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„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind"Gewerkschaft NGG kritisiert: „Im Vogelsbergkreis verdienen Frauen 500 Euro weniger als Männer“

VOGELSBERGKREIS (ol). Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die im Vogelsbergkreis eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 500 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zum Internationalen Frauentag am 8. März hingewiesen. Die NGG beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Danach liegt das durchschnittliche VollzeitEinkommen von Frauen im Vogelsbergkreis aktuell bei 2.656 Euro im Monat – Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 3.166 Euro. Das macht einen Unterschied von 16 Prozent, teilt die NGG in einer Pressemitteilung mit.

„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten“, kritisiert Andreas Kampmann von der NGG-Region Nord-Mittelhessen. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. „Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen“, so Kampmann.

Nach Einschätzung des Gewerkschafters dürfte der tatsächliche „Gender Pay Gap“, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, im Vogelsbergkreis bei deutlich über 16 Prozent liegen. „Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger“, sagt der NGG-Geschäftsführer. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden im Kreis aktuell 72 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt.

„Hinzu kommt, dass noch immer zu viele Frauen zu Hause bleiben – nicht zuletzt auch, weil das Ehegatten-Splitting bei der Steuer die Rollenteilung verstärkt“, so Kampmann. Damit gehe dem heimischen Arbeitsmarkt eine große Chance durch die Lappen. Mit Blick auf die Alterung der Gesellschaft und den Fachkräftemangel müssten eigentlich schon heute viel mehr Frauen ins Berufsleben einsteigen.

Die NGG fordert die Unternehmen auf, die „unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen“ zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. „Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern“, so Kampmann.

5 Gedanken zu “Gewerkschaft NGG kritisiert: „Im Vogelsbergkreis verdienen Frauen 500 Euro weniger als Männer“

  1. Leute, kämpft solidarisch für die Forderung „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ statt immer nur dieselben blöden Fragen zu stellen oder Geschlechterkämpfe aus zu tragen. Erst dividieren die Kapitalisten männliche und weibliche Beschäftigte auseinander. Am Ende müssen dann die Kinder die Eltern ernähren.

  2. Nur mit der Rechtschreibung haben sie es nicht so…

    Aber mal im Ernst – das bedeutet ja es sollte umgekehrt sein und die Frauen müssen mehr als die Männer verdienen.

  3. Das ist wohl war Frauen ziehen trotz gleichberechtigt immer den kürzeren es ist einfach nicht richtig.Weil Frauen sind nunmal stärker im Sinne von durchhalten und Überlegungen dieses gewisse bauchgefühl das Männer nicht kennen.

    1. Wenn dem so wäre mit dem „stärker“, warum arbeiten Sie dann nicht im Straßenbau oder als Dachdecker?
      Nicht nur immer die Rosinen rauspicken wollen!

    2. …passen eben einfach nicht zusammen. Männer haben zumeist einen Bauch, aber keine Bauchgefühl. Frauen dagegen reden und schreiben ohne Punkt und Komma. Und dann oft auch noch aus dem Bauch heraus mit falscher Orthografie.

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