt – sei es Hygieneartikel, Kindersachen, haltbare Lebensmittel oder Selbstgebasteltes. Zeit für ein Resümee.

In der Pressemitteilung des ‚Haus der katholischen Kirche‘ heißt es, die Stadt Alsfeld hatte hierfür mehrere Bauzäune zur Verfügung gestellt. „Nach vier Monaten ist es Zeit Resümee zu ziehen und zu schauen wie der Gabenzaun weiterentwickelt werden kann“, sagt Pfarrer Wojcik. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Dekanatsreferentin Hedwig Kluth, Bereichsleiterin des Caritaszentrums Renate Loth und Dekanatsjugendreferentin Kathrin Landwehr hat er die Idee entwickelt. Ursprungsgedanke des Gabenzauns war es, den Menschen auch in Zeiten von Corona mit Gebrauchsgegenständen für den alltäglichen Bedarf eine Form der Unterstützung anzubieten und als Kirche zu zeigen, dass sie bedürftige Menschen auch weiterhin im Blick hat.

Während der vergangenen Monate konnten verschiedene Beobachtungen und wichtige Eindrücke gewonnen werden. „Es hat sich gezeigt, dass Hygieneartikel, Lebensmittel und Spielsachen von den Menschen am häufigsten vom Zaun genommen und offenbar am dringlichsten gebraucht werden“, berichtet Renate Loth. „Teilweise waren die Sachen sogar schon kurz nach dem Anbringen wieder weg.“ Manche Menschen hätten im Vorbeigehen am Gabenzaun spontan Halt gemacht und geschaut, ob etwas Brauchbares dranhängt – andere seien bewusst zum Gabenzaun gekommen und hätten mal eine kleinere, mal eine größere Menge von Gegenständen eingepackt.

Mehrere Gespräche

Doch dreht sich wirklich alles nur um ein Stück Seife, ein Blatt Papier oder ein Päckchen Tütensuppe? „Viele Menschen, die an den Gabenzaun kommen, haben nicht nur einen Bedarf nach Gebrauchsgegenständen, sondern sie sehnen sich auch nach einem Gespräch und nach jemandem, der ihnen zuhört oder der für sie ein aufmunterndes Wort hat“ erzählt Hedwig Kluth, die am Gabenzaun bereits mehrere spontane Gespräche geführt hat. „Diese Begegnungen sind für die Menschen sehr wertvoll.“ Pfarrer Wojcik ergänzt: „Das ist für uns als Kirche ganz wichtig, dass der Zaun nicht nur eine Abholstation für Gegenstände ist, sondern dass hier auch echte Begegnung und Seelsorge stattfinden kann.“

Positiv sei auch, dass nicht nur die Initiatoren, sondern auch Menschen aus der Pfarrgemeinde und der Stadt Alsfeld den Zaun mit Gegenständen bestückt und diverse Drogeriemärkte wie etwa DM oder Müller durch Sachspenden den Zaun unterstützt hätten. „So wird der Gabenzaun zu einem Zaun, der den Blick füreinander wachhält und die Menschen miteinander verbindet“, sagt Kathrin Landwehr. „Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die bisher mitgemacht und das Projekt unterstützt haben.“

Gabenzaun bleibt erstmal bestehen

Aufgrund der gemachten Erfahrungen habe sich das Organisationsteam dazu entschlossen, den Gabenzaun vorerst weiterzuführen, solange es die Witterungsverhältnisse zulassen. Allerdings sollen ab sofort nur noch Hygieneartikel, Spielsachen, allgemeine Gebrauchsgegenstände für den alltäglichen Bedarf sowie Selbstgebasteltes und Spruchkarten an den Zaun gehängt werden. Die Initiatoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass Lebensmittel, Pflanzen und Kleidung nicht mehr an den Zaun gehängt werden sollen. Hierfür bieten sich andere soziale Einrichtungen in Alsfeld an wie etwa die Tafel oder die Kinderkiste, die ab sofort wieder wie gewohnt geöffnet ist.

„Wer für den Zaun etwas beisteuern möchte, ist herzlich eingeladen, seine Gaben jederzeit an den Zaun zu hängen“, fährt Kathrin Landwehr fort. Hierfür sei es wichtig, dass die Gebrauchsgegenstände in einwandfreiem Zustand und gut benutzbar sind. Um sie vor Regen zu schützen, sollten alle Gegenstände in durchsichtige Tüten gepackt und eventuell beschriftet werden, damit der Inhalt deutlich wird.

Wer selbst keine eigenen Gaben für den Zaun zur Verfügung hat, aber die Aktion unterstützen möchte, könne dies mit einer Sach- oder auch Geldspende tun, so das Organisationsteam (Kontoverbindung der Pfarrei St. Christophorus Alsfeld, Bankinstitut: Sparkasse Oberhessen, IBAN: DE 64 5185 0079 0305 0427 73, Verwendungszweck: Gabenzaun). Die Projektverantwortlichen kaufen dann stellvertretend von diesem Geld „Gaben“ für den Zaun ein. Wer mehr über das Projekt erfahren oder aktiv mitarbeiten möchte, kann sich im Haus der katholischen Kirche melden (Renate Loth, Bereichsleiterin der Caritas, 06631/77 651-0).

Ein Gedanke zu “Ein Zaun, der Menschen verbindet

  1. Ich war zu Besuch in Alsfeld und habe den Gabenzaun gesehen. Eine nachahmenswerte Idee.

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