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Fachhochschulreife an der Max-Eyth-Schule in AlsfeldWehmut und gute Wünsche bei der Zeugnisübergabe

ALSFELD (ol). Es ist der zweithöchste Schulabschluss in Deutschland, er ermöglicht den Zugang zu fast allen Studiengängen und er bescheinigt allen, die ihn erreichen, Durchhaltevermögen, Disziplin und auch Fleiß. Fünfundvierzig junge Menschen konnten ihre Zeugnisse der Fachhochschulreife vor wenigen Tagen an der Max-Eyth-Schule in Alsfeld entgegennehmen.

Sie bekamen ihre Zeugnisse aus den Händen ihrer Tutorinnen Stefanie Rauthe und Stefanie Boss (12FOBG) und Stephanie Ebert und Antje Schäfer (12FOTS), des Abteilungsleiters der Fachoberschule (FOS) Bernd Göring sowie des Schulleiters Friedhelm Walther.

Die Herausforderungen der Oberstufe angenommen

Walther beglückwünschte die jungen Menschen zu ihren Leistungen, die sie nicht nur zu den Prüfungen, sondern in den vergangen zwei Jahren erbracht hätten. Die Zeugnisse stünden daher nicht nur für schulische Erfolge, sondern auch dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die Herausforderungen der Oberstufe angenommen hätten, dass sie Rückschläge überwinden und Verantwortung übernehmen könnten.

Die Klasse 12FOTS. ©Frank Solf

Bildung, so der Schulleiter, entstehe nicht im luftleeren Raum, sondern stets im Kontext mit den aktuellen Gegebenheiten – und die seien, wohin man auch schaue, herausfordernd. Er unterstrich, dass ein solcher Erfolg, wie er heute gefeiert werde, auch Verantwortung mit sich bringe: für Frieden, Freiheit und Demokratie. Diese Herausforderungen, seien es Kriege, Migration, Ressourcenknappheit oder Klimawandel, könne man nicht allein mit schulischen Kompetenzen lösen, sondern mit Teamfähigkeit, geistiger Flexibilität, Kreativität und einer starken Haltung.

„Die Zukunft muss gestaltet werden“

„Die Zukunft ist niemals garantiert, sie muss gestaltet werden“, rief er den scheidenden Schülerinnen und Schülern zu. Auch dem Umgang mit der Künstlichen Intelligenz widmete Walther einen Gedanken in seiner Rede: Man dürfe sich nicht zu sehr auf sie verlassen, mahnte er und verwies auf Themen wie Datenschutz, Verantwortung und ethische Grenzen. Daher müsse man gerade in diesem Zeitalter neugierig blieben, Zusammenhänge und Hintergründe beleuchten und in Beziehungen bleiben.

Schulleiter Friedhelm Walther forderte die Absolventen auf, die Zukunft mitzugestalten.
©Frank Solf

Die Glückwünsche der Stadt Alsfeld überbrachte Stadtrat Tobias Behlen. Sein Dank galt an dieser Stelle nicht nur den Absolventen für ihre Leistungen, sondern den Familien und den Lehrkräften: „Sie haben aus den Schülerinnen und Schülern junge Persönlichkeiten gemacht.“

Abi-Motto „Stabil-mental nicht, aber ich hab‘ Abi“

In einer sehr persönlichen Ansprache wandte sich der Abteilungsleiter der FOS, Bernd Göring, an die Absolventen: Mit ihrem Abi-Motto „Stabil-mental nicht, aber ich hab‘ Abi“ hätten sie sehr deutlich gemacht, dass ihre Generation mit vielen Alltags- und Gesellschaftsproblemen zu kämpfen habe. Nicht zuletzt, weil die Digitalisierung und Technik rasend schnell voranschritten, den Menschen viele Alltagsaufgaben abnähmen, aber auch das selbstständige Denken scheinbar unnötig machten.

Vieles war schön“ – der Lehrerchor sorgte für Wehmut und gute Laune gleichzeitig. ©Frank Solf

Am Beispiel des Roboters Lightning, der vor kurzem einem Marathonläufer den Weltrekord im Halbmarathon abluchste, machte Göring aber nicht nur die Problematik deutlich, sondern zeigte auch die große Chance auf: „Das Staunen gilt denjenigen, die für die Entwicklung, das Programmieren und Bauen des Roboters zuständig sind – Expertem auf ihrem Gebiet.“ Experten, wie sie auch die Absolventen der FOS der Max-Eyth-Schule werden können. „Werdet nicht zu Robotern, sondern baut sie!“, rief er den jungen Menschen zu.

Zeugnisübergabe auf der Bühne

Zur Zeugnisübergabe baten die Tutorinnen ihre Klassen auf die Bühne. Stefanie Rauthe und Stefanie Boss hatten für ihre Klasse 12FOBG viele Anekdoten parat und gaben ihnen anhand eines Knobelspiels als Tipps für das Bewältigen von Herausforderungen Durchhaltevermögen und Offenheit für Neues mit: Nach der Bewältigung einer Aufgabe solle man nicht stehenbleiben, sondern eine neue Herausforderung annehmen.

Sie übergaben die Zeugnisse an zweiundzwanzig Schülerinnen und Schüler mit den Schwerpunkten Bautechnik/Informationstechnik sowie Gesundheit und würdigten besonders die Leistung von Tim-Noah Kurek, der mit der Durchschnittsnote 1,0 nicht nur das beste Fachabitur geschafft hatte, sondern auch einen Preis der Gesellschaft für Informatik entgegennehmen konnte.

Das Jahrgangsfoto. ©Frau Solf

Stephanie Ebert und Antje Schäfer beglückwünschten ihre dreiundzwanzig Schülerinnen und Schüler der Klasse 12FOTS zu ihrem bestandenen Fachabitur. Sie betonten besonders, wie gut dieser anfangs so heterogene Kurs aus Schülerinnen und Schülern mit Scherpunkt Elektrotechnik/Maschinenbau und anderen mit Schwerpunkt Sozialwesen zusammengewachsen sei. Die jungen Leute hätten gelernt, wie wichtig es sei, unterschiedliche Perspektiven zu beleuchten und wie gut sich ganz unterschiedliche Eigenschaften ergänzten. Ihrem Kursbesten Finn Sapara (Notendurchschnitt 1,3) überreichten sie ein Präsent.

Wie es schon Tradition ist, bevor der Abend der Zeugnisverleihung in eine Party übergeht, schmetterten die Lehrkräfte noch ein umgedichtetes Lied für ihre scheidenden Schülerinnen und Schüler: Zur Melodie des bekannten Popsongs „Stumblin‘ in“ fanden sie: „Vieles war schön.“

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