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Besuch von Sozialdezernent Patrick Krug beim Fahrzeugservice Riegelmann in AlsfeldInklusion als Chance

ALSFELD (ol). Bei einem Besuch des Fahrzeugservice Riegelmann in Alsfeld hat sich Sozialdezernent Patrick Krug über betriebsintegrierte Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen informiert. Seit Februar arbeitet dort Jan mit Unterstützung von Kompass Leben. Gemeinsam mit Vertretern des Vereins, der Brüder-Grimm-Schule und dem Betriebsinhaber sprach Krug über Praktika, berufliche Förderung und Wege in den Arbeitsmarkt.

Gegen 8 Uhr beginnt für Jan der Arbeitstag beim Fahrzeugservice Riegelmann – Alsfelder Bremsendienst. Nach der Begrüßung seiner Kollegen holt er die Ersatzteile aus dem Nachtdepot, die der Lieferdienst dort hinterlegt hat. Seit Februar gehört das für ihn zum Arbeitsalltag. Unterstützt von Kompass Leben geht Jan beim Fahrzeugservice einer betriebsintegrierten Beschäftigung nach. Wie Inklusion in der beruflichen Praxis gelingen kann, darüber informierte sich nun Patrick Krug, Erster Kreisbeigeordneter sowie Schul- und Sozialdezernent des Vogelsbergkreises, bei einem Besuch des Unternehmens, heißt es in einer Pressemitteilung des Vogelsbergkreises.

Gemeinsam mit Katja Diehl, Vorstandsvorsitzende von Kompass Leben e.V., Michael Dippel, Werkstattleiter von Kompass Leben e.V. in Alsfeld, und Lars Kersten, Lehrer an der Brüder-Grimm-Schule in Alsfeld, wurde Krug von Inhaber Stefan Riegelmann begrüßt. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Chancen, Praktika, Beschäftigungsmöglichkeiten und Wege in den Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen.

„Gerade der Weg von Menschen mit Behinderung in die berufliche Praxis interessiert mich sehr“, sagt Krug. „Umso mehr, wenn – wie beim Fahrzeugservice Riegelmann – das Unternehmen schon auf verschiedene Erfahrungen in diesem Bereich blickt“, unterstreicht der Sozialdezernent.

Der Fahrzeugservice in der Alsfelder Ernst-Diegel-Straße ermöglicht bereits seit Längerem Praktika für Menschen mit Behinderungen. Dabei stehe der Betrieb sowohl mit der Brüder-Grimm-Schule, deren Schülerinnen und Schüler gelegentlich Praktika im Unternehmen absolvieren, als auch mit Kompass Leben in engem Austausch, erläuterte Riegelmann.

Diese Zusammenarbeit habe sich in der Vergangenheit bewährt. Katja Diehl, Michael Dippel und Lars Kersten bestätigten dies. Kompass Leben sei für viele Absolventinnen und Absolventen der Brüder-Grimm-Schule die erste Anlaufstelle und pflege gleichzeitig enge Kontakte zu Unternehmen. Dadurch eröffneten sich Möglichkeiten, Menschen entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten einzusetzen.

„Unser Ziel ist es natürlich, möglichst viele Menschen über gezielte Förderung und Qualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen“, führt Katja Diehl aus.

Dafür seien eine enge Abstimmung, Koordination und Begleitung erforderlich. Allerdings gelinge der Übergang nicht immer, denn sowohl die individuellen Voraussetzungen als auch die betrieblichen Anforderungen müssten zusammenpassen. Darin waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

Foto: Vogelsbergkreis/C. Lips

Dass betriebsintegrierte Beschäftigung funktionieren kann, zeigen die rund 50 entsprechenden Beschäftigungsplätze, die Kompass Leben in enger Abstimmung mit Unternehmen in der Region anbietet. „Dabei sind wir auf Betriebe angewiesen, die ein großes Herz haben und auch mal ein Auge zudrücken können“, ergänzt Werkstattleiter Dippel.

Besonders wichtig sei es, bereits im Vorfeld durch Praxisphasen herauszufinden, welche Tätigkeiten geeignet sind und wo individuelle Stärken, Schwächen und Grenzen liegen.

„Denn Arbeit ist ein wichtiger Faktor für Inklusion, ermöglicht soziale Kontakte und ist für alle Seiten ein Gewinn“, betont der Sozialdezernent.

Fach- und Arbeitskräftemangel als Motor?
Im Gespräch wurde auch deutlich, dass der Fach- und Arbeitskräftemangel Chancen für Menschen mit Behinderungen eröffnen kann. Wenn die persönliche Chemie, die Motivation und die Zusammenarbeit mit unterstützenden Institutionen stimmen, ergeben sich vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten.

Ein Beispiel dafür ist Jan, der beim Fahrzeugservice Riegelmann offenbar einen passenden Beschäftigungsplatz gefunden hat, von dem sowohl er selbst als auch das Unternehmen profitieren.

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