
Romröder Christian Hendrichs möchte ehrenamtliche Helfer und Schüler virtuell zusammenbringenAktionsbörse „Kostenlose Unterstützung beim E-Unterricht“
VOGELSBERG (ol). Die Schulen haben auf E-Unterricht umgestellt, verteilen die Aufgaben übers Netz. Doch das ist natürlich mit dem regulären Schulunterricht zu vergleichen, in dem Lehrer persönlich unterstützen können. Deshalb sei es jetzt wichtiger als in Normalzeiten, dass Schüler Unterstützung von freiwilligen Zusatz-(groß)eltern bekommen können, findet der Romröder Christian Hendrichs und möchte eine Plattform gründen, die ehrenamtliche Helfer und Schüler virtuell zusammenbringt.
Noch immer sind die Schulen geschlossen und es deutet sich an, dass dies auch nach den Osterferien weitergehen wird. Die Schulen haben auf E-Unterricht umgestellt und verteilen die Aufgaben über das Netz und stehen für Nachfragen zur Verfügung. Allerdings können davon nicht alle Schüler gleichmäßig profitieren, heißt es in der Pressemitteilung von Christian Hendrichs.
Gerade Hausaufgaben würden von der elterlichen Unterstützung abhängen. Immer wieder entscheide genau der Faktor „Elternhilfe“ über den Schulerfolg. Viele Weichenstellungen zwischen der 4 bis zur 9 Klasse werden hier entschieden. Fehle nun der Schulunterricht, in dem Lehrer hier ausgleichend eingreifen und unterstützen können, werde es immer schwieriger.
Deshalb sei es jetzt wichtiger als in Normalzeiten, dass diese Schüler Unterstützung von freiwilligen Zusatz-(groß)eltern bekommen können. Deswegen möchte Hendrichs gern eine Plattform aufbauen, die betroffene Schüler mit Förderunterstützer virtuell zusammenbringt. Dann könne die Hausaufgabenbetreuung über Skype oder andere technische Plattformen stattfinden.
„Meiner Einschätzung nach sind die Schulklassen 4 bis 9 besonders betroffen. Hier entscheiden sich viele weiterführende Bildungswege. Es sind also wichtige Schaltstellen. Es ist nicht vorgesehen, dass sich Schüler und Unterstützer persönlich treffen. Aber es scheint für den Erfolg wichtig, dass sich Tandems bilden, damit nicht jeder Unterstützer wieder bei Null mit einem neuen Lernenden anfangen muss“, schreibt Hendrichs. Mit diesem Angebot seien ausdrücklich keine finanziellen Interessen oder Verpflichtungen verbunden.
Als Vermittlungsplattform bietet der Initiator dieser Idee die Mailadresse „lernunterstuetzung-vbkreis@web.de“ an. Unterstützer können sich mit Namen, Mailadressse und den angebotenen Fächern und Klassenstufen melden, heißt es weiter. Schüler können sich mit ihrem Bedarf melden und Lehrer könnten ihre Schüler auf dieses Angebot hinweisen.
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Aktivitäten ja. Öffentlicher Ideenwettbewerb meinetwegen auch. Aber jetzt bitte keine „Börse“ in dem Sinne, dass nun von Einzelnen alle möglichen Kleinprojekte „auf den Markt“ geworfen werden, einfach aus dem Gefühl heraus, dass im Schulbereich dringend etwas geschehen müsse, weil aus Wiesbaden offensichtlich zu wenig kommt. Diesen Flickerlteppich haben wir bereits im gesamten Sozialbereich und Ehrenamtssektor. Ergebnis: Keiner blickt mehr durch. Parallelstrukturen einschließlich Gießkannenförderung führen zu einem Vielerlei auf Dauer nicht lebensfähiger Angebote.
Und wieder soll jetzt an irgendeiner Ecke wieder etwas Neues angefangen, eine weitere „Plattform“ aufgebaut werden, die „betroffene Schüler mit Förderunterstützer[n] virtuell zusammenbringt“, um dann „Hausaufgabenbetreuung über Skype oder andere technische Plattformen stattfinden“ zu lassen. Da wird das Pferd vom Schwanz aufgezäumt, denn bevor Hausaufgaben erteilt und betreut werden können, müsste ja zunächst mal qualifizierter Unterricht stattgefunden haben. Nur kann man dann auch die erforderlichen Lernlektionen direkt abhalten – z.B. zentral über ein Unterrichts-Fernsehen (!) und eine Neuauflage von BTX, weil vielleicht nicht jeder Schüler über Skype verfügt oder technisch damit zurecht kommt. Und dann schenkt man sich die Hausaufgaben, integriert Übungsphasen in das Unterrichts-Fernsehen und gibt zusätzlich noch Anleitungen zur Selbstkorrektur.
Plattformen für Lernpartnerschaften gibt es ja im übrigen längst (siehe aktivpaten.de, miteinander-füreinander, z.B. https://www.mit-und-fuer.de/verein/43-leihgrosseltern), die nur „mobilisiert“ werden müssten. Auch auf viele E-Learning-Strukturen (z.B. https://www.vogelsbergkreis.de/kreisverwaltung/presse/ansicht.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4475&cHash=12bfa8d0fe35cd79a348674baa94e63a) könnte man zurückgreifen). Die Hochschule Fulda besitzt ein E-Learning-Labor (https://www.hs-fulda.de/unsere-hochschule/a-z-alle-institutionen/dienstleistungen-lehre-und-studium/e-learning), dessen Knowhow man anzapfen könnte.
Voraussetzung wäre natürlich immer eine Federführung zumindest mal auf Kreisebene (besser Landesebene). Aber merkwürdig, von all den Parteigrößen, die im Vogelsberg weltberühmt sind, hört man so überhaupt nichts mehr. Wo sind die berufenen Bildungspolitiker aller Parteien, die sich sonst andauernd zum Lebenslangen Lernen, der Digitalisierung der Schulen oder einer verbesserten Ganztagsbetreuung geäußert haben? Wo seid Ihr, Ihr Görigs, Habermanns, Ruhls oder Döwelinge?